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Ein Jahr in Deutschland – PASCH-Lehrkräfte berichten

​Einleitung

Heidi, Natia, Larissa, Uyanga und Gentiana unterrichten an PASCH-Schulen in Ägypten, Georgien, Brasilien, der Mongolei und Albanien. Im Rahmen des Weiterbildungsprogramms des Pädagogischen Austauschdienstes (PAD) des Sekretariats der Kultusministerkonferenz verbringen sie ein Jahr an einer Schule in Deutschland. Auf PASCH-net erzählen sie von ihren Erfahrungen.

Heidi im Zug, Nahaufnahme

1/8 Unsere Erwartungen an das Jahr in Deutschland

Heidi

Mein Name ist Heidi Moustafa. Ich komme aus Ägypten und arbeite als Grundschullehrerin an einer anerkannten Deutschen Auslandsschule, der Europa-Schule Kairo. Momentan arbeite ich als Gastlehrkraft an der Grundschule Neundorf im Bundesland Sachsen.

In meiner Freizeit ist mir Bewegung wichtig, deswegen spaziere ich gerne und treibe Sport, besonders Squash, Schwimmen und Reiten. Außerdem liebe ich das Reisen und Entdecken. Da mir Menschen sehr wichtig sind, freue ich mich immer, wenn ich neue Leute kennenlerne und Freundschaften schließen kann.

Ich freue mich darauf, in meinem Jahr in Deutschland viele Menschen aus aller Welt kennenzulernen und neue Informationen und Erfahrungen in die Schule einzubringen. Auch die deutsche Kultur und das Leben möchte ich näher erleben, viel reisen und deutsche Städte besuchen.

Meine Erwartungen an das Jahr in Deutschland: Ich möchte wertvoll für meine neue Schule sein und werde versuchen, neue Methoden und Vorschläge einzubringen. Ich hoffe, ich werde einen guten Eindruck machen und habe die Chance, meine bisherigen Erfahrungen zu zeigen. Nicht nur als eine mutige, selbständige ägyptische Frau, die ausgereist ist, um sich weiterzuentwickeln, sondern auch als gutes Vorbild für Ausländerinnen und Ausländer in Deutschland.

Natia

Natia in einem bunten, karierten Mantel vor einer Hecke Natia | © privat

Ich bin Natia Guliashvili und komme aus Georgien. Seit 20 Jahren bin ich als Deutschlehrerin an der 21. Öffentlichen Schule im Herzen der Hauptstadt Tiflis tätig. Jetzt bin ich Stipendiatin und Gastlehrkraft an der Fritz-Bauer-Gesamtschule im Bundesland Nordrhein-Westfalen.

Schon während meines Germanistikstudiums an der Staatlichen Universität Tiflis habe ich an mehreren Fortbildungen und Schulungen in Deutschland teilgenommen. Das war in den 1990er-Jahren, als Georgien mit vielen politischen und sozialen Problemen zu kämpfen hatte. Ich habe lange davon geträumt, eines Tages mehr Zeit in meinem Lieblingsland Deutschland zu verbringen. Im Rahmen dieses Fortbildungsprogramms habe ich die Chance, meinen lang ersehnten Wunsch zu erfüllen und ein Jahr in Deutschland zu leben.

Durch den gemeinsamen Austausch mit Lehrkräften aus Deutschland werde ich sicher neue Perspektiven, Ansätze und Methoden kennenlernen. Dabei spielen auch meine eigenen Erfahrungen, die ich bisher gemacht habe, eine wichtige Rolle. Außerdem möchte ich meine Sprachfähigkeiten vertiefen, sowie das deutsche Schulgeschehen miterleben.

Mir ist es auch ganz wichtig, mein landeskundliches und geschichtliches Wissen zu erweitern. Deutschland liegt im Herzen Europas, ich würde gerne auch die Nachbarländer besuchen und näher kennenlernen. Ich hoffe, dass sich meine Erwartungen erfüllen und sich gut auf mein Selbstbewusstsein und meine Professionalität auswirken.

Larissa

Larissa im Park, lächelnd Larissa | © privat

Ich heiße Larissa Faria und komme aus Brasilien. In Brasilien wohne ich in der großen Metropole São Paulo, aber ich bin eigentlich in einer kleinen Stadt geboren, Assis, wo ich auch Deutsch und Portugiesisch auf Lehramt studiert habe. Nach dem Studium war ich für ein Jahr in Deutschland als Au-pair-Mädchen, dann bin ich nach São Paulo gezogen und seit sechs Jahren arbeite ich an der Deutschen Auslandschule Colégio Visconde de Porto de Seguro. Ich interessiere mich sehr für Sprachen, Reisen und Kultur und mir ist der Kontakt zu verschiedenen Menschen sehr wichtig.

Von diesem Weiterbildungsjahr in Deutschland habe ich schon immer geträumt, weil ich das deutsche Bildungswesen besser kennenlernen und mein Deutschlandbild aktualisieren wollte. Als Lehrerin ist mir auch besonders wichtig, mich permanent weiterzubilden. Die Erfahrung an einer deutschen Schule sowie die Teilnahme an Workshops und Fortbildungen werden bestimmt für meine weitere Entwicklung sehr gewinnbringend sein. Das wird sicherlich meine Unterrichtspraxis interessanter und handlungsorientierter machen. Als Gastlehrerin bin ich jetzt an der Georg-von-Langen-Schule, einer berufsbildenden Schule in Holzminden/Niedersachsen.

Ich hoffe, dass ich in diesem Jahr meine Sprachkenntnisse verbessere, dass ich viele neue Erfahrungen sammle und dass ich Menschen aus unterschiedlichen Kulturen kennenlernen kann. Außerdem freue ich mich darauf, viel in Deutschland zu reisen und unternehmen zu können und viele neue Freundschaften zu schließen!

Uyanga

Uyanga in einer bayerischen Stadt Uyanga | © privat

Mein Name ist Uyanga Battseren und ich komme aus Ulaanbaatar, der Hauptstadt im Herzen der Mongolei. In meiner Heimat bin ich als Fremdsprachenlehrerin tätig und unterrichte Deutsch als Fremdsprache. Nun arbeite ich als Gastlehrerin an dem E.T.A-Hoffmann-Gymnasium Bamberg in Bayern.

Ich verstehe mich selbst als Brücke zwischen der Mongolei und Deutschland. Hierfür ist es mir vor allem wichtig, sprachlich für meine Schülerinnen und Schüler ein Vorbild zu sein. Es macht mich glücklich und stolz, endlich die deutsche Sprache im Alltag lernen zu können.

Das Weiterbildungsprogramm des PAD bietet mir dafür ein tolles Jahr in Deutschland. Ich will nicht nur meine Deutschkenntnisse verbessern, sondern auch die kulturellen Unterschiede wahrnehmen und verinnerlichen. Die Sprache ist für mich wie ein offenes Fenster, durch das ich Deutschland betrachten kann. Die unterschiedlichen Mentalitäten sind für mich spannender als jedes Buch.

Lehrerdasein in dieser Zeit ist eine große Herausforderung. Von dem Wechsel- und Distanzunterricht hier lerne ich viel, obwohl ich zuvor als Lehrerin auch viel online gearbeitet habe. Worauf ich mich am meisten freue, ist die Zeit für mich, also für die Selbstentwicklung. Zu Hause in meiner Heimat bin ich eine Mutter, eine Lehrerin und eine Hausfrau. Deswegen musste ich immer für andere da sein. Jetzt bin ich für mich da.

In Deutschland bin ich, um Anregungen mitzunehmen, Erfahrungen zu sammeln, meine Wahrnehmung und meine Lebenseinstellung zu erfrischen. Ich lasse mich überraschen, was die Zeit mit mir macht.

Gentiana

Gentiana sitzt auf einem Stuhl auf einer Terrasse Gentiana | © privat

Mein Name ist Gentiana Dakaj und komme aus Albanien. Seit zwölf Jahren bin ich als Deutschlehrerin an DSD-Schulen in der Hauptstadt Tirana tätig. Seit 2018 unterrichte ich Deutsch als Fremdsprache in der Albanisch-Deutschen Abteilung des Sami-Frasheri-Gymnasiums. Das ist eine staatliche PASCH-Schule mit einem sehr guten Ruf.

Die Naturvielfalt macht Albanien zu einem sehr attraktiven Urlaubsziel für viele Touristen. Wir haben eine sehr lange Küste und meistens verbringe ich die Sommerferien am Meer oder bei meinen Eltern im Gebirge. Ich selber komme aus Nordalbanien, wo sich die Berge und der Valbona Fluss treffen.

Ich habe Germanistik studiert und liebe meinen Beruf. Mir gefällt die Kommunikation und die Interaktion mit anderen Menschen. Das ist vielleicht der Hauptgrund, warum ich Lehrerin geworden bin. Außerdem liebe ich Reisen und neue Erlebnisse. Deshalb habe ich mich für dieses Weiterbildungsjahr in Deutschland entschieden.

Jetzt unterrichte ich am Anton-Philipp-Reclam-Gymnasium in Leipzig. Diese Stadt ist sehr schön und lebendig. Es gibt schöne Parks und Natur. Die Schule, wo ich gerade unterrichte, gefällt mir sehr gut. Es gibt aber noch viel mehr zu entdecken.

Von diesem Jahr erwarte ich mir viel Neues. Ich möchte gern Neues in Deutschland erleben, neue Erfahrungen sammeln, mich mit Kolleginnen und Kollegen didaktisch und methodisch austauschen, das Land erkunden und entdecken.

Selfie von Gentiana in einem leeren Klassenzimmer

2/8 Meine neue Schule/meine Heimatschule: Was ist ähnlich, was ist anders?

Gentiana aus Albanien

Meine Heimatschule ist das Sami Frasheri Gymnasium in Tirana, Albanien. Das ist das einzige staatliche Gymnasium, an dem es eine bilingual-deutsch-albanische Abteilung gibt, in der die Schülerinnen und Schüler das Deutsche Sprachdiplom DSD II absolvieren können. Neben dem Fremdsprachenunterricht werden auch Mathe und Geografie in der deutschen Sprache unterrichtet. Bei uns in Albanien dauert das Gymnasium drei Jahre, beginnt ab der 10. Klasse und endet mit der Matura in der 12. Klasse. Ich mag den Unterricht in der deutschen Abteilung der Schule. Die Lernenden sind sehr motiviert und selbstbewusst. Das Interesse an der deutschen Sprache ist in Tirana in den letzten Jahren sehr gestiegen.

Nun unterrichte ich am Anton-Philipp-Reclam-Gymnasium in Leipzig. Die Schule ist Bestandteil des Deutsch-Französischen-Bildungscampus und unterrichtet Deutsch als Zweitsprache (DaZ-Klassen). Ich begegne oft im Lehrerzimmer Kolleginnen und Kollegen, die Französisch-Muttersprachler sind. Die deutsche Sprache mit einem französischen Akzent klingt sehr schön. Seit 2012 ist das Gymnasium auch eine Europaschule. Man fühlt sich hier ganz international.

Bisher habe ich nur albanische Lernende unterrichtet, aber jetzt kommen meine Schülerinnen und Schüler aus unterschiedlichen Ländern und meine Klasse ist sehr international. Diese Möglichkeit kommt nur einmal im Leben. Die ganze Welt in einem Klassenzimmer.

Larissa aus Brasilien

  • Schulgebäude von außen mit Fish Eye-Effekt aufgenommen
    Georg-von-Langen-Schule in Holzminden © privat
  • Blick aus dem Fenster auf den Innenhof und die gelbgestrichene Gebäudeseite gegenüber, im Vordergrund ein Blumentopf auf einem Fensterbrett
    Blick aus einem Fenster der Georg-von-Langen-Schule in Holzminden © privat
  • Leeres Klassenzimmer mit hochgestellten Stühlen
    Klassenraum in der Georg-von-Langen-Schule in Holzminden © privat
  • Meine neue Schule, die Georg-von-Langen-Schule, unterscheidet sich von allen anderen Schulen, die ich kenne. Es sind eigentlich verschiedene Schulformen, die zu den „Berufsbildenden Schulen Holzminden“ gehören und die die Schülerinnen und Schüler auf unterschiedliche Schulabschlüsse (vom Hauptschulabschluss bis zum Abitur) vorbereiten. In der Schule können sie über 50 Ausbildungsberufe in elf Berufsfeldern in Theorie und in der Praxis lernen.

    Im Schulgebäude hat mich das Technikzentrum, wo die Werkstätten sind, am meisten begeistert, weil man dort richtig ins Berufsleben einsteigen kann. Aber mein Lieblingsort ist das Lehrerzimmer. Es herrscht stets eine lockere und entspannte Atmosphäre und es gibt immer nette und hilfsbereite Kolleginnen und Kollegen, mit denen ich mich gern unterhalte.

    Das ist schon eine Gemeinsamkeit zu meiner Heimatschule: das freundliche Kollegium. Jedoch ist die Deutsche Schule Colégio Visconde de Porto Seguro in São Paulo viel größer. Sie ist die größte deutsche Auslandschule, mit vier Einheiten, circa 10.000 Schülerinnen und Schüler (vom Kindergarten bis zur Oberstufe) und mehr als 500 Lehrerinnen und Lehrern. Im brasilianischen Zweig lernen die Schülerinnen und Schüler Deutsch als Fremdsprache und im deutschen Zweig können sie sogar Abitur machen.

    Was mir in beiden Schulen gefällt, sind die zusätzlichen Angebote, die Vorbereitung auf das berufliche Leben, die Arbeit mit Projekten und der Austausch und die Offenheit für andere Kulturen.

    Uyanga aus der Mongolei

  • Eingang zum E.T.A-Hoffmann-Gymnasium Bamberg im Grünen
    E.T.A-Hoffmann-Gymnasium Bamberg © privat
  • Blick auf den Schulhof mit einer Tischtennisplatte und mehreren Bänken
    E.T.A-Hoffmann-Gymnasium Bamberg © privat
  • Meine Heimatschule ist die Goethe-Schule Ulaanbaatar, eine Grund- und Mittelschule von der Klassenstufe 1 bis 12. Deutsch wird bereits in der Grundschule als erste oder zweite Fremdsprache gewählt. Mit den Kolleginnen und Kollegen meiner Heimatschule verstehe ich mich sehr gut. Jeder hat ein offenes Ohr für den anderen. Morgens kommen die Lehrkräfte vor 8 Uhr und arbeiten bis 16:30 Uhr, manchmal noch länger, denn die Mittelschule endet am späten Nachmittag. Die Grundschule fängt um 13:30 Uhr an und hört um 17:30 Uhr auf. Das finde ich gut, weil die Kleinen morgens ausschlafen können. Die Lehrkräfte bereiten in der unterrichtsfreien Zeit die nächsten Unterrichtsstunden vor.

    Das E.T.A-Hoffmann-Gymnasium Bamberg ist ein musisches Gymnasium. Ich war überrascht, als eine Fünftklässlerin ein Lied als Hausaufgabe geschrieben hat, sowohl das Klavierstück als auch den Liedtext. Sie hat das Lied sogar toll vorgesungen. Da habe ich verstanden, dass das Lernen hier etwas anders funktioniert.

    Das Bildungssystem beider Länder sieht ganz anders aus. Der Lehreralltag auch. Am Gymnasium in Bamberg müssen die Lehrkräfte nicht den ganzen Tag in der Schule bleiben, sondern können nur zu den Unterrichtsstunden erscheinen. Das finde ich einfach cool.

    Wir haben sogar ein paar Mal auf dem Schulhof unterrichtet. Im Grünen arbeiten alle noch aktiver als im Klassenzimmer. Das war faszinierend für mich, denn ich lebe in einem Land, wo es im Winter bis zu -30° C kalt wird. Ich bin gespannt, wie es ist, im Sommer zu unterrichten.

    Natia aus Georgien

  • Haupteingang der Schule, zu dem eine Treppe nach oben führt
    Fritz-Bauer-Gesamtschule in Sankt Augustin © privat
  • Mit Efeu bewachsene Rückseite des Schulgebäudes mit vielen Büschen und Bäumen und einem Sonnenschirm
    Innenhof der Fritz-Bauer-Gesamtschule in Sankt Augustin © privat
  • Leeres Klassenzimmer mit hochgestellten Stühlen und Plakaten an den Wänden
    Klassenraum in der Fritz-Bauer-Gesamtschule in Sankt Augustin © privat
  • In meiner Gastschule, der Fritz-Bauer-Gesamtschule in Sankt Augustin, fühle ich mich richtig wohl. Das große Kollegium ist sehr freundlich. Die Schule zeichnet sich durch eine vielfältige Schülerschaft aus. Der technisch gut ausgestattete Oberstufenbereich legt großen Wert auf einen modernen Unterricht. In manchen Fächern arbeiten die Klassen auf iPads oder Handys, womit die Papierverschwendung vermieden werden soll.

    Die Fritz-Bauer-Gesamtschule wurde als „Schule der Zukunft“ sowie als „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“ ausgezeichnet und legt besonderen Wert auf die Holocaust-Didaktik. Seit 2014 gibt es einen Austausch mit Israel. Die Schülergemeinschaft und das Kollegium ermöglichen durch eine angenehme und freundliche Atmosphäre ein schönes, vielfältiges Miteinander.

    Meine Heimatschule, die 21. Öffentliche Inklusionsschule in Tiflis, ist eine allgemeinbildende Schule (Primarstufe, Sekundarstufe I und Sekundarstufe II). Sie ist die erste Sprachdiplomschule in Georgien und wird von der Zentralstelle für das Auslandsschulwesen (ZfA) gefördert. Die Schule hat langjährige und enge Beziehungen sowie einen regen Schüleraustausch mit zwei deutschen Schulen. Das Engagement auf der internationalen Ebene spielt eine große Rolle. Die Schule nimmt jährlich einen Freiwilligen aus Deutschland auf, der mit den georgischen Schülerinnen und Schülern ins Gespräch kommt und die Vorbereitung deutschsprachiger Projekte unterstützt.

    Beide Schulen sind wie ein zweites Zuhause, für mich als Lehrerin und die Lernenden.

    Heidi aus Ägypten

  • Heidi steht vor einem Plakat, auf dem ein gebasteltes grünes Monster befestigt ist und lächelt
    Heidi in der Neundorf Grundschule in Plauen © privat
  • Heidi steht in einem leeren Klassenzimmer mit hochgestellten Stühlen am Pult
    Klassenraum in Neundorf Grundschule in Plauen © privat
  • „Eine gute Zukunft beginnt mit einer guten Schule.“ ist das Motto der Europa Schule Kairo (ESK). Ziel ist nicht nur ein hochwertiger Abschluss, sondern auch die persönliche und soziale Entwicklung jedes Kindes zu fördern und zu unterstützen. Das passt zum Leitbild der Neundorf Grundschule in Plauen: „Jeder Mensch ist einzigartig. Es ist wichtig, ihm die Gelegenheit zu geben, seine besonderen Fähigkeiten zu entwickeln.“

    In der ESK sind alle Lernenden Ägypterinnen und Ägypter, also keine Deutsch-Muttersprachler. Der Unterricht verläuft ganz anders als in der Grundschule Neundorf, wo die Schülerinnen und Schüler in der Regel Muttersprachler sind. Auch die Vorbereitung ist für mich als Lehrerin ganz anders. In Ägypten haben wir im Grundschulgebäude normale Tafeln im Klassenzimmer, in der Grundschule Neundorf gibt es in fast jeder Klasse ein Smartboard.

    Anfangs hatte ich Sorge wegen der Technik und fühlte mich unsicher, da alle Kinder Muttersprachler sind, doch nach kurzer Zeit wurde ich selbstbewusster und habe eine schöne persönliche Beziehung zu den Kindern aufgebaut. Die Vorbereitung und das Stundentempo mag zwar anders sein, aber Inhalt und Ziel sind bei beiden Schulen gleich. Und: Kinder sind Kinder, egal, wo auf der Welt. Sie brauchen viel Liebe und Geduld. Man kann über den persönlichen Kontakt mit den Kindern viel erreichen.

    Ich freue mich sehr hier zu sein. Das Kollegium ist supernett und freundlich, sehr erfahren und hilfsbereit. Wenn ich eine freie Stunde habe, nutze ich die Gelegenheit und hospitiere bei meinen Kolleginnen und Kollegen. 

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