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Schule und Ausbildung

Meine Ausbildung in Deutschland

A2 / B1
Eine junge Frau mit langem lockigen Haar und Brille sitzt an einem Tisch. Vor ihr liegt ein Buch.
Rafaela | © PASCH-net; Foto: privat

Rafaela, Dilorom, Nazar, Alexa und Pedro leben seit einiger Zeit in Deutschland. Sie erzählen von ihrer Ausbildung und stellen ihre Berufe kurz vor. Außerdem haben sie Tipps, falls du dich auch für eine Ausbildung in Deutschland interessierst.

Fachinformatiker(in) Anwendungsentwicklung

Rafaela, 21 Jahre, Brasilien
PASCH-Schule: Colégio Província de São Pedro
Ausbildungsort: Deutsche Bank, Frankfurt am Main
Dauer: 3 Jahre
Lernorte: Ausbildungsbetrieb und Berufsschule
Inhalte:

Warum hast du dich für diese Ausbildung entschieden?

Die IT-Branche ist sehr dynamisch und entwickelt sich ständig weiter. Ich wusste schon immer, dass ich in einem Bereich arbeiten wollte, der mich immer wieder herausfordert und mich dazu bringt, mich in verschiedene Richtungen weiterzuentwickeln.

Was gefällt dir an deiner Ausbildung am meisten?

Das Beste an der Ausbildung zur Fachinformatikerin Anwendungsentwicklung bei der Deutschen Bank ist der schrittweise und positive Einstieg in den Arbeitsmarkt. Zusammen mit der praktischen Erfahrung und dem Fachwissen, das ich während der Ausbildung erworben habe, konnte ich meine Soft und Hard Skills für meinen Arbeitsbereich optimal entwickeln. Außerdem war die Ausbildung für mich der beste Weg in das deutsche Bildungssystem. Das war die Grundlage, um hier ein Studium zu beginnen. Einer der negativen Punkte ist, dass für manche die Wiederholung der Theorie ein bisschen trocken sein kann, wenn man schon praktische Erfahrungen gesammelt hat.

Welche Tipps hast du für PASCH-Schülerinnen und -Schüler, die sich für eine Ausbildung in Deutschland interessieren?

Deutschland hat viele attraktive Ausbildungsberufe. Ich persönlich würde in der IT-Branche eher internationale Firmen empfehlen, die eine Vielfalt an Kulturen pflegen. Bringt viel Eigeninitiative und Motivation mit! So könnt ihr hier alles erreichen.

Medizinische(r) Technologin/Technologe für Radiologie (MTR)

Junge Frau in dunkelblauer Berufskleidung

Dilorom | © PASCH-net; Foto: privat

Dilorom, 19 Jahre, Tadschikistan
PASCH-Schule: Allgemeinbildende Schule Nr. 89, Duschanbe
Ausbildungsort: Westküstenklinikum Heide
Dauer: 3 bis 5 Jahre (Vollzeit/Teilzeit)
Lernorte: Berufsfachschule und Krankenhaus bzw. ambulante Einrichtung
Inhalte:

  • Ärzte und Ärztinnen durch bildgebende Verfahren bei der Diagnose von Erkrankungen und Verletzungen unterstützen
  • Röntgenbilder anfertigen; Computertomografien, Magnetresonanztomografien, Ultraschall einsetzen
  • Apparate vorbereiten, Schutzmaßnahmen treffen, Patientinnen und Patienten informieren und in die jeweilige Position bringen
  • Bestrahlungen und Behandlungen mit radioaktiven Materialien durchführen
  • Aufnahmen beurteilen, Messwerte erfassen, Untersuchungsabläufe dokumentieren, digitale Daten speichern
  • Geräte kontrollieren und Wartungen organisieren

Warum hast du dich für diese Ausbildung entschieden?

Medizin und Technik haben mich schon immer interessiert. Der Beruf verbindet beides auf eine spannende Weise: Man arbeitet mit moderner bildgebender Technik wie MRT, CT oder Röntgen und leistet gleichzeitig einen wichtigen Beitrag zur Diagnose und Behandlung von Patientinnen und Patienten. Außerdem wollte ich einen Beruf lernen, in dem man mit Menschen arbeitet und gleichzeitig verantwortungsvolle Aufgaben übernimmt.

Was gefällt dir an deiner Ausbildung am meisten?

Am besten gefällt mir die Abwechslung. Kein Tag ist wie der andere. Ich arbeite in verschiedenen Bereichen – Radiologie, Strahlentherapie und Nuklearmedizin – und bekomme dabei einen sehr guten Einblick in das gesamte medizinische Spektrum. Besonders spannend finde ich den Umgang mit komplexer Technik und die Möglichkeit, wirklich etwas für die Gesundheit der Patientinnen und Patienten zu tun. Auch das Teamwork im Krankenhaus gefällt mir sehr, weil man ständig voneinander lernt. Ich bin komplett zufrieden mit meiner Ausbildung und sehr froh, dass ich mich genau für diesen Beruf entschieden habe.

Welche Tipps hast du für PASCH-Schülerinnen und -Schüler, die sich für eine Ausbildung in Deutschland interessieren?

Wenn man in Deutschland eine Ausbildung machen möchte, ist es vor allem wichtig, gut Deutsch zu können. Am Anfang ist vieles neu und ein bisschen schwierig, aber mit guten Deutschkenntnissen lernt man sehr schnell dazu. Während der Ausbildung soll man einfach motiviert und offen sein. Man muss keine Angst haben, Fehler zu machen – jeder versteht, dass wir noch in der Ausbildung sind und noch lernen. Niemand erwartet, dass wir alles sofort können. Mit Motivation, Freundlichkeit und etwas Geduld kommt man in Deutschland sehr gut zurecht und findet schnell seinen Platz.

Fachmann/-frau Restaurants und Veranstaltungsgastronomie

Junger Mann in Tracht

Nazar | © PASCH-net; Foto: privat

Nazar, 20 Jahre, Kirgisistan
PASCH-Schule: Sotylganow-Gymnasium, Schule 69, Bischkek
Ausbildungsort: Hotel Brunnerhof, Arnschwang
Dauer: 3 Jahre
Lernorte: Ausbildungsbetrieb und Berufsschule
Inhalte:

  • Tische decken und dekorieren
  • Gäste empfangen, Empfehlungen geben
  • Service am Tisch: Bestellungen entgegennehmen, Speisen und Getränke servieren, abräumen, Rechnung erstellen, kassieren
  • Barservice: Getränke zubereiten
  • Tagungen oder Veranstaltungen wie Hochzeiten, Weihnachtsfeiern etc. organisieren

Warum hast du dich für diese Ausbildung entschieden?

Ich kommuniziere gerne. Ich spreche sehr gerne mit den Gästen, egal über welches Thema. Ich bin immer froh, wenn ich alle Wünsche erfüllen kann. Die Arbeit ist sehr abwechslungsreich: Abendessen im Restaurant, Frühstücksdienst, Veranstaltungen, Bar, Weinkeller, Inventur, Küche, Rezeption oder Housekeeping. Und es gibt Trinkgeld für tollen Service.

Was gefällt dir an deiner Ausbildung am meisten?

Ich finde es toll, jeden Tag etwas Neues zu machen. Ich freue mich sehr über ein Lob von den Gästen, den Kolleginnen und Kollegen oder den Chefs. Ich mag gerne die Sitzplanung schreiben, Gäste empfangen und an der Bar einen Aperitif oder Cocktail mixen.

Welche Tipps hast du für PASCH-Schülerinnen und -Schüler, die sich für eine Ausbildung in Deutschland interessieren?

Sprachen öffnen Türen. Verbessere dein Deutsch. Sei mutig und hab keine Angst, dass etwas schiefgeht. Fehler gehören dazu. Auch wenn du etwas mal nicht schaffst, ist das kein Grund aufzugeben. Es gibt immer eine Chance. Sei fleißig und interessiere dich für deine Zukunft.

Pflegefachkraft

Eine junge Frau sitzt auf Strohballen und lächelt in die Kamera.

Alexa | © PASCH-net; Foto: privat

Alexa, 19 Jahre, Kolumbien
PASCH-Schule: Institución Educativa Inem Jorge Isaacs
Ausbildungsort: Halberstadt
Dauer: 3 bis 5 Jahre (Vollzeit/Teilzeit)
Lernorte: Pflegeschule und Krankenhaus bzw. stationäre oder ambulante Pflegeeinrichtung
Inhalte:

  • Arbeitsbereiche: Krankenpflege, Kinderkrankenpflege und Altenpflege
  • Grundpflege: Bei der Nahrungsaufnahme und Körperpflege helfen
  • Wunden versorgen, Infusionen durchführen, Blut entnehmen, Medikamente verabreichen etc. in Absprache mit den behandelnden Ärztinnen und Ärzten
  • Organisations- und Verwaltungsaufgaben übernehmen
  • Ambulante Pflege: auch Angehörige unterstützen und anweisen

Warum hast du dich für diese Ausbildung entschieden?

Mir war wichtig, etwas zu tun, das nicht nur mir selbst, sondern auch anderen hilft. In der Pflege sehe ich eine Aufgabe, die Herz, Verstand und Stärke braucht. Diese Ausbildung gibt mir die Möglichkeit, anderen in ihren schwierigsten Momenten beizustehen und ihnen Geborgenheit zu geben. Die Arbeit mit Menschen berührt mich sehr. Ihre Geschichten, ihre Herausforderungen und ihre kleinen Fortschritte geben mir Energie und Motivation.

Was gefällt dir an deiner Ausbildung am meisten?

Am meisten gefällt mir, dass ich jeden Tag etwas Neues lernen darf über Medizin, über Menschen und auch über mich selbst. Die Dankbarkeit, die man von Patientinnen und Patienten bekommt, selbst wenn sie nur in einem kleinen Lächeln steckt, ist unbezahlbar. Ich liebe es, dass dieser Beruf so vielseitig ist und dass man sowohl fachlich als auch menschlich wächst. Was nicht immer einfach ist, sind die körperlichen und emotionalen Belastungen. Manchmal wird es stressig, und manche Situationen sind traurig oder herausfordernd. Aber genau diese Erfahrungen machen die schönen Momente noch wertvoller und erinnern mich daran, warum ich diesen Beruf gewählt habe.

Welche Tipps hast du für PASCH-Schülerinnen und -Schüler, die sich für eine Ausbildung in Deutschland interessieren?

Mein wichtigster Tipp ist: Habt Mut und glaubt an euch. Eine Ausbildung in Deutschland ist am Anfang manchmal überwältigend: eine neue Sprache, eine neue Kultur, eine neue Verantwortung. Aber es lohnt sich. Lernt so viel Deutsch wie möglich, seid offen für Neues und habt keine Angst, Fragen zu stellen. Die Pflege ist ein Teamberuf, und niemand erwartet, dass man alles sofort kann. Wichtig ist, dass ihr engagiert seid und zeigt, dass ihr helfen wollt. Und noch etwas: Kümmert euch gut um euch selbst. Dieser Beruf ist wunderschön, aber er braucht Kraft. Nehmt euch Zeit zum Ausruhen, genießt die kleinen Erfolge und erinnert euch daran, warum ihr angefangen habt. Mit Fleiß, Herz und Durchhaltevermögen könnt ihr hier in Deutschland eine Zukunft aufbauen, auf die ihr stolz sein könnt.

Elektroniker(in) für Betriebstechnik

Pedro, 22 Jahre, Brasilien
PASCH-Schule: Centro Interescolar de Línguas I de Brasília - CIL 01
Ausbildungsort: Hammerwerk Fridingen GmbH
Dauer: 3,5 Jahre
Lernorte: Ausbildungsbetrieb und Berufsschule
Inhalte:

  • Arbeitsbereiche: Elektrische Energieversorgung, industrielle Betriebsanlagen oder Gebäudesystem- und Automatisierungstechnik
  • Anlagen überwachen, warten und reparieren
  • elektrische Bauteile installieren, Änderungen und Erweiterungen von Anlagen entwerfen
  • Systeme und Sicherheitseinrichtungen programmieren, konfigurieren und überprüfen
  • Montage und die Arbeit von Dienstleistern organisieren
  • neu installierte Anlagen übergeben und die Beteiligten einweisen

Warum hast du dich für diese Ausbildung entschieden?

Viele deutsche Ausbildungsprogramme für Brasilien sind überwiegend im Gesundheitsbereich. Das passt aber nicht zu mir. Deshalb habe ich mich sowohl für diese Ausbildung als auch für eine als Programmierer beworben, und schließlich habe ich hier die Chance bekommen.

Was gefällt dir an deiner Ausbildung am meisten?

Am meisten gefällt mir, dass ich dafür bezahlt werde, zu lernen und dadurch finanziell unabhängig bin. Außerdem finde ich das Thema sehr interessant und sehe darin gute Zukunftsperspektiven.

Welche Tipps hast du für PASCH-Schülerinnen und -Schüler, die sich für eine Ausbildung in Deutschland interessieren?

Informiert euch gut über die Ausbildung und überlegt, was kurzfristig und langfristig am besten zu euch passt. Der Anfang ist hart: neue Sprache, neues Umfeld, fast alles beginnt bei Null. Deshalb hilft es sehr, Menschen zu finden, die euch unterstützen, damit alles Schritt für Schritt leichter wird. Es ist anstrengend, die ganze Woche auf Deutsch zu sprechen und gleichzeitig etwas Komplexes in einer Fremdsprache zu lernen. Das kann ziemlich ermüdend sein. Zusätzlich ist es nicht immer leicht, weit weg von der Familie zu sein. Bereitet euch außerdem gut auf das Vorstellungsgespräch vor und versucht, einen guten Eindruck zu hinterlassen.

betriebseigen: hier: Software, die speziell für dieses Unternehmen programmiert wurde
in Betrieb nehmen: hier: eine neue Software in der Firma starten
einweisen: hier: einer Person zeigen, wie die Software funktioniert
warten: hier: sich darum kümmern, dass alles funktioniert
herausfordern: etwas, bei dem ich mich immer wieder anstrengen muss und was nicht einfach ist
weiterentwickeln: immer neue Dinge lernen und besser werden
der/ die Fachinformatiker(in) Anwendungsentwicklung: ein Beruf, in dem man Software programmiert
schrittweise: eins nach dem anderen machen
der Einstieg, die Einstiege: der Start
die Eigeninitiative, die Eigeneinitiativen: Wenn man selbst aktiv wird und nicht darauf wartet, dass eine andere Person einem sagt, was man tun soll.
bildgebend: eine Untersuchung, bei der man mit einer Maschine Bilder vom Inneren des Körpers macht
das Röntgenbild, die Röntgenbilder: eine Maschine, mit der man in den Körper schauen kann
der Apparat, die Apparate: eine Maschine
die Schutzmaßnahme, die Schutzmaßnahmen: Die Strahlen der Maschinen können gefährlich sein, daher muss man zum Beispiel spezielle Kleidung tragen, wenn man dort arbeitet. Das ist eine Schutzmaßnahme.
durchführen: hier: machen
verantwortungsvoll: eine Arbeit, bei der man seine Aufgaben sehr ernst nehmen muss, da Fehler schwerwiegende Folgen haben können
die Abwechslung, die Abwechslungen: hier: die Arbeit wird nie monoton oder langweilig
zurechtkommen: Wenn alles ganz gut läuft und man keine oder wenig Probleme hat.
zurechtkommen: Wenn alles ganz gut läuft und man keine oder wenig Probleme hat.
abräumen: Wenn man nach dem Essen das Geschirr vom Tisch wegträgt, räumt man ab.
die Tagung, die Tagungen: eine Konferenz, bei der viele Personen zusammenkommen, um über ein Thema zu sprechen
das Trinkgeld, die Trinkgelder: Geld, das man, wenn man in einem Restaurant oder Hotel arbeitet, extra von den Gästen bekommt, wenn diese zufrieden waren
schiefgehen: wenn etwas nicht funktioniert
die Pflegeeinrichtung, die Pflegeeinrichtungen: ein Ort, an dem alte und/oder kranke Menschen betreut werden
die Grundpflege: hier: Essen und Waschen
die Nahrungsaufnahme: das Essen
die Körperpflege: die Reinigung des Körpers, das Waschen und Zähneputzen
verabreichen: geben
die Geborgenheit: wenn man sich wohl fühlt
überwältigend: so viel, dass es fast zu viel ist
das Durchhaltevermögen: Wenn man nicht gleich aufgibt, wenn es Probleme gibt.
die Betriebsanlage, die Betriebsanlagen: hier: die Maschinen in der Fabrik
die Sicherheitseinrichtung, die Sicherheitseinrichtungen: alles, das dazu beiträgt, dass man dort sicher arbeiten kann
die/der Beteiligte, die Beteiligten: die Personen, die dann an den neuen Maschinen arbeiten
das Umfeld, die Umfelder: alles, was in meiner Umgebung ist: der Ort, wo ich wohne, die Arbeit, die Menschen