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Weltweit

Zurück in der Heimat – PASCH-Lehrkräfte berichten (4)

Balkon mit hölzernen Balkonmöbeln und vielen verschiedenen Grünpflanzen in Blumentöpfen
© privat

Heidi, Natia, Larissa und Uyanga haben ein Jahr an einer Schule in Deutschland verbracht. Nun sind sie in ihre Heimatländer zurückgekehrt und erzählen von ihren Erfahrungen dort. In diesem Teil stellen sie ihren Lieblingsort vor.

Heidi, Ägypten

Zurzeit sitze ich am liebsten auf meiner Terrasse, trinke eine Tasse Kaffee und höre meine Lieblingsmusik. Meinen Lieblingsort gibt es aber nur in meinem Kopf. In meinen Gedanken habe ich meine Heimat und alle damit verbundenen Erinnerungen stets bei mir.

Ich schließe meine Augen und was sehe ich?

Ich sehe das Haus, in dem ich laufen, sprechen und lachen lernte. Ich sehe das Kinderzimmer, in dem meine Schwester und ich bis spät in die Nacht Bücher lasen und kicherten.

Ich sehe meinen Schulweg. Ich sehe eine Person, die in dieser Stadt zu einer selbstbewussten Frau geworden ist.

Nach den vielen Reisen und Umzügen sehe ich eine Person, die nun erkennt, dass die Heimat so viel mehr als ein Ort auf der Welt ist. Man trägt seine Heimat im Herzen, egal, wo man sich gerade befindet. Man muss nicht ins Auto oder in den Zug steigen, um die Heimat zu besuchen. Man muss einfach die Augen schließen und sie fühlen.

Das ist mein Lieblingsrückzugsort, auf den ich mich immer verlassen kann.

Uyanga, Mongolei

  • Ein Kamel ruht vor einem schneebedeckten Gebirge und schaut in die Kamera
    © privat
  • Frau in Wanderkleidung steht im Gebirge
    © privat
  • Frau steht vor einem Gebirgssee und hebt die Hand zu einem Peace-Zeichen
    © privat
  • Ich werde oft gefragt, was mein Lieblingsort in der Heimat ist. Für mich ist „Heimat“ viel mehr als nur ein Dorf oder eine Stadt, in der ich lebe. Ich sehe mein gesamtes Land als meine Heimat an. Nun ist die Mongolei ein sehr großes Land mit vielen weitläufigen, zerklüfteten Landschaften, ein Naturreich, das wir als Nomadenkultur sehr schätzen.

    Mein Lieblingsort ist jene Landschaft, die mein Land, meine Heimat so einmalig macht. Ich fühle mich an jedem Ort wohl, wo ich weit und breit niemanden sehen und hören kann. Überall dort, wo keine Stadt, kein Dorf, nicht mal eine Jurte zu finden ist.

    Ich kenne zwar nicht jeden Winkel meiner Heimat. Trotzdem kann ich sagen, dass der weite Westen der Mongolei mein Lieblingslandstrich ist. Dort kann man die hohen Berge des Altai-Gebirges, rauschende Flüsse und wunderschöne Seen bewundern. Und das Beste: Ich habe dort keinen Handyempfang. Ich kann also wunderbar von der Hektik der Stadt und vom Stress im Alltag abschalten. Dann schlage ich mitten im Nichts mein Zelt auf, setze mich gemütlich hin und genieße bei einer heißen Tasse Kaffee die Aussicht. Einfach traumhaft!

    Larissa, Brasilien

  • Frau in rotem Oberteil sitzt auf einer Treppe aus bunten Kacheln, welche in den Farben der brasilianischen Flagge dekoriert ist
    © privat
  • Zwei Personen in weißen Oberteilen stehen zusammen, im Hintergrund fährt eine Seilbahn zum Zuckerhut
    © privat
  • Frau mit Sonnenbrille und rotem Oberteil seitlich fotografiert, unter ihr sieht man das Meer und viele Häuser
    © privat
  • In Deutschland wurde ich oft gefragt, ob ich schon einmal in Rio de Janeiro war. Zu meinem Bedauern musste ich immer „Nein“ sagen. Ich lebe in São Paulo und Rio de Janeiro liegt weit davon entfernt. Nach meiner Rückkehr aus Deutschland bin ich dann das erste Mal nach Rio geflogen. Die Stadt hat mich sofort verzaubert! Ich kann sehr gut verstehen, warum so viele Touristen dorthin reisen und warum Rio als einer der schönsten Orte der Welt gilt.

    Die Stadt verbindet alles, was ich mag: ein buntes Stadtleben, Berge, Natur, Parks, Seen und natürlich das Meer!

    In diesem Jahr haben meine Freunde aus Peru und ich einen Trip nach Rio gemacht und bald werde ich erneut mit Freunden aus Deutschland dorthin reisen. Nicht nur wegen der Strände und der berühmten Sehenswürdigkeiten wie dem Zuckerhut oder der Christusstatue lohnt sich ein Besuch. Auch die Museen, der Botanische Garten, die Restaurants und eine unbeschreibliche Stimmung aus Sonne, Samba und Sand faszinieren – ich kann es kaum erwarten, wieder dort zu sein!

    Natia, Georgien

  • Eine rote Hängematte ist zwischen zwei Bäumen in einem grünen Garten befestigt
    © privat
  • Rot-braunes, altes Backsteingebäude mit vier Fenstern. Daneben eine Holzfassade mit blickdichten Fenstern
    © privat
  • Mein Lieblingsort liegt tief verborgen im Herzen von Tiflis. Inmitten der historischen Altstadt steht ein gealtertes, aber unvergessliches Haus, direkt am Mtkvari-Fluss. Es ist mein Elternhaus, in dem zurzeit mein Bruder mit seiner Familie wohnt. Vor 46 Jahren habe ich es das erste Mal betreten und dann das gemütliche Nest nach 24 Jahren wieder verlassen. Das Haus ist zwar in die Jahre gekommen, aber für mich ist es das Sinnbild meiner sorglosen Kindheit.

    Damals hatten die Leute in unserem Stadtviertel Einfamilienhäuser mit großen Gärten. Auch wir hatten ein großes Grundstück mit verschiedenen Bäumen, Blumen und einer Hängematte. Bei schönem Wetter saßen wir gesellig mit Freunden und Verwandten im Garten. Uns stand das Glück ins Gesicht geschrieben.

    Nun sind viele Jahre vergangen und meine Eltern sind verstorben. Ich wohne in einem anderen Stadtviertel und habe meine eigene Familie. Die Erinnerung an das Haus wird aber immer in meinem Herzen bleiben. Wenn ich an Wochenenden Zeit habe, besuche ich meinen Bruder und wir sitzen wieder gesellig zusammen – diesmal mit einer neuen Generation, in unserem alten, aber stets herzerwärmenden Haus.

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