15. Januar 2020, Russland

Gespräche über Klimawandel und Umweltschutz in Russland

Diskussion zum Thema Klimaschutz
© Nelly Khuzina

Was ist eigentlich Klimawandel, was hat das für Konsequenzen und was kann ich dagegen tun? Darüber hat die kulturweit-Freiwillige Lina mit Zehnt- und Elftklässlern in Kaliningrad diskutiert. Ein Bericht.

„Seit fast zwei Monaten lebe ich jetzt schon im russischen Kaliningrad. Als kulturweit-Freiwillige arbeite ich an einem Gymnasium und unterstütze die Lehrkräfte im Deutschunterricht. Klimawandel und Umweltschutz sind für mich schon lange wichtige Themen. Ich lebe vegetarisch, versuche so wenig wie möglich Müll zu produzieren, interessiere mich für Fair Fashion und gehe für den Klimaschutz demonstrieren. In Deutschland ist Klimaschutz spätestens seit „Fridays For Future“ zu einem aktuellen Thema geworden. Schnell habe ich also gemerkt, dass das Thema Umwelt in Russland noch keine große Relevanz hat. Zum Beispiel gibt es hier in Kaliningrad keine Recyclinganlagen und generell wird in Russland der Müll selten getrennt. Wenn man einkaufen geht, bekommt man Plastiktüten, ob man will oder nicht, und in vielen Häusern findet man noch Zentralheizungen.

Es war eine Herzenssache für mich, mit den Schülern über Umweltschutz zu sprechen.

Europa im Jahr 2050

Zu Beginn meines kleinen Unterrichts haben wir darüber gesprochen, wie Klimawandel eigentlich entsteht, und was der Treibhauseffekt bedeutet. Danach ging es darum, was der Klimawandel für Konsequenzen für unsere Welt hat, und, um das zu verdeutlichen, gab es einen kleinen Blick in die Zukunft.

Wie könnte Europa im Jahre 2050 aussehen, wenn wir an unserem Verhalten nichts ändern? Konkret ging es also um Wetterextreme, Ressourcenschwund, Anstieg des Meeresspiegels, Waldbrände, Gletscherschmelze und so weiter.

Weiter ging es dann mit dem Online-Test „ökologischer Fußabdruck“. Der Test enthält Fragen zum Thema Konsum, Ernährung, Transport, Müll und Wohnraum. Am Ende des Tests erfährt man dann, die Ressourcen wie vieler Erden es bräuchte, wenn alle Menschen so leben würden, wie man selbst.

Die Resultate der Schüler waren sehr unterschiedlich. Von zwei bis zu sechs Welten war alles dabei.

Was kann ich im Alltag verändern?

Schüler zeichnen Plakate@ Nelly Khuzina

In unserer zweiten Stunde ging es mit mehr positiver Energie weiter. Was können wir in unserem Alltag verändern, um den Klimawandel nicht weiter zu unterstützen?

Dafür habe ich ein paar Kleinigkeiten von zu Hause mitgebracht. Stofftüten, um beim Einkaufen keine Plastiktüten zu verwenden. Eine Trinkflasche und einen Kaffeebecher, um Wasser wieder aufzufüllen und für Kaffee unterwegs keinen Plastikbecher kaufen zu müssen. Eine Zahnbürste aus Holz, die komplett kompostierbar ist, festes Shampoo und Seife. Eine Brotbüchse oder ein Einmachglas, um Lebensmittel oder Essen zu transportieren. Kleine Dinge also.

Am Ende der Stunde haben die Schüler noch Plakate zu den Themen Klimawandel und Umweltschutz gestaltet.

Für mich war es eine sehr schöne und lehrreiche Erfahrung mit den Schülern über Umweltschutz zu sprechen. Auch wenn sich vielleicht nicht alle Schülerinnen und Schüler sehr für das Thema interessieren, wenn auch nur einer von ihnen in Zukunft eine Trinkflasche mit in die Schule nimmt oder mit Stofftüten zum Einkaufen geht, wäre das ein großer Erfolg für mich.“

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