26. Juni 2019, Kroatien und Rumänien

„Wir können viel verändern!“ – European Union Youth Conference

Bruno Lupetina vor Ort
© Bruno Lupetina

Drei Tage lang haben 250 junge Menschen mit Mitgliedern Europäischer Institutionen und Regierungen diskutiert. PASCH-Schüler Bruno aus Kroatien war dabei. Ein Interview

Bruno, du bist Schüler an der vom Goethe-Institut betreuten PASCH-Schule in Pula und warst in Bukarest. Kannst du in zwei Sätzen zusammenfassen, was du dort gemacht hast?

In diesem Jahr hat in Bukarest, Rumänien, eine Europäische Jugendkonferenz stattgefunden. Wir haben über verschiedene Themen einen sogenannten „strukturierten Dialog“ geführt – ein Dialog für Jugendliche darüber, was sie für eigene Möglichkeiten haben, wie sie sich für andere einsetzen können und ihre Stellung in der heutigen Welt.

Welche Personen haben an dieser Veranstaltung teilgenommen?

Menschen von der ganzen Welt haben teilgenommen. Jugenddelegierte, Delegierte von Ministerien, Delegierte der Jungendorganisation und andere. Alle jungen Teilnehmenden zwischen 15 und 28 Jahren kamen ins Gespräch mit Delegierten der Regierung, der Europäischen Kommission, Ministerinnen und Ministern, Präsidenten von Organisationen – zum Beispiel dem Präsidenten des European Youth Forum – und Premierministern – zum Beispiel dem Premierminister für Jugend und Sport aus Rumänien. Der Minister hat eine Rede gehalten und wir Jugendlichen konnten Fragen stellen. Der Minister hat direkt geantwortet. So war es ein richtiger Dialog.

Aber es ging nicht einfach um Politik. Es war ein Seminar für junge Leute, die sich für die Stellung der Jugend einsetzen und sie verändern möchten. Die bessere Berufschancen und bessere Berufsbedingungen für Jugendliche bringen möchten.

Was waren konkrete Themen auf der Konferenz?

Wir haben gesprochen über „mental health“ (psychische Gesundheit) im Berufsleben und welche Probleme junge Menschen haben können. Was sind Lösungen für diese Probleme, wie kann man sie ändern. Wir haben auch Workshops gehabt. Zum Beispiel: Eine Seite war die Regierung, die andere die Jugenddelegierten. Auf einem Papier standen Probleme, die eine ausgedachte Welt in der Galaxie hat. Dieser Planet wurde von einem Meteor zerstört und alle Leute von diesem Planeten kommen auf unsere Erde und wir müssen gemeinsam eine Lösung finden. Damit sie in den Arbeitsmarkt finden. Die Probleme von ihnen wurden mit den Ministern der Regierung besprochen und wir mussten gemeinsam eine Lösung finden. Eine Idee ist, dass man nicht mit 18 Jahren, sondern mit 24 Jahren „Erwachsener“ ist und so mehr Zeit hat, einen Job zu finden, bessere Bedingungen und Hilfe von der Regierung bekommt. In diesen 24 Jahren kann der Jugendliche den besten Job finden. Geringer Lohn für junge Menschen, hohe Arbeitszeiten im Gegensatz zu älteren Erwachsenen war das Thema in einem anderen Workshop. Was ist eine Idee für die Lösung? Damit es bessere Arbeitszeiten gibt zum Beispiel.

Was ist dir wichtig bei der Berufssuche?

Wir haben viele Möglichkeiten und können einen passenden Beruf für uns finden. Das Wichtigste sind die richtigen Bedingungen in einem Beruf: Bezahlung in dem Beruf und eine gute und positive Atmosphäre in dem Beruf, wo jeder dem anderen hilft, wo alle miteinander kommunizieren und Erfahrungen teilen. Du kannst nicht arbeiten, wenn du eine schlechte Umgebung hast.

Wie sah ein typischer Seminartag aus?

Wir Teilnehmenden hatten anderthalb Stunden Programm, dann eine halbe Stunde Pause, wieder anderthalb Stunden Programm und so weiter. Es gab viele Workshops. Ich habe drei Workshops gemacht, das war das Maximum. Ein Tag als Beispiel: Wenn der Vormittag vorbei war, gab es um 14 Uhr einen Workshop bis 15:30 Uhr, dann eine Kaffeepause bis 16 Uhr und dann von 16 Uhr bis ungefähr 18 Uhr einen anderen Workshop. Jeder Workshop hatte 10 bis 15 Leute, also alle waren auf verschiedene Workshops aufgeteilt. Man durfte selbst auswählen, welche man machen möchte.
 
Bunter Austausch© Bruno Lupetina

Was war dein bestes Erlebnis?

Ich habe Bekanntschaft mit einer Schwedin gemacht. Sie war Präsidentin einer Jugendorganisation aus Schweden und auch Jugenddelegierte. Wir sind Freunde geworden und haben am Ende auch ein Mittagessen am Flughafen zusammen gehabt. Wir haben sehr viel miteinander gesprochen, haben die Situation in Kroatien und die Situation in Schweden verglichen. Das waren also meine besten Dinge auf der Konferenz: neue Freunde finden, neue Erfahrungen machen und diese in meinem Land umsetzen.

Wie möchtest du umsetzen, was du bei der Veranstaltung gelernt hast?

Was ich machen kann, ist eine Initiative starten in Pula, eine Organisation. Viele Jugendliche können kommen und Mitglied werden. Zusammen können wir Probleme auf den Tisch bringen und Ideen und Lösungen suchen und mit diesen Ideen zum Bürgermeister gehen.

Mit welcher Erkenntnis gehst du aus diesen Tagen heraus?

Als Jugendlicher habe ich erfahren, was man alles machen kann und welche positiven Ergebnisse man erzielen kann und dass sogar neue, gute Gesetze für die Zukunft – z.B. für bessere Berufe und Positionen – entstehen können. Das Gesetz ist ein Fundament. Es ist die Grundlage für junge Menschen und eine bessere Zukunft.

Ich habe gelernt, was der beste Weg ist, Probleme anzugehen und Lösungen zu finden. Ich habe gelernt, dass, wenn wir ein Problem haben, wir uns das Problem ansehen und darüber diskutieren müssen. Ich habe auch gelernt, dass Jugendorganisationen einen sehr großen Effekt haben und dass wir alle gemeinsam sprechen müssen. Einer für alle, alle für einen!

Flagge EUYC Wenn du jetzt im Radio wärst und dich an alle Jugendlichen deines Landes wenden könntest: Mit welchem Aufruf würdest du sie ansprechen, damit sie verstehen, wie wichtig ihre Meinung und ihr Engagement ist?

Die Welt baut auf die Jugend. Ihr seid die Zukunft, ihr müsst die Welt am Leben erhalten.

Die Jugend hat einen großen Effekt in der Welt, wir können viel verändern!

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