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16. Dezember 2019, Japan: Theater-Workshop mit Sätzen zum Sitzen und Setzen

Sitzen oder Setzen?
In einem zweitägigen Workshop der Theaterpädagogin Anne Zühlke am Goethe-Institut Tokyo haben PASCH-Schülerinnen und -Schüler originelle Kurztheaterstücke erstellt und später auf großer Bühne präsentiert.


„Am Anfang war der Stuhl“ – der einleitende Satz der 30-minütigen Vorstellung deutete schon einen kreativ-komischen Inhalt an.

Anhand von vorgegebenen Texten wie Loriots „Ich will hier nur sitzen“ oder deutschen Redewendungen, die vom Wort „sitzen“ handeln, gab die Referentin Anne Zühlke den jungen Deutschlernenden nicht nur einen tieferen Einblick in die deutsche Sprache, sondern vermittelte auch die Wichtigkeit von non-verbaler Kommunikation und Konnotationen, die durch unterschiedliche Tonlagen oder -höhen entstehen.

Theater und Spaß mit Loriot

Der erste Tag begann mit Warmmachübungen, wie zum Beispiel mit einem dynamischen Kennenlernspiel oder der Nutzung von Stühlen für die ersten kleinen Choreografien. Bei der Übung „Shibuya“ zum Beispiel mussten alle Schülerinnen und Schüler die Stühle in die Luft heben und, wie bei der berühmten Kreuzung in Shibuya, chaotisch durcheinander laufen.
Nach den Warm-ups und der Übung am bereits vorbereiteten Stoff erstellten die Schülerinnen und Schüler im nächsten Schritt kleine Choreografien. Vor allem die Rolle des Stuhls war hier interessant. In keiner Übung des Tages wurde der Stuhl lediglich als einfaches Sitzmittel genutzt, sondern immer mit einer besonderen sprachlichen Bedeutung. Der Tag endete mit einer letzten Einübung von Loriots „Ich will hier nur sitzen“.

Unterhaltsame Aufführung

Der zweite Tag unterschied sich im Ablauf vom vorherigen Tag. Die einzelnen eingeübten Szenen des Vortages wurden nun aneinandergehängt und mehr und mehr kristallisierte sich das finale Theaterstück heraus. Beim Einüben der unterschiedlichen Szenen spielte Musik ebenfalls eine große Rolle, die als Signal der einzelnen Stücke fungierte. Die Schülerinnen und Schüler machten enorme sprachliche Fortschritte. Auch ihre Aussprache verbesserte sich stetig und Rückfragen, sowohl sprachliche als auch inhaltliche, nahmen zu. Mit dem Selbstvertrauen wuchsen Spaß und Motivation.


Am Abend des zweiten Workshop-Tages präsentieren die Jugendlichen ihre Ergebnisse und es hieß „Vorhang auf: Am Anfang war der Stuhl“. Die Redewendungen mit „sitzen“ brachten viele Lacher und die eigens erdachten Sequenzen viel Applaus. Die Loriot-Sequenz und der abschließende erboste Aufschrei „Ich will hier nur sitzen!“ beendete die 30-minütige Vorstellung und Erleichterung machte sich unter den Teilnehmerinnen und Teilnehmern breit, die vor der Bühnenpräsentation doch etwas nervös gewesen sind.
Anne Zühlke arbeitet bereits seit 1992 als Regisseurin und hielt 2018 am Goethe-Institut einen Theaterworkshop mit gleichem Erfolg ab.

Teilnehmende des PASCH Theaterworkshop
Christian Steger
PASCH-Koordinator
Goethe-Institut Tokyo


Dezember 2019
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