Archiv 2018

„Laboradio“: ein Schulradioprojekt im Senegal

Caren Bredin im Gespräch mit Schülerinnen und Schülern
Nicht nur aus allen Landesteilen Senegals, sondern auch aus Deutschland kommen die Schülerinnen und Schüler, die sich Ende November zum Schulradio-Atelier auf der Île de Gorée vor der Küste Dakars treffen.


Unter der Projektleitung von Caren Bredin vom Goethe-Institut Senegal soll in den nächsten zehn Tagen der Grundstein für ein langfristig angelegtes, bilinguales Schulradioprojekt gelegt werden: für das Laboradio!

Die ruhige Insel und das Gelände der Maison d’Eduation Mariama Bâ bieten den perfekten Ort für unseren Workshop. Nach ersten Spielen zum Kennenlernen werden Gruppen gebildet: Immer ein Radioexperte aus Waldkirch arbeitet zusammen mit drei senegalesischen und deutschen Schülerinnen und Schülern.
 
Konzentriertes Arbeiten an den Beiträgen
 
Die Themenwahl ist vielfältig: Es soll um den Klimawandel gehen, um Musik, Freizeitaktivitäten oder Immigration. Mit der Festlegung von Leitfragen beginnt dann die eigentliche Arbeit: Zuerst gehen die Schülerinnen und Schüler auf Jagd nach Original-Tönen. Mit Aufnahmegeräten ausgestattet ziehen sie in ihren Gruppen über die Insel und interviewen Touristen, Einheimische oder auch mal die besten Freunde. Die so gewonnenen O-Töne müssen nun selektiert, geschnitten, bearbeitet und in sogenannte Manteltexte verpackt werden. Das ist eine Menge Arbeit, der die Schülerinnen und Schüler nun drei Tage lang nachgehen – nur unterbrochen von Kaffeepausen und kleinen Energizern.
 
Extra Input gibt es, als wir nach Dakar fahren, um drei Radiosender zu besuchen. Die Schülerinnen und Schüler werden durch die Studios geführt, sprechen mit Moderatoren, Journalistinnen und Praktikanten und dürfen teilweise auch mal selbst in den Aufnahmeraum. Wieder auf Gorée, wird ein professionelles Casting abgehalten, um aus den 32 Schülerinnen und Schülern die drei Live-Moderatorinnen und -Moderatoren für unsere Sendung zu finden. Währenddessen arbeitet unser deutscher Musiklehrer und Jingle-Spezialist Wolfgang Faller an seiner Jingle-Komposition auf den Namen unseres Projekts: „Laboradio!“.
 
Besuch einer Radiostation in Dakar
 
Halbzeit: Für unseren Länderabend stehen schon gegen Mittag die Trommeln bereit. Am Abend wird ein kleiner Weihnachtsbaum aufgestellt, die Drehorgel spielt ihr Lied, traditionelle Werkzeuge und Instrumente aus der Casamance werden präsentiert und natürlich wird auch getanzt.
 
Am Donnerstag nimmt das Arbeitstempo deutlich Fahrt auf. Alle Schülerinnen und Schüler werden in die Jingle-Aufnahme eingebunden und unser Techniker Michael Ohnemus führt das Mischpult vor und bereitet alles für die Generalprobe vor. Während die Moderatorinnen und Moderatoren fleißig an ihren Texten schreiben, beraten die Schülerinnen und Schüler in der Musikredaktion über die passenden Tracks für unsere Sendung: darunter natürlich deutsche und senegalesische Hits. Als unsere übermüdeten, aber glücklichen Moderierenden schließlich zur Generalprobe bereit sind, machen uns die fertigen Beiträge gekoppelt mit Musik und Live-Moderation natürlich stolz wie Oskar.
 
Unsere Moderatorin Anna bei der Live-Sendung
 
Voller Vorfreude bricht die ganze Gruppe, gekleidet in druckfrischen „Laboradio“-T-Shirts, am nächsten Morgen zum Lycée Galandou Diouf in Dakar auf. Nach gut einer Woche harter Arbeit bekommen sowohl die Schülerinnen und Schüler aus dem Radioworkshops als auch die Lernenden des Lycées zum ersten Mal die fertige Sendung zu hören. Die Ausstrahlung läuft wie am Schnürchen und erntet viel Beifall – genau wie der gesamte Workshop, der von den Schülerinnen und Schülern beinahe ausschließlich positives Feedback erhält.
 
Die ganze Laboradio-Crew
 
Nach getaner Arbeit blicken wir beim abschließenden Ausflug zurück auf eine Zeit voller Austausch, mit konstruktivem Schaffen und viel Spaß. Beim tränenreichen Abschied versichern wir uns gegenseitig: 2019 geht es in Abidjan weiter!
 
19.12.2018
Franziska Beier, Clara Schmidt und Nora Spieles, kulturweit-Freiwillige,
Goethe-Institut Senegal
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