Archiv 2018

Terrakotta, A-Cappella und ein Internet-Star aus NRW

Die Teilnehmenden der 8. Nationalen Deutscholympiade singen den NDO-Song
Am 14. und 15. April 2018 fand in der chinesischen Stadt Xi‘an die 8. Nationale Deutscholympiade statt. Die beiden Gewinnerinnen vertreten China auf der Internationalen Deutscholympiade in Freiburg. 


Im Jahr des zehnten PASCH-Jubiläums 2018 war die Fremdsprachenschule der alten Kaiserstadt Xi’an Austragungsort der 8. Nationalen Deutscholympiade (NDO) in China. Xi’an war einst der Endpunkt der Seidenstraße und ist berühmt für die nahegelegene Terrakotta-Armee sowie seine 12 Meter hohe Stadtmauer.Die landesweit 65 besten Deutschlernenden traten auf den Niveaustufen A2, B1 und B2 gegeneinander an.

Nach den schriftlichen Prüfungen und den mündlichen Vorrunden schafften es insgesamt 21 Teilnehmende ins Finale. In neu zusammengesetzten Gruppen beschäftigten sie sich auf Deutsch mit Themen wie „Die Stadt der Zukunft“, „Bike-Sharing“ und „Roboter im Alltag“. Ihre Ergebnisse präsentierten die Finalisten vor der Jury und den Gästen. „Da wir die erste Gruppe waren, waren wir alle sehr nervös“, berichtet Teilnehmer Lu Peizhou von der World Foreign Language Academy in Shanghai. „Die Zusammenarbeit bei der Gruppenpräsentation hat mir viel gebracht und ich habe neue Freunde kennengelernt.“

Teilnehmende der 8. Nationalen Deutscholympiade während der mündlichen Vorrunde

Die Gewinnerinnen fahren nach Freiburg

Die achtköpfige Jury zeigte sich beeindruckt von den Leistungen. Nach dem Finale lobte Steffi Stadelmann vom Goethe-Institut China: „Das hohe Sprachniveau hat mich wirklich überrascht und beeindruckt. Und auch die Zusammenarbeit in den Gruppen war sehr gut.“ Dementsprechend schwer fiel der Jury die Entscheidungsfindung. „Die Teilnehmenden liegen extrem eng beieinander“, sagt Stefany Henderson, von der Zentralstelle für das Auslandsschulwesen.

Am Ende kürte die Jury Zhao Danqi von der World Foreign Language Academy in Shanghai und Chen Xueke von der Fremdsprachenschule Wuhan zu den Gewinnerinnen. Die beiden Schülerinnen werden China vom 15. bis 28. Juli 2018 auf der Internationalen Deutscholympiade (IDO) in Freiburg vertreten. „Die IDO wird bestimmt toll“, sagt Chen Xueke. „Man verbringt zwei Wochen in Deutschland und kann Leute aus aller Welt kennenlernen.“ „Ich nehme auf jeden Fall mein FC-Bayern-Shirt mit auf die Reise nach Deutschland“, lacht Zhao Danqi. „Vielleicht können die Spieler darauf unterschreiben.“

Gruppenpräsentation im Finale

Aus Bamberg nach Xi‘an

Eigens für die NDO war die A-Cappella-Gruppe Quintessenz aus Bamberg nach Xi’an angereist. Dort führten sie einen Musik-Workshop für die Jugendlichen durch. Quintessenz-Sänger Veit ist in Deutschland Musiklehrer: „In Deutschland sind die Schülerinnen und Schüler quirliger, um nicht zu sagen störender“, verrät er lachend. Bereits im September 2017 war die Band durch mehrere chinesische Schulen getourt. „Es war beeindruckend zu sehen, wie riesig die Schulen sind“, so Veit. „Eine Sporthalle für 5000 Schüler, das ist schon abgefahren.“ Am Abend gaben Quintessenz ein einstündiges Konzert für alle NDO-Teilnehmenden und Gäste. Nach dem Konzert nahmen sich die Fünf noch Zeit zum Autogrammeschreiben.

Selfies mit Afu

Für Aufregung unter den NDO-Teilnehmenden sorgte Video-Blogger Afu. Der Rheinländer ist in China ein Internet-Star. Afu heißt mit bürgerlichem Namen Thomas Derksen und lebt seit drei Jahren in Shanghai. Im Blog berichtet er von seinen Erfahrungen als Deutscher in China. Für sein neustes Video begleitete er zwei Schüler zur NDO. „Ich möchte noch mehr chinesischen Schülern und Eltern zeigen, wie viel Spaß die deutsche Sprache macht und dass man dadurch auch sehr gute Zukunftschancen hat“, sagt Afu. Nicht nur die Schülerinnen und Schüler standen Schlange für Selfies mit Afu, auch den Deutschlehrerinnen der Fremdsprachenschule Xi’an war die Begeisterung über den prominenten Gast deutlich anzumerken. „Ich hoffe, dass ich ein kleiner „Botschafter“ für deutsche Kultur und Sprache in China und für die chinesische Sprache und Kultur in Deutschland sein kann“, so Afu weiter. „In beide Richtungen.“
07.05.2018
Claudia Kolbe, Goethe-Institut China
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