Wissen und Umwelt

Erfinderland Deutschland – Baukasten Forschung

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Welche berühmten Erfindungen gibt es in deinem Land? Gibt es eine Erfindung, die dich besonders beeindruckt? Warum?

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Junge mit Hut und Hosenträgern hält sich Dosentelefon ans Ohr
xavier gallego morel © fotolia.com
Junge mit Hut und Hosenträgern hält sich Dosentelefon ans Ohr

Einleitung

​Telefon, Auto oder Computer – viele Erfindungen kommen aus Deutschland. Wir zeigen Beispiele aus einer Ausstellung, die das Goethe-Institut in Kooperation mit Fraunhofer-Gesellschaft und Max-Planck-Gesellschaft dem Erfinderland Deutschland widmet.

Im Fokus der Ausstellung stehen dabei sowohl historische Entdeckungen als auch zukunftsweisende Innovationen aus den Bereichen Informatik, Energie, Kommunikation, Mobilität, Medizin, Optik und Material.

Die Ausstellung reist seit 2015 mit zwei Exemplaren um die Welt. 2021 ist sie in Ägypten und Weißrussland zu sehen.

Plakatausstellung zum Ausleihen

Die begleitende Posterausstellung „Erfinderland Deutschland“ (16 Plakate im Format A1) kann von PASCH-Schulen am örtlichen Goethe-Institut ausgeliehen werden.

Mann sitzt auf dem Boden, schaut auf sein Tablet und hält in der anderen Hand einen Kaffee

1/7 Kommunikation

Die Welt im Wohnzimmer

Manfred von Ardenne mit dem ersten Fernseher, 1931 Manfred von Ardenne mit dem ersten Fernseher, 1931 | © bpk/Bayerische Staatsbibliothek/Robert Bennecke

Moderne Fernseher  liefern Bilder in Kino-Qualität. Die digitalen TV-Geräte stehen damit am Ende einer langen  Entwicklung, die 1931 beginnt. Damals präsentiert Manfred von Ardenne auf der  Funkausstellung in Berlin die erste elektronische Fernsehanlage. Die Apparatur besteht aus einer  Kathodenstrahlröhre, auch Braunsche Röhre genannt. In ihr projiziert ein Elektronenstrahl Bildpunkte auf eine mit  Leuchtstoff beschichtete Glasscheibe. Das Publikum ist begeistert – selbst die New York Times berichtet auf der Titelseite über die Erfindung. 

Manfred von Ardenne ist ein  herausragender Erfinder: Schon mit 16 meldet er das erste  Patent an, als er 1997 stirbt, hält er etwa 600 Erfindungen und Patente aus unterschiedlichsten Bereichen.

Musik für die Hosentasche

Musik immer und überall – MP3 macht´s möglich Musik immer und überall – MP3 macht´s möglich | berc © fotolia

Ob beim Sport, in der U-Bahn, im Urlaub – die Lieblingsmusik ist heute immer mit dabei. Ein kleiner MP3-Player bietet Platz für Tausende von Songs. Möglich wird dies durch eine Entwicklung des Fraunhofer-Teams um Karlheinz Brandenburg:

Das Audiocodierverfahren MP3 orientiert sich an den  Eigenschaften des menschlichen Gehörs. Musikteile, die wir gut hören, werden besonders detailliert gespeichert; Frequenzen, die für uns nicht  wahrnehmbar sind, werden  eingespart. Die zu speichernde Datenmenge lässt sich so um 90 Prozent reduzieren. Die ersten MP3-Player kommen in den 1990er-Jahren auf den Markt.

Das erste Telefon

Die Abbildung zeigt den deutschen Physiker und Erfinder Johann Philipp Reis (1834-1874 ). 1860 entwickelte er die elektrische Sprachübermittlung, das Telefon. Die Abbildung zeigt den deutschen Physiker und Erfinder Johann Philipp Reis (1834-1874 ). 1860 entwickelte er die elektrische Sprachübermittlung, das Telefon. | © picture-alliance / dpa

Kommunizieren über weite Distanzen – das wollen auch schon die Menschen im 19. Jahrhundert. Zahlreiche Forscher experimentieren damals mit elektrischen Apparaten, um  Sprache zu übertragen. Der  Durchbruch gelingt 1861 dem Deutschen Philipp Reis.

Das erste Telefon besteht aus einer  Ohrmuschel aus Holz, die mit  Tierdarm  bespannt ist. Gesprochene Worte  versetzen diese Membran  in Schwingung und verändern so den  Druck zwischen einem Metallplättchen und einem  Draht. Das führt zu Variationen im Stromfluss, der an den Empfänger weitergeleitet und dort über einen Verstärker wieder in Töne verwandelt wird. 

Reis stirbt 1874, ohne je ein Patent auf seine Erfindung angemeldet zu haben; das erhält am 7. März 1876 Alexander Graham Bell in den USA.

Cloud-Security-Lab

2/7 Informatik

Die Geburt des Computers

Der Erfinder des ersten Computers der Welt, Professor Konrad Zuse, mit seinem Nachbau, des sogenannten Z 1, im Berliner Museum für Verkehr und Technik. Der Erfinder des ersten Computers der Welt, Professor Konrad Zuse, mit seinem Nachbau, des sogenannten Z 1, im Berliner Museum für Verkehr und Technik. | © picture-alliance / dpa

Der erste Computer der Welt steht im Wohnzimmer der Familie Zuse in Berlin. Sohn Konrad hat gerade sein Studium als Bauingenieur  abgeschlossen, als er 1935 beginnt, eine programmierbare Rechenmaschine zu bauen. Die Z1 hat die Größe eines Doppelbetts und ist sehr  störanfällig Regelmäßig  klemmen die mechanischen  Schaltwerke. Beim  Nachfolgemodell ersetzt Zuse sie deshalb durch Relais, elektromagnetische Schalter.

Aber erst die dritte Version, die Z3, ist wirklich  funktionstüchtig und damit der erste programmierbare Rechner der Welt. Schon 1949 gründet Konrad Zuse mit der Zuse KG die erste deutsche Computerfirma – doch der wirtschaftliche Erfolg  bleibt aus.

Industrie 4.0

Mann steht in einer Fabrik und betrachtet sein Tablet In der Fabrik von morgen ist alles miteinander vernetzt. | © picture alliance/dpa

Dampfmaschine Fließband, Informationstechnologien – drei revolutionäre Veränderungen hat die Arbeitswelt bereits erlebt. Nun stehen wir am Beginn der vierten. Die Vision von Industrie 4.0 ist die intelligente Fabrik: Maschinen,  Werkstücke und Transportmittel sind über Sensoren, Aktoren und winzige Rechner miteinander und mit dem Internet vernetzt. So können sie ständig Informationen austauschen. Produktion und Logistik werden optimiert, Produkte individuell an den Kundenwunsch  angepasst. Dazu arbeiten Maschinenbauer, IT-Experten und Logistiker interdisziplinär zusammen.

Mädchen mit Bauhelm und Notizblock vor einem Windrad

3/7 Energie

Windkraft optimal nutzen

Windkraftanlage, Foto von oben Bei modernen Windkraftanlagen sorgen optimierte Flügelprofile für einen hohen Wirkungsgrad. | Keystone © picture alliance

Wie viel Energie kann eine Windkraftanlage gewinnen? Schon 1919 errechnet der  Strömungsforscher Albert Betz, dass es unmöglich ist, mehr als 59 Prozent der Windkraft in nutzbare Energie umzuwandeln. Um möglichst nahe an diesen Wert heranzukommen, untersucht der Göttinger Wissenschaftler verschiedene Flügelprofile im Windkanal. Bereits in den 1930er-Jahren entwickelt er zusammen mit Kurt Bilau optimale Flügel für Windkraftanlagen.

Das dynamoelektrische Prinzip

Mann in Schutzkleidung geht in einem Kraftwerk zu einem gelben Generator Überall, wo mechanische Energie in elektrische Energie umgewandelt wird, werden Generatoren benötigt – auch in modernen Kraftwerken. | © picture alliance/dpa

Energie für alle? Daran ist vor 150 Jahren noch nicht zu denken. Denn um Energie über größere Distanzen zu transportieren, muss man sie in Strom umwandeln. Und dazu braucht man einen Generator. Verschiedene Forscher experimentieren zur damaligen Zeit mit solchen Apparaten, die durch Rotation eines elektrischen Leiters in einem Magnetfeld Bewegungsenergie in elektrische Energie  übersetzen.

Doch erst 1866 gelingt dem Ingenieur Werner von Siemens der Durchbruch. Seine dynamoelektrische Maschine funktioniert nach dem Prinzip der „Selbsterregung“: Sie benötigt keine initiale Stromzufuhr von außen, sondern nutzt den Restmagnetismus im Elektromagneten. Diese reicht aus, um eine zunächst schwache Spannung zu induzieren. Dadurch fließt Strom, der den Magnetismus weiter verstärkt. So lassen sich das Gewicht der Maschine um 85 Prozent und der Preis um 75 Prozent reduzieren. Die Grundlage für die fläckendeckende Versorgung mit Strom ist geschaffen. Dies ist nur eine von vielen innovativen Ideen, die den Grundstein für den weltweiten Erfolg des Siemens-Konzerns legen.

Sonne auf den Punkt gebracht

Ansicht eines Konzentrator-Moduls Sonne auf den Punkt gebracht | © Fraunhofer

Im Sommer 2014 stellen Forscher am Fraunhofer-Institut für Solare Energiesysteme einen Weltrekord auf: Ihr Solarmodul erreicht einen Wirkungsgrad von 36,7 Prozent!

Dieses sogenannte Konzentrator-Modul besteht aus Linsen, die das Sonnenlicht bündeln, sowie den darunterliegenden besonders effizienten Solarzellen. Diese Vierfach-Solarzellen sind aus mehreren  Halbleiterschichten aufgebaut, die unterschiedliche Wellenlängen des Sonnenlichts absorbieren. Sie nutzen also ein breiteres Spektrum des Sonnenlichts als klassische Solarzellen aus Silizium.

Mann fährt auf seinem Fahrrad auf einer Brücke im Sonnenuntergang

4/7 Mobilität

Deutschland – eine Autonation

Ausfahrt mit dem Benz Patent-Motorwagen Nummer 1, 1888 Ausfahrt mit dem Benz Patent-Motorwagen Nummer 1, 1888. | © picture alliance

Das erste Auto fährt auf drei Rädern. Der 1886 von Carl Benz angemeldete Patent-Motorwagen Nummer 1 ist mit einem Verbrennungsmotor ausgestattet und damit der Urvater aller „Benziner“. Die erste längere Fahrt damit unternimmt eine Frau: Anfang August 1888 fährt Bertha Benz von Mannheim nach Pforzheim und zurück.

Nach anfänglicher Skepsis wird das Auto Anfang des 20. Jahrhunderts zum beliebten Statussymbol. Mit dem deutschen Wirtschaftswunder der 1950er- und 60er-Jahre steigt die  Nachfrage – allein der VW Käfer wird über 21 Millionen Mal gebaut. Deutsche Automobilhersteller gehören bis heute zu den erfolgreichsten der Welt. Produziert werden zunehmend auch Elektro- und Hybridautos – die Technologien der Zukunft.

Denkende Autos

Ein Auto weicht einem Ball auf der Fahrbahn aus Ein Ball auf der Fahrbahn – das Auto denkt mit und weicht aus. | © Fraunhofer
Glatteis ​Aquaplaning, ein plötzlicher  Stau, Fußgänger auf der Fahrbahn: Der Straßenverkehr ist voller Gefahren. Der Mensch  erfasst die Situation intuitiv und reagiert – aber oft nicht schnell genug.

Um das Autofahren sicherer zu machen, arbeiten die deutschen Automobilhersteller zusammen mit Wissenschaftlern und Wissenschaftlerinnen an Fahrerassistenzsystemen. Diese erstellen zum Beispiel mit Radar, Video und Ultraschall ein Bild der Umgebung, der Bordcomputer  wertet die Daten  aus, warnt den Fahrer oder aktiviert Notbremse und  Antiblockiersystem. So lassen sich nicht nur Unfälle  vermeiden, sondern auch die technischen  Voraussetzungen schaffen für das komplett automatisierte Fahren der Zukunft.

Leben retten mit Luft

Dummy während eines Crashtestes Der Crashtest zeigt: Der Airbag erhöht die Sicherheit der Passagiere im Auto | fStop © picture alliance

1951  meldet der Münchner Erfinder Walter Linderer den Airbag  zum Patent an: einen „Behälter in zusammengefaltetem Zustand, der sich im Falle der Gefahr automatisch aufbläst“. Aber erst in den 1960er-Jahren, als die Unfallzahlen im Verkehr stark steigen, beginnt man mit der technischen Umsetzung. Diese  erweist sich jedoch als schwieriger als gedacht. Auch wirtschaftlich ist der Airbag zunächst eher ein Misserfolg.

Doch die Sicherheit  setzt sich durch: Das erste deutsche Auto mit  serienmäßigem Airbag ist 1981 ein S-Klasse-Mercedes. Heute sind moderne Autos mit mehreren Airbags  ausgestattet.

Kleines Mädchen hält einen Schmetterling

5/7 Medizin

Ein neuer Impfstoff gegen Tbc

Ein Forscher und eine Forscherin arbeiten im Labor Ein wichtiges Ziel ist auch eine verbesserte Diagnostik der Tuberkulose | Jonas Steengaard © Max-Planck-Institut für Infektionsbiologie

Auch heute noch ist ein Drittel der Weltbevölkerung mit Tuberkulose- Erregern infiziert. Betroffen sind vor allem Menschen in den ärmeren Ländern. Weil ihr Immunsystem durch schlechte Ernährung oder andere Krankheiten geschwächt ist,  bricht die Tuberkulose bei ihnen besonders häufig  aus. Die Therapie ist oft langwierig und schwierig, da viele Erreger resistent sind gegen die  verfügbaren Medikamente.

Stefan Kaufmann und sein Team vom Max-Planck-Institut für Infektionsbiologie arbeiten derzeit an einem neuen Impfstoff. In Südafrika haben sie ein eigenes Forschungszentrum gegründet, an dem Strategien gegen HIV und Tuberkulose entwickelt werden.

„Wunderpille“

Eine Flasche Aspirin mit dem Wirkstoff in Pulverform Zu Beginn kommt Aspirin noch in Pulverform auf den Markt | © Bayer Health Care

Schon seit Urzeiten nutzen die Menschen den  Sud der  Weidenrinde, um  Schmerzen zu stillen und  Fieber zu senken. Den Stoff, der für die Wirkung verantwortlich ist, entdeckt der Chemiker Felix Hoffmann von der Firma Bayer 1897 eher zufällig: Aus Salicylsäure und Essig gewinnt er Acetylsalicylsäure (ASS).

1899 bringt Bayer das neue Medikament unter dem Namen Aspirin auf den Markt, zunächst als  Pulver, bald auch als Tablette. Doch ASS  wirkt nicht nur gegen Schmerzen, Fieber und  Entzündungen: Indem es das Blut flüssiger macht, beugt es auch Gefäßverschlüssen und damit  Herzinfarkt und  Schlaganfall  vor.

Aspirin wird zum bekanntesten Medikament der Welt; weltweit werden jährlich Milliarden Tabletten davon verkauft.

Unbekannte Strahlen

Zeichnung einer Untersuchung eines Jungen mit Röntgenstrahlen, um 1900 Untersuchung mit Röntgenstrahlen, um 1900 | © picture alliance/akg images

Niemand kann einen Menschen  durchleuchten, sein Skelett  sichtbar machen, ohne ihn zu  verletzen – zumindest nicht bis zum 8. November 1895. An diesem Tag entdeckt der Physiker Wilhelm Conrad Röntgen durch  Zufall eine neuartige  Strahlung, die er „X-Strahlen“ nennt.

Für die Medizin ist die  Entdeckung von revolutionärer Bedeutung: Die Strahlen – die im Deutschen später Röntgenstrahlen genannt werden –  eröffnen völlig neue Möglichkeiten der Diagnose.

Röntgen erhält 1901 den allerersten Nobelpreis für Physik. Auf ein Patent  verzichtet er – seine Entdeckung soll dem  Wohl der ganzen  Menschheit dienen.

Mädchen am Mikroskop

6/7 Optik

Die Entdeckung der Viren

Forscherin arbeitet an einem Elektronenmikroskop Modernes Elektronenmikroskop | © Max-Planck-Institut für Kolloid- und Grenzflächenforschung/Bastian Ehl

Ebola, Aids,  Pocken Masern, Grippe – viele gefährliche Krankheiten werden durch Viren  übertragen. Dennoch dauert es lange, bis die Forscher diese  Krankheitserreger identifizieren können. Der Grund: Viren sind winzig, viel kleiner als Bakterien. Unter dem klassischen Lichtmikroskop sind Viren nicht  sichtbar.

Erst das Elektronenmikroskop, eine Erfindung des deutschen Physikers Ernst Ruska, erlaubt 1931 den Blick in die Nano-Welt. Anstelle von Licht verwendet Ruska kurzwellige Elektronenstrahlen. Zusammen mit seinem Bruder, dem Mediziner Helmut Ruska, kann der Physiker als Erster Viren genau beobachten und klassifizieren. 1986 erhält Ernst Ruska für seine Erfindung den Nobelpreis für Physik.

Moderne Elektronenmikroskope  erreichen eine  Auflösung von bis zu 0,1 Nanometer und ermöglichen Forschern zum Beispiel die genaue Untersuchung von Proteinen.

Blick in die Ferne

Forschungsstation in der Wüste Fast kann man die Sterne greifen am klaren Himmel über der Wüste. | © ESOB Tafreshi

1846 entdeckt der Berliner Astronom Johann Gottfried Galle den Planeten Neptun. Das  Fernrohr, das er dafür benutzt, ist das Beste vom Besten seiner Zeit. Es stammt aus der  Werkstatt des bayerischen Optikers Joseph von Fraunhofer – nur er allein kann Anfang des 19. Jahrhunderts  Linsen ohne  Schlieren und  Blasen in höchster Qualität herstellen.

Moderne Teleskope sind um ein Vielfaches  leistungsfähiger: Das Very Large Telescope (VLT) beispielsweise, das aus vier großen miteinander verbundenen Teleskopen besteht, könnte selbst die  Scheinwerfer eines Autos auf dem Mond noch als getrennte Lichtpunkte erkennen. Max-Planck-Wissenschaftler erforschen mit dem VLT derzeit das Schwarze Loch im Zentrum unserer Milchstraße.

Nanoskopie

Proteinstrukturen in einer Zelle unter dem STED-Mikroskop leuchten rot Proteinstrukturen in einer Zelle unter dem STED-Mikroskop | © Max-Planck-Institut für biophysikalische Chemie

Wo sind die Grenzen des Sehens? Der deutsche Physiker Ernst Abbe berechnet 1873, dass ein Lichtmikroskop nur Details zeigen kann, die mindestens eine halbe  Wellenlänge des verwendeten Lichts voneinander entfernt sind. Physiker glauben daher lange, dass die  Auflösung eines Lichtmikroskops nicht besser sein kann als 200 Nanometer.

Doch 1999 wird diese Grenze  überschritten: Das von dem Göttinger Physiker Stefan Hell entwickelte STED-Mikroskop zeigt Details, die nur wenige Nanometer groß sind. Der Trick: Die winzigen Strukturen werden zum Leuchten gebracht – anschließend wird ein Teil des Lichts, das sie  abstrahlen, mit einem zweiten, speziellen Lichtstrahl wieder abgeschaltet. Dies verhindert, dass sich nahe beieinanderliegende Strukturen gegenseitig überstrahlen.

Ein Nanometer sind 0,000000001 Meter. Damit ist das STED-Mikroskop um das zehn- bis hundertfache  leistungsfähiger als ein klassisches Lichtmikroskop.

Mann in Winterjacke im Schnee

7/7 Material

Carbon in Serie

Frau kontrolliert die Produktion carbonfaserverstärkter Kunststoffe Neue Produktionsprozesse machen carbonfaserverstärkte Kunststoffe günstiger. | © Fraunhofer

Helme, Fahrräder, Tennisschläger, aber auch Flugzeuge und Formel-1-Rennwagen sollen möglichst leicht und trotzdem stabil sein. Mit  carbonfaserverstärkten  Kunststoffen, kurz CFKs, wird das möglich. Der Nachteil: Viele  Arbeitsschritte müssen bisher per Hand  ausgeführt werden und das macht die Produkte teuer.

Deutsche Materialforscher arbeiten zusammen mit Spezialisten in der Automobilindustrie an neuen Produktionsprozessen, die CFKs sehr viel günstiger machen. Maschinen können die  Fasern  flechten, formen und mit  Harz  ummanteln. Die fertigen Teile  wiegen nur halb so viel wie Stahl, sind crashsicher und  rosten nicht. Ein idealer  Werkstoff für  sparsame Flugzeuge und Autos – denn mit dem Gewicht sinkt auch der  Kraftstoffverbrauch.

Gummi vom Feld

Ein Feld mit Russischem Löwenzahn, der gelb blüht Russischer Löwenzahn (Taraxacum koksaghyz) liefert natürlichen Kautschuk | © MEV

Taucheranzug, Autoreifen,  Gummidichtungen – mehr als 40 000 Alltagsprodukte enthalten  Kautschuk. Dieser wird traditionell aus dem Milchsaft des Kautschukbaums gewonnen. Da die Bäume aber nur in tropischem Klima wachsen, entwickelt der deutsche Chemiker Fritz Hofmann bereits während des Ersten Weltkriegs einen synthetischen Kautschuk. Heute wird Kautschuk – und damit auch Gummi – meist aus Erdölprodukten hergestellt.

Aber auch andere  Quellen haben Potenzial: Zum Beispiel der Russische  Löwenzahn, dessen Milchsaft ebenfalls Kautschuk enthält. Fraunhofer-Forscher bauen derzeit zusammen mit dem  Reifenhersteller Continental eine Pilotanlage, um große Mengen Löwenzahn-Kautschuk zu gewinnen.

Allgegenwärtiger Kunststoff

König Gustav VI Adolf von Schweden gratuliert Karl Ziegler (rechts) Chemie-Nobelpreis 1963: König Gustav VI Adolf von Schweden gratuliert Karl Ziegler (rechts) | © Max-Planck-Institut für Kohleforschung/Archiv

Bobby Car, Putzeimer, Rohre, Müllsäcke, medizinische Implantate – vom High-Tech-Produkt bis zum  Alltagsgegenstand: Polyethylen ist der am häufigsten genutzte Kunststoff. Es ist äußerst stabil, wird selbst von aggressiven Substanzen nicht  angegriffen und  hält starken Temperaturschwankungen  stand.

Wie sich Polyethylen  kostengünstig und schnell herstellen lässt, findet 1953 der Max-Planck-Forscher Karl Ziegler heraus: Ethylen-Gas  verwandelt sich bei Zimmertemperatur und normalem Luftdruck in Polyethylen, wenn man bestimmte Metallverbindungen – die Ziegler-Natta-Katalysatoren –  zugibt. Erst diese Entdeckung  schafft die Voraussetzung für die Massenproduktion.

Die Stabilität des Polyethylens hat jedoch auch Nachteile: Plastiktüten  tragen weltweit  zu wachsenden Müllbergen  bei und  belasten die Umwelt. Bis zum Beispiel eine Tragetasche  vollständig  zerfällt, kann es mehrere hundert Jahre dauern.

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Welche berühmten Erfindungen gibt es in deinem Land? Gibt es eine Erfindung, die dich besonders beeindruckt? Warum?

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der Verbrennungsmotor, die Verbrennungsmotoren: ein Motor, bei dem für den Antrieb zunächst eine Mischung aus Luft und Kraftstoff entzündet wird
das Statussymbol: Ein Objekt, das den gesellschaftlichen Stand oder den sozialen Status einer Person zeigen soll.
das Wirtschaftswunder, die Wirtschaftswunder: Das „Wirtschaftswunder“ ist ein Begriff für die sehr schnelle und gute Entwicklung der Wirtschaft in der Bundesrepublik Deutschland nach dem Zweiten Weltkrieg.
die Nachfrage, die Nachfragen: wenn Menschen ein Produkt kaufen möchten
zunehmend: immer mehr
das Glatteis: wenn auf den Straßen Wasser zu Eis gefriert
Aquaplaning: wenn aufgrund von sehr viel Wasser auf der Straße die Reifen eines Autos nicht mehr haften und das Auto zu „schwimmen“ beginnt
der Stau, die Staus: Wenn zum Beispiel auf einer Autobahn die Autos wegen zu viel Verkehrs oder eines Unfalls stehen und nicht mehr fahren können.
erfassen: hier: sehen, verstehen
das Fahrassistenzsystem, die Fahrassistenzsysteme: Ein System, das dem Autofahrer in bestimmten Situationen hilft.
auswerten: analysieren
auswerten: analysieren
das Antiblockiersystem, die Antiblockiersystem: Das System verhindert, dass die Reifen eines Autos, wenn man sehr stark bremst, blockieren.
vermeiden: verhindern
die Voraussetzungen schaffen: eine Grundlage bilden
zum Patent anmelden: eine Erfindung offiziell registrieren lassen
zum Patent anmelden: eine Erfindung offiziell registrieren lassen
die Umsetzung, die Umsetzungen: die Realisation
erweisen: hier: sein
sich durchsetzen: hier: gewinnen
serienmäßig: hier: Alle neuen Mercedes der S-Klasse haben nun einen Airbag.
ausgestattet sein mit: haben
der Erreger, die Erreger: etwas, das eine Krankheit hervorruft, zum Beispiel ein Virus.
ausbrechen: die Krankheit bekommen
ausbrechen: die Krankheit bekommen
verfügbar: was es gibt
der Impfstoff, die Impfstoffe: Meist eine Flüssigkeit, die man einnimmt oder gespritzt bekommt, um gegen eine Krankheit geschützt zu sein.
der Sud, die Sude: eine Flüssigkeit, die entsteht, wenn man etwas auskocht
die Weidenrinde, die Weidenrinden: Weiden sind Bäume oder Sträucher, die Rinde ist deren „Haut“.
Schmerzen stillen: etwas gegen die Schmerzen tun
das Fieber: Wenn zum Beispiel bei einer Infektion die Körpertemperatur auf mehr als 38 Grad steigt, hat man Fieber.
das Pulver, die Pulver: sehr stark zerkleinerter Stoff
wirken: hier: helfen gegen
die Entzündung, die Entzündungen: Infektion
der Gefäßverschluss, die Gefäßverschlüsse: wenn das Blut nicht mehr durch die Adern fließen kann
der Herzinfarkt, die Herzinfarkte: Wenn sich sehr plötzlich eine Arterie im Herz verschließt, nennt man das Herzinfarkt.
der Schlaganfall, die Schlaganfälle: eine Störung der Durchblutung im Gehirn
durchleuchten: Licht durch etwas schicken
das Skelett, die Skelette: die Knochen des Körpers
sichtbar machen: man kann es dann sehen
verletzen: jemandem wehtun
der Zufall, die Zufälle: hier: er hatte nicht geplant, die Strahlen zu finden
die Strahlung, die Strahlungen: Strahlen aussenden
die Entdeckung, die Entdeckungen: etwas, das noch niemand kennt und das man als erste Person findet
eröffnen: hier: bieten
verzichten: hier: nicht annehmen
das Wohl: hier: dass alle Menschen davon profitieren können
die Menschheit: alle Menschen auf der Welt
der Helm, die Helme: eine Kopfbedeckung, die man zum Schutz trägt
carbonfaserverstärkt: der Kunststoff wird durch die Carbonfaser härter
der Kunststoff, die Kunststoffe: ein Stoff, der nicht in der Natur vorkommt
der Arbeitsschritt, die Arbeitsschritte: Teile des Produktionsprozesses
ausführen: hier: machen
die Faser, die Fasern: fadenähnliches Gebilde, das einem pflanzlichen oder tierischen Stoff besteht
flechten: zum Beispiel Fäden miteinander verschlingen
der Harz, die Harze: klebriger Stoff, der auch in der Natur vorkommt (z. B. an Bäumen)
ummanteln: einen Gegenstand vollständig mit etwas umhüllen
wiegen: ein bestimmtes Gewicht haben
rosten: korrodieren
der Werkstoff, die Werkstoffe: Material, aus dem etwas hergestellt wird
sparsam: hier: z. B. ein Fahrzeug, das wenig Benzin verbraucht
der Kraftstoffverbrauch: wie viel Kraftstoff z. B. Benzin ein Fahrzeug zum Fahren benötigt
der Taucheranzug, die Taucheranzüge: ein Anzug, den man zum Schutz trägt, wenn man im Meer sehr tief taucht
die Gummidichtung, die Gummidichtungen: ein Ring aus Gummi, der z. B. verhindern soll, dass Flüssigkeit austritt
der Kautschuk: aus tropischen Pflanzen gewonnene elastische Masse
die Quelle, die Quellen: wo etwas herkommt
der Löwenzahn: eine Pflanze mit gelben Blüten
der Reifenhersteller, die Reifenhersteller: eine Firma, die Reifen für z.B. Auto produziert
Bobby Car: ein Spielzeugauto, auf das man sich draufsetzen kann und mithilfe der Beine vorwärts bewegen kann
der Alltagsgegenstand, die Alltagsgegenstände: etwas, das man jeden Tag gebraucht
angreifen: hier: beschädigen
standhalten: keinen Schaden nehmen
standhalten: keinen Schaden nehmen
kostengünstig: etwas, das nicht viel Geld kostet
sich verwandeln: hier: werden zu
zugeben: hinzufügen
die Voraussetzung schaffen: die Grundlage bilden
beitragen zu: beteiligt sein, mitverantwortlich sein
beitragen zu: beteiligt sein, mitverantwortlich sein
beitragen zu: beteiligt sein, mitverantwortlich sein
belasten: hier: schlecht sein für
vollständig: komplett
zerfallen: hier sich auflösen, nicht mehr da sein
liefern: hier: haben
die Entwicklung, die Entwicklungen: hier: die Fernsehgeräte sind immer besser geworden
die Funkausstellung: eine jährlich in Berlin stattfindende Messe für Gebrauchs- und Unterhaltungselektronik
die Kathodenstrahlröhre, die Kathodenstrahlröhren: eine Elektronenröhre, die einen gebündelten Elektronenstrahl erzeugt
der Leuchtstoff, die Leuchtstoffe: ein Stoff, der, wenn man ihn mit Licht bestrahlt, leuchtet oder Licht aussendet
beschichten: hier: Man trägt auf die Glasscheibe einen Leuchtstoff auf.
herausragend: sehr, sehr gut
das Patent, die Patente: Wenn eine Person etwas erfindet, kann sie ein „Patent anmelden“, das heißt die Erfindung registrieren lassen und somit z. B. verhindern, dass jemand die Erfindung kopiert.
die Eigenschaft, die Eigenschaften: das, was für eine Sache charakteristisch ist
wahrnehmbar: hier: Man kann es hören.
einsparen: hier: es gibt sie nicht
speichern: aufzeichnen
Sprache übertragen: hier: Ein Apparat, mit dem man hören kann, was eine Person an einem anderen Ort spricht.
der Durchbruch, die Durchbrüche: hier: Das erste Mal, dass so ein Apparat funktioniert.
die Ohrmuschel, die Ohrmuscheln: das Teil, das man beim Telefonieren ans Ohr hält
der Tierdarm, die Tierdärme: hier: eine Art Haut oder Membran, die man aus dem Darm von Tieren herstellt
bespannen: hier: die Membran an der Ohrmuschel anbringen
in Schwingung versetzen: dafür sorgen, dass sich etwas anfängt zu bewegen
in Schwingung versetzen: dafür sorgen, dass sich etwas anfängt zu bewegen
der Druck: die Kraft, die auf eine Fläche wirkt
der Draht, die Drähte: ein dünnes schnurförmiges Band aus Metall
abschließen: beenden
störanfällig: wenn etwas sehr oft kaputt geht und nicht funktioniert
regelmäßig: hier: sehr oft
klemmen: hier: nicht funktionieren
das Schaltwerk, die Schaltwerke: ein Gerät oder Element, mit dem man Schalter öffnen und schließen kann
das Nachfolgemodell, die Nachfolgemodelle: das Modell, das nach einem anderen produziert wird
funktionstüchtig: wenn etwas funktioniert
ausbleiben: nicht haben, nicht kommen
die Dampfmaschine, die Dampfmaschinen: eine Maschine, die mithilfe von Dampf angetrieben wird
das Fließband, die Fließbänder: ein Band, auf dem Produkte während der Produktion von einer Arbeitskraft zur nächsten transportiert werden
das Werkstück, die Werkstücke: ein Gegenstand, der in einem Produktionsprozess weiter bearbeitet werden muss
anpassen: hier: die Produkte können genau so gemacht werden, wie der Käufer es wünscht
der Strömungsforscher, die Strömungsforscher: Wissenschaftler, die sich mit Aerodynamik, den mechanischen Gesetzen strömender Luft,  beschäftigen
der Wert, die Werte: hier: diese Prozentzahl
der Leiter, die Leiter: Stoff, der Energie leitet
übersetzen: umwandeln
flächendeckend: überall
der Grundstein, die Grundsteine: die Basis
der Wirkungsgrad, die Wirkungsgrade: Verhältnis der von der Solarzelle erzeugten elektrischen Leistung und der Leistung der einfallenden Strahlung
die Linse, die Linsen: gekrümmter Körper aus durchsichtigem Material
die Halbleiterschicht, die Halbleiterschichten: ein Teil in der Solarzelle, der abhängig z.B. von der Temperatur, Strom fließen lässt oder nicht
die Wellenlänge, die Wellenlängen: die messbare Länge von elektromagnetischen Schwingungen
die Pocken: eine sehr gefährliche Infektionskrankheit, die durch Viren verursacht wird, mit starken Hautveränderungen, die oft Narben hinterlassen
die Masern: sehr ansteckende Viruskrankheit mit rötlichem Hautausschlag
übertragen: mit der Krankheit infizieren
der Krankheitserreger, die Krankheitserreger: etwas, das eine Krankheit hervorruft
sichtbar: was man sehen kann
erreichen: hier: haben
die Auflösung, die Auflösungen: die Qualität und Genauigkeit, dessen, was man sieht
das Fernrohr, die Fernrohre: Teleskop
die Werkstatt, die Werkstätten: Arbeitsraum eines Handwerkers
die Linse, die Linsen: gekrümmter Körper aus durchsichtigem Material
die Schliere, die Schlieren: Streifen
die Blase, die Blasen: mit Luft gefüllter Hohlraum
leistungsfähig: sehr stark
der Scheinwerfer, die Scheinwerfer: hier: die vorderen Lichter eines Autos
die Wellenlänge, die Wellenlängen: die messbare Länge von elektromagnetischen Schwingungen
die Auflösung, die Auflösungen: die Qualität und Genauigkeit, dessen, was man sieht
überschreiten: über etwas hinausgehen
abstrahlen: in Form von Strahlen aussenden
leistungsfähig: sehr stark