Stadt und Leben

Essen: So ernähre ich mich

Sprachniveau: B1/B2

Ein Leben ohne Fleisch, Kochen mit frischen Zutaten, Einkauf im Bio-Laden – was ist beim Essen wichtig? Helena, Xaver und Leo erzählen, was sie gerne kochen und worauf sie beim Essen achten.

Helena: „Tiere essen ist absurd“

Ich hab mich vor drei Jahren entschieden, kein Fleisch mehr zu essen. Anfänglich aus gesundheitlichen Gründen, weil ich gemerkt habe, dass ich mich so fitter und wohler fühle. Später, als ich verstanden habe, was Fleisch essen für die Umwelt bedeutet, kamen dann auch ökologische und ethische Gründe dazu.

Ein Beispiel: In Ländern, in denen es nicht genug Essen für die Einwohner selbst gibt, werden riesige Felder für den Anbau von Tierfutter genutzt – für die Ernährung von Tieren, die wir hier in Deutschland essen. Das möchte ich nicht unterstützen.

Und es geht mir auch darum: Ein Tier, ein Lebewesen mit Gefühlen und Charakter, stirbt, nur damit ich es essen kann, obwohl ich es gar nicht zum Überleben brauche: Das ist total absurd, und das möchte ich nicht für mich.

Schwer gefallen ist mir die Umstellung auf vegetarisches Essen überhaupt nicht. Im Gegenteil, das war eher Spaß als Verzicht. Wenn man bewusst sagt, ich möchte bestimmte Dinge nicht essen, muss man sich informieren, was man stattdessen essen kann. Ich hab angefangen viel zu kochen, das ist momentan sogar eines meiner größten Hobbys. Kochen, das heißt für mich Ruhe, Zeit zum Abschalten beim Schnippeln und Schneiden. Letztens hab ich Gnocchi gemacht, das fand ich ganz toll. Meistens werden sie aus Kartoffeln geformt und gekocht. Ich hab sie mit Kürbis und Roten Beeten gemacht, das mag ich total gern, so mit Farben spielen.

Wenn mehrere Leute am Tisch sitzen, koche ich gern viele verschiedene Gerichte, die man herumreichen und kombinieren kann. Der Esstisch ist ja immer auch ein Treffpunkt, wo Leute zusammenkommen.

Ich finde, Essen und Ernährung sollen vor allem Spaß machen. Es geht auch darum, sich selbst damit was Gutes zu tun. Keiner soll sich zu irgendetwas zwingen oder um jeden Preis auf etwas verzichten. Wichtig ist, sich bewusst zu ernähren. Einmal die Woche bewusst Fleisch zu essen und zu wissen, was man tut, ist was ganz anderes als alles zu essen, was man kriegen kann. So findet jeder seinen Weg.

Warum Helena kein Fleisch mehr isst

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Helena ist der Ansicht: Tiere essen ist absurd

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Helena: Essen soll vor allem Spaß machen

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Xaver: „Pizza ist mein Lieblingsessen“

Am liebsten esse ich Kürbissuppe, Pizza Hawaii und Spaghetti. In meiner Familie essen wir abends immer zusammen, montags und dienstags gibt’s Suppe und einmal in der Woche Fleisch.

Fürs Kochen interessiere ich mich nicht so sehr. Mein Bruder und ich helfen aber beim Tischdecken und räumen die Geschirrspülmaschine ein.

In der Schule haben wir eine Kantine, dort esse ich Mittag. Es gibt jeden Tag drei Gerichte zur Auswahl, eines davon ist immer vegetarisch. Was mir gar nicht schmeckt: Fisch und Marzipan, sonst esse ich eigentlich alles.

In der Schule arbeiten wir gerade an einem Projekt über Ernährung. Wir reden über die Herkunft von Lebensmitteln, wie sie hergestellt werden und wie viel CO2 dabei produziert wird. Wir machen ein Plakat, das zeigt, wie Fleisch hergestellt wird, wie viele Kühe sterben, wie viele Leute dafür arbeiten und nicht wirklich guten Lohn kriegen, und auch, wie viele Verpackungen das Meer und die Umwelt verschmutzen.

Suppe und Fleisch in Xavers Familie

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Xaver über sein Schulprojekt „Ernährung“ (1)

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Xaver über sein Schulprojekt „Ernährung“ (2)

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Leo: „Ich lege Wert auf Bio-Fleisch“

Leo | © Elisabeth Schwiontek

Ich esse sehr gern Fleisch, Rumpsteak zum Beispiel oder selbst gemachte Burger. Ich esse auch gern Fisch. Spaghetti mit Lachssoße, von meiner Mutter gemacht, ist sogar mein Lieblingsessen.

Inzwischen bin ich von zu Hause ausgezogen und wohne in einer WG. Aber ich lass mich noch immer gern bekochen. Zum Beispiel von meinem Mitbewohner. Sein Vater kommt aus Italien, und seine selbst gemachte Pizza schmeckt richtig gut. Wenn er Pizza macht, ist das wie eine Einladung an die Freunde, dann sind wir so fünf, sechs, sieben Leute und essen zusammen, das ist ganz cool.

Die Pizza ist meistens mit Gemüse belegt, weil viele unserer Freunde Vegetarier sind. Schmeckt aber trotzdem gut! Fleisch esse ich vor allem in Restaurants oder im Imbiss. Anders als früher lege ich heute Wert auf Bio-Fleisch. Das kostet zwar mehr als Fleisch aus Massentierhaltung, aber es ist mir wichtig. Tiere sind Lebewesen mit Gefühlen, man sollte sie nicht wie Kartoffeln behandeln, die man einfach pflanzt und nach einer gewissen Zeit aus dem Boden holt. Ganz konsequent bin ich aber nicht. Manchmal kaufe ich mir einen Döner, obwohl ich weiß, dass es wahrscheinlich sehr schlechtes Fleisch ist.

Ich habe mir jetzt ein Kochbuch gekauft und will auch selber mehr kochen und ausprobieren. Ich habe zum Beispiel eine Blätterteigrolle mit gebratenem Gemüse gemacht, das hat richtig gut geschmeckt.

Was ich inzwischen auch gemerkt habe: Frühstücken ist wichtig. Früher habe ich lieber 20 Minuten länger geschlafen und dafür morgens nichts gegessen. Aber ich habe gemerkt, dass ich so ganz schnell müde werde und keine Power mehr hab. Jetzt mach ich mir morgens immer ein Müsli, mit Rosinen und Honig, damit es süß schmeckt. Mein Kopf bleibt einfach frisch dadurch, ich bin wacher und kann mich viel besser konzentrieren.

Leo über sein Lieblingsessen

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Warum man Tiere nicht wie Kartoffeln behandeln sollte

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Keine Power ohne Frühstück!

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anfänglich: am Anfang, zu Beginn
etwas aus gesundheitlichen Gründen machen: etwas machen, um gesund zu werden
wohler: hier: besser
ethisch: moralisch
das Feld, die Felder: ein Stück Land, auf dem zum Beispiel Getreide oder Gemüse anbauen kann
etwas unterstützen: zu etwas beitragen, bei etwas helfen, Teil von etwas sein
das Überleben: hier: das Leben, das Existieren
absurd: falsch, sinnlos, verrückt
schwerfallen: schwierig sein, Mühe machen
der Verzicht: das mühevolle Leben ohne eine bestimmte Sache (hier: ein schwieriges Leben ohne Fleisch)
stattdessen: sonst, auch noch
Zeit zum Abschalten: Zeit zum Entspannen
schnippeln und schneiden: Lebensmittel (zum Beispiel Gemüse) mit dem Messer in kleine Stücke teilen
das Gericht, die Gerichte: das Essen, die Speise
sich zu etwas zwingen: sich selbst unter Druck setzten, etwas zu tun; mit Überwindung etwas tun, das man eigentlich nicht gern tut
auf etwas verzichten: etwas aufgeben; hier: eine bestimmte Sache nicht mehr konsumieren
sich bewusst ernähren: genau darüber nachdenken, was man isst; nur bestimmte Sachen essen (zum Beispiel nur Bio-Lebensmittel)
den Tisch decken: zum Beispiel Teller, Gläser und Besteck auf den Tisch stellen, um den Tisch für das Essen vorzubereiten
die Geschirrspülmaschine: eine Maschine, die dreckiges Geschirr (zum Beispiel Tassen und Teller) sauber macht
die Herkunft, die Herkünfte: der Ursprung, hier: die Entstehung und Produktion
CO2: Kohlendioxid, ein Treibhausgas
herstellen: machen, produzieren
der Lohn, die Löhne: das Geld, das ein Mensch für seine Arbeit bekommt
die Verpackung, die Verpackungen: die Hülle von Produkten, zum Beispiel Karton oder Plastik
die Umwelt verschmutzen: der Umwelt schaden, die Umwelt belasten
von zu Hause ausziehen: das Haus der Eltern verlassen, um in einer eigenen Wohnung zu leben
auf etwas Wert legen: etwas sehr wichtig finden
die Massentierhaltung, die Massentierhaltungen: Haltung von sehr vielen Tieren in großen Betrieben, um möglichst viel Gewinn mit Tierprodukten zu machen; Tierhaltung unter sehr schlechten und unfairen Bedingungen
inzwischen: jetzt, in der Zwischenzeit
frisch: hier: wach, munter
Pizza Hawaii: eine Pizza mit Schinken und Ananas
anfänglich: am Anfang, zu Beginn etwas aus gesundheitlichen Gründen machen: etwas machen, um gesund zu werden wohler: hier: besser ethisch: moralisch das Feld, die Felder: ein Stück Land, auf dem zum Beispiel Getreide oder Gemüse anbauen kann etwas unterstützen: zu etwas beitragen, bei etwas helfen, Teil von etwas sein das Überleben: hier: das Leben, das Existieren absurd: falsch, sinnlos, verrückt schwerfallen: schwierig sein, Mühe machen der Verzicht: das mühevolle Leben ohne eine bestimmte Sache (hier: ein schwieriges Leben ohne Fleisch) stattdessen: sonst, auch noch Zeit zum Abschalten: Zeit zum Entspannen schnippeln und schneiden: Lebensmittel (zum Beispiel Gemüse) mit dem Messer in kleine Stücke teilen das Gericht: das Essen, die Speise sich zu etwas zwingen: sich selbst unter Druck setzten, etwas zu tun; mit Überwindung etwas tun, das man eigentlich nicht gern tut auf etwas verzichten: etwas aufgeben; hier: eine bestimmte Sache nicht mehr konsumieren sich bewusst ernähren: genau darüber nachdenken, was man isst; nur bestimmte Sachen essen (zum Beispiel nur Bio-Lebensmittel) Pizza Hawaii: eine Pizza mit Schinken und Ananas den Tisch decken: zum Beispiel Teller, Gläser und Besteck auf den Tisch stellen, um den Tisch für das Essen vorzubereiten die Geschirrspülmaschine: eine Maschine, die dreckiges Geschirr (zum Beispiel Tassen und Teller) sauber macht die Herkunft, die Herkünfte: der Ursprung, hier: die Entstehung und Produktion CO2: Kohlendioxid, ein Treibhausgas herstellen: machen, produzieren der Lohn, die Löhne: das Geld, das ein Mensch für seine Arbeit bekommt die Verpackung, die Verpackungen: die Hülle von Produkten, zum Beispiel Karton oder Plastik die Umwelt verschmutzen: der Umwelt schaden, die Umwelt belasten von zu Hause ausziehen: das Haus der Eltern verlassen, um in einer eigenen Wohnung zu leben auf etwas Wert legen: etwas sehr wichtig finden die Massentierhaltung, die Massentierhaltungen: Haltung von sehr vielen Tieren in großen Betrieben, um möglichst viel Gewinn mit Tierprodukten zu machen; Tierhaltung unter sehr schlechten und unfairen Bedingungen inzwischen: jetzt, in der Zwischenzeit frisch: hier: wach, munter
Die Interviews führte Elisabeth Schwiontek.

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