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Mehr Schutz für das Moor – Umweltcamp 2018 in Belarus

Wanderung im Moorgebiet „Moch“
Vom 13. bis zum 19. August 2018 trafen sich 20 Schülerinnen und Schüler aus der Ukraine und Belarus zum PASCH-Umweltcamp in Belarus. Im Norden des Landes entdeckten die Deutschlernenden die Bedeutung des Naturschutzes am Beispiel der Moore.


Ob Baba Jaga, Rusalki oder Kikimori – fiktive Lebewesen der Moore zeigen sich in Märchen häufig von ihrer schaurigen Seite. Das Umweltcamp 2018 hatte für die Teilnehmenden jedoch ganz andere Geschichten parat. Gemeinsam erforschten die Jugendlichen eine Woche lang die nützlichen Seiten dieser einzigartigen Feuchtgebiete.

Für die Jugendlichen aus Belarus und der Ukraine startete das Umweltcamp mit einer vierstündigen Fahrt von Minsk in das Naturcamp Aktam. Direkt nach der Ankunft begannen die ersten Erkundungstouren im anliegenden Forst. Von giftigen Teufelsbeeren über Stechpalmen aus der Urzeit – jede Pflanze hat eine Bedeutung für die Natur. Die Begeisterung des Umweltpädagogen Willi Linder war ansteckend und trockene Theorie wurde schnell zu praktischem Erleben. Beim abendlichen Grillen hatte die Gruppe genügend Redestoff und lernte sich spielerisch kennen.

Mit dem Umweltpädagogen Willi Linder auf Entdeckungstour im Wald Die nächsten Tage standen im Zeichen der Moore. Der Norden von Belarus hat eine ganz besondere Vielfalt dieser einzigartigen Feuchtgebiete vorzuweisen. Im Ökozentrum Mjory erhielten die Schülerinnen und Schüler eine interaktive Führung des Leiters Ivan Borok mit anschließender Tour auf dem Öko-Pfad des Moorgebiets „Jelnja“. Am nächsten Tag folgte eine lange Wanderung durch das Moorgebiet „Moch“. Die Touren wurden von dem Entomologen Gennadi Sushko begleitet, der die Jugendlichen über die Insektenvielfalt der Moore informierte. Durch den feuchten und weichen Boden war die Tour jedoch auch eine sportliche Herausforderung. Das Abendprogramm war mit einer Filmvorführung von „Good Bye, Lenin“ daher umso entspannter.

Nach den vielen Informationen wurden die Lernenden selbst zu Forschenden. Im Rahmen von Projektarbeit erkundeten sie die Bedeutung der Moore für das Ökosystem und präsentierten ihre Ergebnisse der Gruppe. Ihr Fazit nach den Wanderungen und Workshops mit dem Umweltpädagogen Willi Linder war eindeutig: mehr Moorschutz.

Bei den Mini-Olympics geben die Jugendlichen alles Neben Umweltpädagogik kam auch der Deutschunterricht nicht zu kurz. Die Lehrerin Olga Dashkina knüpfte an die Themen Umwelt und Feuchtgebiete an und bereitete diese spielerisch für den Sprachunterricht auf. Daneben sorgten Freiwillige aus Belarus und Deutschland mit einer Schnitzeljagd und Mini-Olympics für sportliche Abwechslung.

Am letzten Abend wurde deutlich, dass die Jugendlichen nicht nur Umweltprofis, sondern auch Freunde geworden waren. Der Abschied am Ende der Woche fiel allen sichtlich schwer. Alle waren sich einig: „Diese Woche hat uns sehr gefallen“. Auf jeden Fall sind aus schaurigen Märchen für alle Teilnehmenden echte Naturwunder geworden.
04.09.2018
Judith Müller
kulturweit-Freiwillige am Goethe-Institut Kiew

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