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Interkulturelles Fotoprojekt – Ansichten einer Stadt: Mumbai

Eine Rikscha im Regen: „Plötzlicher Monsunregen sorgt für zusätzliches Geschäft bei den Rikscha-Fahrern. Ich habe dieses Foto geschossen, weil die Menschen in Mumbai den Regen lieben.“
Was macht das Besondere meiner Stadt aus? Wie lässt sich die Atmosphäre einfangen? Was möchte ich Menschen über meine Stadt und ihre Kultur vermitteln? Diese Fragen standen am Beginn eines interkulturellen Fotoprojekts für Schulen, zu dem das Goethe-Institut Mumbai im August 2017 eingeladen hatte.


Am Projekt beteiligt waren 15 Deutschlernende aus sieben verschiedenen Schulen in Mumbai, die in ihrer Stadt auf Motivsuche gingen. Parallel machten sich Jugendliche einer Partnerschule in Stuttgart auf die Suche danach, was ihre Heimatstadt kennzeichnet.

Über sechs Monate trafen sich die Schülerinnen und Schüler aus Mumbai an Wochenenden zu intensiven Workshops, dazwischen fotografierten sie auf eigene Faust. Beim ersten Treffen ging es erst einmal darum, die technischen Möglichkeiten der Kamera besser kennenzulernen und die eigene Wahrnehmung zu schulen: regelrecht das Sehen zu lernen. Angeleitet wurden sie dabei von einem indischen Medienexperten und einem deutschen Fotografen.

„Blick durch das Gateway of India auf das Taj Mahal Palace Hotel. Es gibt schon sehr viele Fotos vom Gateway of India, die alle gleich aussehen. Dieses Foto zeigt mal eine andere Perspektive.“

Danach ging es der Gruppe darum, gemeinsam herauszufinden, was die Stadt Mumbai eigentlich ausmacht. Sind es die Sehenswürdigkeiten wie das Taj Mahal Hotel oder das Gateway of India? Ja und nein. Einerseits sind es die Wahrzeichen von Mumbai, die täglich Tausende von Menschen anziehen. Andererseits werden diese Bauwerke übermäßig und oft leblos fotografiert. Die Schülerinnen und Schüler hatten vor, sich ihrer Stadt auf eine andere (Sicht-)Weise zu nähern und ihre eigene Geschichte zu erzählen.

So entwickelte sich ein ganz persönliches Stadtporträt: die bunten Märkten, die Imbissstände, der ziemlich chaotische Verkehr, aber auch die Lebenslust und Entspanntheit der Menschen in Mumbai. „Es war, als wäre ich eine Touristin in Mumbai geworden, und so konnte ich die alltäglichen Dinge aus einer neuen Perspektive betrachten“, fasst Sanika Nayar, eine Teilnehmerin am Projekt, ihre Erfahrungen zusammen. Und genau dieser Sichtwechsel war die Ausgangsidee des Projekts. Avan Hathi, PASCH-Schülerin an der Bombay International School, resümiert: „Das Projekt hat mich gelehrt, meine Stadt noch mehr zu lieben.“

Teilnehmende am Fotoworkshops in Aktion

Die entstandenen Fotos und begleitenden Texte werden anlässlich des 50-jährigen Jubiläums der Städtepartnerschaft zwischen Mumbai und Stuttgart im Stuttgarter Rathaus ausgestellt. Die Ausstellung „Ansichten einer Stadt: Mumbai“ ist dort vom 3. bis 20. Juli 2018 zu sehen.

Und wie sehen die Stuttgarter Schülerinnen und Schüler ihre Stadt? Sie brauchen noch etwas Zeit und ein paar schöne Sommertage, um ihre Stadt zu porträtieren. Auf die Ergebnisse dürfen wir und die Schülerinnen und Schüler aus Mumbai gespannt sein. 
Beata Weber, Leiterin der Sprachabteilung
Goethe-Institut Max Mueller Bhavan Mumbai
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