Interview mit Kelly, Kathrin und Viktoria beim PASCH-Jugendkurs in Schwäbisch Hall im August 2012(durchgeführt von Katja Hölldampf)

Kelly, Kathrin und Viktoria | © Goethe-Institut

Warum habt ihr euch als Praktikantinnen bei den PASCH-Jugendkursen beworben?

Viktoria: Ich habe mich beworben, um neue Kulturen und neue Leute kennen zu lernen.

Kelly: Beim Jugendkurs findet man Freunde aus aller Welt.

Kathrin: Ich sehe es als Experiment und wollte etwas neues ausprobieren, was mir nun sehr gut gefällt.

Welche Aufgaben habt ihr im Jugendkurs übernommen?

Kelly, Viktoria und Kathrin: Zusammen mit den Betreuern haben wir am Freizeitprogramm mitgewirkt, sind aber eher aktive Teilnehmer am Programm. Wir sprechen viel mit den Teilnehmern und sind bei verschiedenen Dingen für sie da. Außerdem stellen wir jeden Tag den Tagesplan vor. Außerdem hat jede von uns eine extra Aufgabe: Kelly ist im Projektunterricht beim Kurstheater involviert, Kathrin betreut aufgrund ihrer Erfahrungen im Bereich Schülerzeitung die Kurszeitung und Viktoria kümmert sich um den Jugendkurs-Blog auf PASCH-net.

Wie sah ein typischer Tag im Jugendkurs aus?

Viktoria und Kathrin: Das Programm ist sehr vielseitig, daher gibt es nicht unbedingt einen typischen Tag.

Kelly: Besonders gefallen hat mit der Workshop, in dem wir mit den Teilnehmern Armbänder geknüpft haben. Einige Jungs haben auch mitgemacht und ein japanischer Teilnehmer war sehr vertieft in sein Armband. Er sagte, auf diese Weise tolle Erinnerungen zu schaffen sei besser als Slackline oder Sport. Wir fanden das sehr lustig!

Was gefällt euch besonders gut an den Jugendkursen im Rahmen der Initiative "Schulen: Partner der Zukunft"?

Kelly und Viktoria: Die Leute!

Kathrin: Mir gefällt, dass hier so viele Nationen, Länder und Sprachen aufeinander treffen. Das ist eine seltene Mischung und alle kommunizieren auf Deutsch – die Sprache, die alle verbindet.

Wie ist das Zusammenleben von Schülerinnen und Schülern aus so unterschiedlichen Nationen verlaufen?

Viktoria: Anfangs waren viele sehr schüchtern…

Kelly: Am Anfang bildeten sich Grüppchen nach Ländern und nach ein paar Tagen schon mischte sich alles auf. Es war toll, dass jeder mit jedem geredet hat. Fehler werden einem nicht übel genommen und man lacht viel zusammen.

Kathrin: Ja, wir haben in den drei Wochen wirklich viel gelacht.

Was habt ihr im PASCH-Jugendkurs über die Stipendiatinnen und Stipendiaten sowie deren Länder erfahren? Was glaubt ihr, konntet ihr voneinander lernen?

Kelly: Die chinesische Kultur ist ganz anders…

Kathrin: China ist wirklich faszinierend! Besonders der Länderabend war toll und wir haben viel über die anderen Kulturen erfahren. Dadurch dass wir mit den Stipendiatinnen auch das Zimmer teilen, erfährt man auch interkulturelle Kleinigkeiten, an die man vorher gar nicht gedacht hätte.

Viktoria: Zum Beispiel über ganz verschiedene Schönheitsideale. Oder Mentalitäten. Die Chinesen haben oft eine zurückhaltende Mimik während die Afrikaner eine sehr direkte Art haben. Beim ersten Kennenlernabend waren die Unterschiede zwischen den Kulturen beim Jugendkurs sehr klar. Das war sehr interessant. Die Afrikaner haben die ganze Gruppe mit ihren Tänzen so begeistert und auf einem umgedrehten Mülleimer getrommelt und spontan so richtig Stimmung gemacht.

Was hat euch besonders beeindruckt oder überrascht? Was war der schönste Moment für Euch?

Viktoria: Der schönste Moment für mich war der erste Kennenlernabend und der Moment, in dem wir Spiele gemacht haben und man gemerkt hat, dass alle sich näher gekommen sind und die Berührungsängste einfach weg waren.

Kelly: Mich hat der erste Abend auch beeindruckt!

Kathrin: Für mich war die Wasserschlacht etwas ganz Besonderes. Alle haben mitgemacht und der Zusammenhalt war sehr intensiv, obwohl wir uns zu diesem Zeitpunkt erst seit zwei Wochen kannten. Nun sind wir super Freunde aus der ganzen Welt und es fühlt sich so an, als würde man sich schon ewig kennen.

Was nehmt ihr für euch aus der Zeit im Jugendkurs mit? Was glaubt ihr, was die Stipendiaten in ihre Heimatländer mitnehmen werden?

Viktoria: Viele Freunde – am besten sollten die Teilnehmer einfach da bleiben!

Kathrin: Die eigene Sprache wird einem viel bewusster – auch, wie schwierig es sein kann, Deutsch zu lernen. Oft ist es nicht einfach, die Strukturen der eigenen Sprache zu erklären oder zu begründen. Man bekommt ein stärkeres Bewusstsein dafür, wie man selbst spricht. Wie bemühen uns, langsam und deutlich zu reden, damit die Teilnehmer uns besser verstehen.

Viktoria: Da stimme ich auch zu.

Haben die Teilnahme am Jugendkurs und der Kontakt zu den Stipendiatinnen und Stipendiaten eure Sichtweise auf die eigene Kultur verändert?

Viktoria: Man bekommt eine ganz andere Sichtweise auf die eigene Kultur. Das Leben in Deutschland ist für uns Gewohnheit, während und nach dem PASCH-Jugendkurs hinterfragen wir diese Gewohnheiten viel mehr.

Kelly: Piotr, ein Stipendiat aus Polen, sagte uns, wie ordentlich er alles hier in Deutschland findet. Die Wahrnehmung der Anderen ist schon sehr interessant.

Kathrin: Mir ist auch bewusst geworden, wie günstig das Leben in Deutschland im Verhältnis zu anderen Ländern ist. Und auch, dass Schwäbisch Hall eine Vorzeigestadt für Kultur und Architektur ist.

Wenn ihr an eure Schule denkt und im Vergleich dazu an den Unterricht hier oder daran, was euch die Stipendiatinnen und Stipendiaten von ihrer Schule in der Heimat erzählt haben – was für Unterschiede fallen euch auf? Was erstaunt euch besonders? Was habt ihr Neues gelernt und was heut euch für euer zukünftiges Lernen inspiriert?

Kelly: Eine chinesische Teilnehmerin hat uns erzählt, dass sie sehr lange Unterricht haben und kaum Freizeit. Sie ist auf einer Mädchenschule, wo es auch relativ strenge Regeln gibt – auch was die Pünktlichkeit anbelangt.

Kathrin: Dadurch dass die Teilnehmer hier auf Stipendienbasis sind, besteht ein enormer Motivationsfaktor für sie. Auch für mich ist das sehr motivierend, insbesondere für die Fremdsprachen, die ich lerne, da ich sehe, wie viel die Stipendiaten vom Jugendkurs lernen und wie stark sie sprachlich voran kommen. Man sieht, wie weit man es bringen kann, wenn man sich im Unterricht anstrengt und das motiviert sehr!