Interview mit den Schülerpraktikantinnen und Schülerpraktikanten beim PASCH-Jugendkurs 2013 in Frankfurt (07. bis 27. Juni)

Luis, Maike, Noosha und Niklas nahmen im Juli 2013 als deutsche Schülerpraktikanten am internationales PASCH-Jugendkurs in Frankfurt teil. Im Interview mit PASCH-Volontärin Miriam Irle berichten sie von ihren Erfahrungen.

Luis (links), Niklas (oben), Noosha (Mitte), Maike (rechts) | © Maike Rautenkranz

Warum habt ihr euch als Praktikant/innen bei den PASCH-Jugendkursen beworben?

Maike: Ich bin durch meine Lehrerin auf die Jugendkurse aufmerksam gemacht worden. Sie vermutete, dass ich an dem Programm Interesse hätte. Und so war es auch.

Noosha: Ich bin neu an die Schule gekommen. und habe Maike kenngelernt. Sie hat mir erzählt, dass sie sich als Schülerpraktikantin beim Goethe-Institut beworben hat. Ich fand die Idee spannend und bin kurzfristig noch angenommen worden.

Luis: Meine Mutter hat mir das Praktikum vorgeschlagen und mir hat das Projekt gefallen.

Niklas: Meine Mutter ist Lehrerin. Über sie habe ich von dem Projekt erfahren.

Welche Aufgaben habt ihr im Jugendkurs übernommen?

Maike: Alles. Also alles, was gerade anfällt. Wir haben Wochenpläne entworfen, waren in Mainz und haben die Stadtralley vorbereitet und übernehmen die Moderation des Länderabends. Die Jungs kümmern sich bei dem Länderabend um die Technik.

Noosha: Die Betreuer haben gesagt, wir können überall reinschauen, überall mitmachen. Maike und ich waren auch schon zweimal im Unterricht

Wie sah ein typischer Tag im Jugendkurs aus?

Maike: Bis neun Uhr gibt es Frühstück und dann gibt es manchmal im Anschluss eine Teambesprechung. Je nach dem was anliegt bereiten wir dann Aktivitäten vor, z.B. das Freizeitprogramm am Wochenende. Nach dem Abendessen bieten wir den Teilnehmerinnen und Teilnehmern dann an, z.B. Armbänder zu knüpfen.

Was gefällt euch besonders gut an den Jugendkursen im Rahmen der Initiative „Schulen: Partner der Zukunft“?

Maike: Mir gefällt die Gruppe echt gut und das Klima ist total super. Außerdem gibt es viele Freiheiten, wir können als Schülerpraktikantinnen und Schülerpraktikanten viel selbst entscheiden. Die Stationen der Stadtrallye haben wir z.B. komplett selbst entworfen.

Niklas: Mir macht das Sportangebot mit den anderen Jugendlichen viel Spaß. Die Gruppe ist einfach super.

Noosha: Die ganze Zusammenarbeit macht Spaß. In der Gruppe ist niemand dabei, bei dem ich jetzt sagen würde: „Oh nee, mit dem will ich nichts zu tun haben.".

Wie ist das Zusammenleben von Schülerinnen und Schülern aus so unterschiedlichen Nationen verlaufen?

Maike: Was ich auch schwierig fand, war, dass die einzige Dunkelhäutige, ein Mädchen aus der Elfenbeinküste, sich am Anfang allein fühlte. Mittlerweile hat sich das aber gelegt. Mit den Mädchen aus ihrem Zimmer kommt sie inzwischen sehr gut zurecht.

Was habt ihr im PASCH-Jugendkurs über die Stipendiatinnen und Stipendiaten sowie deren Länder erfahren? Was glaubt ihr, konntet ihr voneinander lernen?

Luis: Wir haben wirklich viel mit den anderen Jugendlichen zu tun, das vermischt sich total.

Noosha: Wir sind ja auch bei den Ausflügen immer dabei, da unterhält man sich und lernt sich kennen. Wir gehören zu den Betreuern, aber auch zur Gruppe dazu.

Luis: Über viele Länder wie Usbekistan und Tadschikistan wusste ich vorher überhaupt nichts. Ich kannte z.B. die Hauptstadt nicht. Es ist schön, von den Ländern einen Eindruck zu bekommen und zu lernen, dass die Menschen dort zwar irgendwie anders, aber sehr nett sind.

Haben die Teilnahme am Jugendkurs und der Kontakt zu den Stipendiatinnen und Stipendiaten eure Sichtweise auf die eigene Kultur verändert?

Maike: Es ist faszinierend zu erfahren, was die Jugendlichen für ein Bild von Deutschland haben. Für sie ist Deutschland ja das Land schlechthin, sie finden hier alles super. Wir sagen dann immer: „Hier ist nicht alles so super, wie ihr denkt.". Aber sie argumentieren, dass hier jeder ein Auto besitzt, dass man einen Gebrauchtwagen schon für 2.000 Euro kaufen kann. Das Bild, das die Jugendlichen von Deutschland haben, ist schon krass.

Wenn ihr an eure Schule denkt und im Vergleich dazu an den Unterricht hier oder daran, was euch die Stipendiatinnen und Stipendiaten von ihrer Schule in der Heimat erzählt haben – was für Unterschiede fallen euch auf? Was erstaunt euch besonders?

Noosha: Ich habe mich im Schwimmbad mit einigen unterhalten. Sie erzählten mir, dass sie zum Teil andere Fächer in der Schule haben, z.B. Psychologie.

Maike: Einige waren schockiert davon, wie lange wir hier in Deutschland täglich in der Schule sind. Bis halb vier in der Schule zu sein konnten sie sich nicht vorstellen. Sie fragten uns, wie wir überhaupt noch unseren Hobbies nachgehen könnten.

Was habt ihr neues gelernt und was heut euch für euer zukünftiges Lernen inspiriert?

Maike: Ich glaube, dass man weltoffener wird.

Noosha: Ein Mädchen aus der Türkei hat mich eingeladen, sie zu besuchen. Das ist natürlich toll, eine solche Einladung zu bekommen und ein anderes Land kennenlernen zu können.

Herzlichen Dank für das Gespräch!