Interview mit Aylin, Farina und Joschua beim PASCH-Jugendkurs in Schwäbisch Hall im Juli 2014 (durchgeführt von Roma Gendera)

Aylin, Farina und Joschua | © Roma Gendera

Roma: Warum habt ihr euch für das Praktikum beworben?

Aylin: Ich bin schon das zweite Mal dabei und ich habe mich beworben, weil es mir beim ersten Mal so gut gefallen hat. Ich wollte wieder dabei sein.

Farina Aylin hat mir davon erzählt und dann habe ich auch Lust drauf bekommen.

Joshua Die Freundin meiner Mutter war mal Kursleiterin. Sie hat mir erzählt wie das so war und meinte, dass sie sich das bei mir gut vorstellen könnte. Ja und dann hab ichs gemacht. (grinst)

Roma: Welche Aufgaben habt ihr im Jugendkurs übernommen?

Alle: Wir betreuen die Schülerinnen und Schüler aber wir haben keine Aufsichtspflicht, dann assistieren wir im Projektunterricht, machen Botengänge und verteilen die Snacks während der Pausen. Außerdem organisieren wir die Länderabende und helfen den Schülerinnen und Schülern bei der Vorbereitung.

Roma: Gab es bisher einen Moment der Euch besonders beeindruckt hat?

Aylin: Ja die Aktion mit den Briefen (am Vorabend wurden Briefumschläge mit den Namen der Schüler/-innen, Praktikanten/-innen und Betreuer/-innen an einer Wäscheleine aufgehangen und jeder konnte Nachrichten hineinstecken). Ich hatte nur nette Kommentare. Da ist irgendwie auch so eine große Dankbarkeit, dabei sind das nur Gesten oder Kleinigkeiten und die Schülerinnen und Schüler sind echt voll dankbar.

Joshua: Auf der Willkommensparty. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus Togo haben direkt angefangen zu tanzen. Das war toll und hat Spaß gemacht. Als sie angekommen sind haben sie einen direkt umarmt obwohl es erst der erste Tag war und sie einen überhaupt nicht kannten. Das war sofort so herzlich und so viel Lebensfreude. Da habe ich viel gelernt.

Aylin: Auch als einer von ihnen mal etwas Wasser kaufen und sich Geld leihen wollte. Die anderen haben sofort Geld gegeben. Aber nicht von wegen leihen oder so, sondern sofort: Hier nimm! Obwohl sie sich gar nicht kannten…Ohne zu zögern. Das hat mich beeindruckt. Die teilen einfach alles.

Roma: Haben die Stipendiatinnen und Stipendiaten von ihrem Unterricht zu Hause erzählt? Ist euch daran etwas aufgefallen im Vergleich zu eurem Unterricht?

Farina: Ja in Togo tanzen und singen sie viel mehr im Unterricht.

Joshua: Der Unterricht in der Ukraine ist viel schwerer. Die Kinder müssen mehr lernen. Ein Schüler hat mir erzählt, dass er um 07.00 Uhr aufsteht, zur Schule geht, nachmittags wieder Privatunterricht bei einem Lehrer hat und sich auf große Prüfungen vorbereitet und sich dann um 18.00 Uhr wieder hinsetzen muss um bis 00.00 Uhr oder so zu lernen. Und dann am nächsten Tag muss er wieder um 07.00 Uhr aufstehen. Wenn ich da an mich denke und meinen Unterricht in der Schule…das ist mir nicht schwer gefallen. Ob das besser ist, weiß ich nicht.

Farina: In Tadschikistan ist der Unterricht ganz anders. Sie haben dort keinen Englischunterricht.

Roma: Was nehmt ihr aus dem Programm mit?

Aylin: Die Kontakte mit den Schülerinnen und Schülern. Und man lernt etwas über die Heimatländer und deren politische Situation. Zum Beispiel von den Teilnehmerinnen und Teilnehmern aus der Ukraine und die politische Situation dort. Das ist total krass.

Roma: Würdet ihr gern wieder als Praktikantin/als Praktikant beim Jugendkurs tätig sein? Vielleicht sogar als Betreuer/in oder Kursleitung?

Alle: Ja, gerne wieder. Vielleicht sogar im Studium. Das ist das eine gute Sache und man kann das immer wieder machen.