Interview mit Marie, Jana und Linda, durchgeführt von Christiane Osayi
PASCH-Jugendkurs Schlitz 2012



Christiane: Warum habt ihr euch als Praktikantinnen bei den PASCH-Jugendkursen beworben?
Marie Die Info über das Praktikum bekam ich in der Schule, gereizt hat mich die Chance, andere Kulturen und Sprachen kennenzulernen.
Jana Bei mir war es ähnlich, ich habe in der Schule von Freunden davon gehört und habe mich auf das Kennenlernen von Jugendlichen aus anderen Ländern gefreut und auf die Herausforderung, auch Verantwortung zu übernehmen bei der Unterstützung der Betreuer.
Linda Marie hat mich auf die Bewerbung aufmerksam gemacht, wir haben uns dann auch gemeinsam beworben. Durch meine Mitarbeit bei der Kirchlichen Jugendarbeit habe ich schon ein wenig Erfahrungen im Umgang mit verschiedenen Mentalitäten gesammelt und hoffe, dass ich das auch bei diesem Praktikum einbringen kann.
Christiane Welche Aufgaben habt ihr im Jugendkurs übernommen?
Linda Wir unterstützen die Betreuer bei ihren Unternehmungen mit den Teilnehmern, wie z.B. bei gemeinsamen Spielen oder Sport. Wir legen das von Tag zu Tag fest, wer bei welchen Aktivitäten mitmacht.
Jana Zum Beispiel beim „Stationen Spiel“ am Nachmittag, da waren wir Ansprechpartner für die einzelnen Gruppen, die verschiedene Situationen spielerisch dargestellt haben. Das Tolle dabei ist, dass wir ungefähr im gleichen Alter sind wie die Kursteilnehmer, da ist der Kontakt schnell hergestellt.
Marie Wir können individuell überall mitmachen….
Christiane Wie sieht ein typischer Tag im Jugendkurs aus?
Alle
  • 8:00-9:00 gemeinsames Frühstück
  • 9:00-10:30 Unterricht
  • 10:30-11:00 Pause
  • 11:00-12:30 Projektunterricht
  • 12:30-13:30 gemeinsames Mittagessen
  • Nachmittags: Workshops, Aktivitäten, Sport
  • 18:00-19:00 Abendessen
  • 19:00-21:30 Abendprogramm, z.B. im nahegelegenen (überdachten) Grillplatz Stockbrot und Marsh Mellows grillen
  • 21:30-22:00 Flurbesprechung (Feedback, Tagesplanung etc.)
  • Ab 22:00 Zimmerruhe
Christiane Wie ist das Zusammenleben von Schülerinnen und Schülern aus so unterschiedlichen Nationen verlaufen?
Alle einhellig Wirklich gut – es sind sehr schnell gemischte Freundesgruppen entstanden!
Christiane Was habt ihr bisher im PASCH-Jugendkurs über die Stipendiatinnen und Stipendiaten sowie deren Länder erfahren? Was, glaubt ihr, könnt ihr voneinander lernen?
Jana (lacht) Na, dass die Amerikaner locker drauf sind, die Brasilianer sehr temperamentvoll…
Marie Ich denke, es kommt auch auf das jeweilige Alter an. Ich habe den Eindruck, dass z.B. bei der russischen Gruppe so eine Art Gruppenzwang herrscht. Die Iraker dagegen waren offener, als ich das erwartet hätte….
Linda Innerhalb der Gruppe ist das Interesse an anderen Kulturen und Ländern auffällig. Was toll wäre, wenn sich die einzelnen Gruppen untereinander in ihren Heimatländern besuchen könnten und wir würden sie begleiten.
Christiane Was hat Euch besonders beeindruckt oder überrascht?
Alle Die Offenheit untereinander, dass so schnell neue Freundschaften geschlossen wurden.
Marie Mich haben die Bosnier besonders beeindruckt, die haben am Anfang nur durch das deutsche Fernsehen deutsch sprechen gelernt!
Christiane Was nehmt ihr für euch aus der Zeit im Jugendkurs mit? Was glaubt ihr, was die Stipendiaten in ihre Heimatländer mitnehmen werden? Welche Chancen ergeben sich durch die PASCH-Jugendkurse (für die Teilnehmer/innen und für Deutschland)?
Alle Die Teilnehmer bekommen Lust auf ein Studium in Deutschland; es werden viele Vorurteile über Deutschland und auch die über die anderen Länder abgebaut.
Christiane Was möchtet ihr noch über den Jugendkurs und eure Zeit hier erzählen?
Jana Wir haben einfach alle viel Spaß hier bei der Arbeit! Als wir zum Beispiel im Rathaus den Bürgermeister besucht haben, trat einer der Schüler vor und sagte: „Ah, Bürgermeister, ist das sowas Ähnliches wie Burger King?“ Da musste auch der Bürgermeister lachen und die Lehrer, da war dann gleich eine entspannte Atmosphäre!
Christiane Wenn ihr an eure Schule denkt und im Vergleich dazu an den Unterricht hier oder daran, was euch die Stipendiatinnen und Stipendiaten von ihrer Schule in der Heimat erzählt haben – was für Unterschiede fallen euch auf? Was erstaunt euch besonders? Was habt ihr neues gelernt und was heut euch für euer zukünftiges Lernen inspiriert?
Alle Auf alle Fälle sind die Schüler engagierter, auch die Lehrer – es ist eine sehr intensive Zeit, auch dadurch, dass man 3 Wochen jeden Tag von morgens bis abends zusammen ist und neben dem Unterricht auch noch so viele tolle Sachen in der Freizeit zusammen macht….
  Interview mit Marie, Jana und Linda am Samstag, 14.07.2012 in Schlitz/Schloss Hallenburg, durchgeführt von Christiane Osayi