Magazin

1. April 2019, Vietnam: Schattentheater in Vietnam: ein modernes Märchen

Schattentheater in Vietnam: ein modernes Märchen
Zusammen mit der deutschen Künstlerin und Kinderbuchillustratorin Patricia Thoma haben etwa 40 Schülerinnen und Schüler der PASCH-Schulen in Hanoi und Ho-Chi-Minh-Stadt ein eigenes Schattentheater-Stück mit selbstgebastelten Puppen konzipiert und aufgeführt.


Gemeinsam kreativ sein

 

Fünf Schülerinnen und Schüler drängen sich geduckt hinter der Bühne, zwei bewegen die Schattenfiguren, mit einer Rassel wird das Rauschen eines Wasserfalls imitiert, zwei weitere sprechen den deutschen Dialog. Sie führen ein Schattentheaterstück auf, das sie sich in den letzten Tagen überlegt haben. An zwei Wochenenden führte Patricia Thoma auf Einladung des Goethe-Instituts Workshops in Hanoi (am 9. und 10. März) und HCMS (am 16. und 17. März) durch. Die Schülerinnen und Schüler erarbeiteten jeweils an zwei Nachmittagen in knapp neun Stunden ihre modernisierte Version eines alten vietnamesischen Märchens und führten es dann selbstständig vor.

 

Ein vietnamesisches Märchen

 

In dem Märchen verliebt sich ein junger Mann in eine Frau. Sie verschwindet, doch er entdeckt sie auf dem Gemälde eines Straßenkünstlers wieder. Er kauft das Bild und auf wundersame Weise erwacht das Mädchen im Bild zum Leben, der Mann möchte sie an sich binden und bittet sie zu bleiben. Zuerst leben die beiden auch glücklich zusammen, doch dann …
 
Das Märchen hat alles, was eine gute Geschichte braucht: Liebe, Tragik, Drama – und schließlich ein Happyend. Der Workshop beginnt damit, dass die Schülerinnen und Schüler gemeinsam überlegen, wie sie die Elemente aus dem Märchen auf ihre Lebenswelt übertragen können. So treffen sich der Junge und das Mädchen in Hanoi über die Dating-App Tinder und in Ho-Chi-Minh-Stadt bei einem Schulausflug.

Schattentheater in Vietnam: ein modernes MärchenFoto: Goethe-Institut Vietnam

Zwei Tage Arbeit

 

Nachdem sie sich auf eine Version geeinigt haben, beginnen die Schülerinnen und Schüler in Kleingruppen einzelne Szenen auszuarbeiten. Was passiert genau? Welche wiedererkennbaren Charakteristika haben die Figuren? Sobald die Szenen stehen, werden die Figuren gebastelt: Umrisse werden auf schwarzes Tonpapier gezeichnet, Figuren werden ausgeschnitten, buntes Transparenzpapier setzt Farbakzente. Jede Gruppe bastelt ihre eigenen Figuren und schreibt Dialoge auf Deutsch. Zusätzlich zu den Texten wird auch an der Hintergrundmusik und den Soundeffekten gearbeitet. Schülerinnen und Schüler bringen ihre Instrumente mit und studieren ein Lied ein.

 

Das Finale

 

Es ist Sonntagabend: In Hanoi findet die Aufführung im Goethe-Institut statt, in Ho-Chi-Minh-Stadt in der Bui Thi Xuan Schule. Vor Freundinnen, Freunden, Eltern und Lehrerinnen und Lehrern präsentieren die Deutschlernenden ihr Stück. Die Arbeit zahlt sich aus: Alles läuft glatt, das Publikum ist begeistert. Die Schülerinnen und Schüler stellen unter Beweis wie kreativ, selbstständig und gut sie in Deutsch sind. Im Anschluss zeigt Patricia ihr eigenes Stück, das Märchen „Die zertanzten Schuhe“. Wir danken allen Beteiligten!

Kristin Kropidlowski, Expertin für Unterricht, Goethe-Institut Hanoi
Leonie Schwichtenberg, kulturweit-Freiwillige in Ho-Chi-Minh-Stadt


Avril 2019
Sur le même thème

PASCH-net und Social Media