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Verliebt in Berlin

Von der Seidenstraße an die Spree: Die usbekischen PASCH-Schüler „erobern“ Berlin
„Eine Reise mit meinen besten Freunden nach Berlin - mein Traum. Ist es überhaupt erreichbar?“, dachte Alexej Ermoschin aus Samarkand, bevor sein Traum Realität wurde. Der Sprachdiplomschüler aus Usbekistan gewann mit vier Freunden den ersten Preis im PASCH-Videowettbewerb und wurde von Bundesaußenminister Heiko Maas ausgezeichnet.


Über 5200 km Entfernung liegen zwischen Samarkand an der Seidenstraße und der Bundeshauptstadt. Das sind nicht nur Entfernungen, das sind auch kulturelle Unterschiede. Die jugendlichen Wettbewerbsgewinner des PASCH-Videowettbewerbs von der Sprachdiplomschule Lyzeum Nr. 1 in Samarkand hatten ein paar Tage lang Zeit, interkulturelle Erfahrungen in Berlin zu sammeln. Der Wettbewerbsgewinn beinhaltet auch die Teilnahme am 10-jährigen PASCH-Jubiläum zur Eröffnung des Weltkongresses der Deutschen Auslandsschulen, an dem insgesamt drei Preisträgerschulen ausgezeichnet wurden. Alexej Ermoschin fasst seine Eindrücke in diesem Reisebricht zusammen:

Am Ziel der Träume: Die Gewinner des Videowettbewerbs bei ihrer Ankunft in Berlin

„Salam aleykum!“ – so begrüßt man sich in Usbekistan, und das in einem Lied an unserem letzten Tag (in Berlin) zu hören war ausgezeichnet. Nicht nur das hat uns in diesen fünf Tagen in Berlin gut gefallen. Am Flughafen in Berlin hat Christian, unser Reiseleiter, auf uns gewartet. Man könnte ihm ewig zuhören, ohne sich zu langweiligen. Aber nicht nur er wartete auf uns am Flughafen: Um uns zu sehen, sind Frederik und Julius gekommen – die kulturweit-Freiwilligen, die in Samarkand gearbeitet haben. Wir sind in ein Restaurant mit der typischen deutschen Atmosphäre gegangen, wo alle Gäste traditionelle Lieder mitgesungen haben und dabei laut klatschten.

Wiedersehen macht Freude: Die PASCH-Gewinner mit den ehemaligen kulturweit-Freiwilligen

Freiheit erlebt

Wir hatten sowohl ein kulturelles Programm, als auch Spaß. Ganz ausgezeichnet war ein Picknick am verlassenen Flughafen. Ich kann immer noch die Atmosphäre der Straßen nicht vergessen. Ich habe über „die Freiheit“ nur in den Bücher gelesen, und endlich habe ich das in der Praxis gesehen. Mit „Freiheit“ meinte ich, dass jeder macht, was er will und sich nicht darum kümmert, was Leute über ihn denken. Im Rahmen des Gesetzes natürlich. Was mir besonders gefallen hat ist, dass manche Menschen ein Fahrrad einem Auto vorziehen. Umweltschutz – gerade darüber haben wir in unserem Unterricht viel diskutiert. Die Menschen sind so nett und es war sehr angenehm, sich mit jedem zu unterhalten. Als wir auf dem Schiff waren zum Beispiel, haben wir den Menschen zugewinkt und sie haben uns geantwortet. Eine angenehme Kleinigkeit.

Bootstour: Blick auf das Kanzleramt vom Wasser aus

Feierliche Preisverleihung

Am letzten Tag unserer Reise waren wir zum PASCH-Jubiläum als Ehrengäste eingeladen. Beim Festakt ist auch Bundesaußenminister Heiko Maas gekommen, der uns die Urkunden feierlich überreicht hat. Wir waren sehr stolz darauf, dass wir bei so einer großen Veranstaltung dabei waren. Leider wurde dort nur ein Teil unseres Videos gezeigt und nicht das Ganze. Außerdem wollten wir natürlich eine Rede halten. Dafür hätten wir uns mehr Zeit gewünscht. Wir wollten uns besonders bei den PASCH-Leuten für alles bedanken. Sie geben uns viele Möglichkeiten, die uns echt motivieren, nicht nur Deutsch zu lernen, sondern auch was Kreatives zusammen zu machen. Ich bin sehr froh und glücklich darüber, dass ich von PASCH erfahren habe und mitmachen kann. Danke!!!

Großer Moment: die feierliche Preisverleihung mit Bundesaußenminister Heiko Maas

In Berlin verliebt

Diese fünf Tage in Berlin werde ich nie vergessen. Auch unsere Abende mit Freunden aus Berlin, unsere Spaziergänge: alles bleibt für immer in meinem Herzen. Ich habe meine Zeit noch nie so cool verbracht. Und ich bin echt in Berlin verliebt. Eins, was ich genau weiß – irgendwann komme ich hierhin zurück.

Große Freiheit: Picknick am alten Flughafen (Tempelhofer Feld)
 
27.06.2018
Reisebericht von Alexej Ermoschin, Schüler am Lyzeum Nr. 1 in Smarkand
Zentralstelle für das Auslandsschulwesen (ZfA)

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