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Region Subsahara-Afrika

Laboradio – ein pulsierendes Radioprojekt in Subsahara-Afrika

Logo in weißer und orangener Schrift auf einem blauen Hintergrund und dem Untertitel: Jung. Lebendig. Interkulturell.

Einleitung

Unterstützt von den Goethe-Instituten und Goethe-Zentren beschäftigten sich PASCH-Lernende aus 15 Ländern der Region zwischen 2018 und 2021 intensiv mit dem Medium Radio. In Workshops lernten sie auch, eigene Radiosendungen zu produzieren.

Was bedeutet das Medium Radio für junge Menschen in der Region? Wie wichtig ist es auf lokaler, regionaler und nationaler Ebene? Wie produziert man relevante Nachrichten zu brennenden sozialen Fragen? Radio ist in Subsahara-Afrika ein wichtiges Medium der Information, Unterhaltung und Bildung.

Abwechslungsreich, lebendig und kreativ – wie die Region selbst – so zeigt sich auch der Umgang mit dem Medium Radio, den Schülerinnen und Schülern seit dem ersten Workshop 2018 im Senegal an den Tag legen. 14 Länder haben an diesem Regionalprojekt bis 2021 bereits mitgewirkt: Äthiopien, Burkina Faso, Burundi, Côte d'Ivoire, Dschibuti, Gabun, Ghana, Kamerun, Kenia, Madagaskar, Mosambik, Namibia, Nigeria, Senegal und Uganda. Neben PASCH-Schulen sind auch Schulen der Bildungskooperation Deutsch beteiligt. An allen wird Deutsch als Fremdsprache (DaF) unterrichtet.

Zusammenarbeit mit Rundfunkanstalten

Das Projekt unterstützt junge Menschen bei der Berufsorientierung in den Bereichen Kommunikation, Journalismus und Sounddesign. In vielen Ländern wird mit lokalen Rundfunkanstalten und ihren Ausbildungszentren kooperiert. So lernen die Schülerinnen und Schüler den echten Produktionsalltag kennen.

Workshops bieten den Jugendlichen aus verschiedenen Städten und Ländern die Möglichkeit, sich zu vernetzen und sich interkulturell über gesellschaftspolitische und für sie relevante Themen auszutauschen. Die Seminare werden von deutschen und nationalen Referentinnen und Referenten geleitet.

Die deutsche Sprache wird auf verschiede Arten eingebunden: durch themenspezifische DaF-Module für die Teilnehmenden, durch das Produzieren deutschsprachiger oder bilingualer Radiosendungen oder durch das Erstellen von Beiträgen mit inhaltlichem Deutschlandbezug. Und natürlich durchzieht oft ein freudvoller, spielerischer und mitunter gar „konspirativer“ – im Sinne einer Geheimsprache – anmutender Umgang mit der deutschen Sprache den Projektzeitraum. Das wirkt sich nicht nur positiv auf die Sprachkenntnisse aus, sondern beflügelt auch den Gemeinschaftssinn der Deutschlernenden.

  • Raum mit Teilnehmenden, von oben fotografiert
    © Goethe-Institut/Claas Walthergroß
  • Teilnehmende mit Kopfhörern im Tonstudio
    © Goethe-Institut
  • Eine Frau hält ein Mikrofon, neben ihr mehrere Teilnehmende
    © Goethe-Institut
  • Gruppenfoto der Teilnehmenden im Sitzen
    © Goethe-Institut
  • Radio machen

    Je nach den Bedürfnissen in den teilnehmenden Ländern haben die Workshops unterschiedliche Ausrichtungen – aber eins haben sie alle gemeinsam: Die Jugendlichen lernen angeleitet von Profis den gesamten Prozess einer Radioproduktion kennen. Es beginnt mit der Themenwahl und der Frage: Wer sind die Zielgruppen? Danach erfolgen die Recherche und damit einhergehende Tätigkeiten: Termine vereinbaren, Fragen ausarbeiten, Interviews führen, ein Aufnahmegerät bedienen, Audiofiles übertragen und auf dem Computer bearbeiten. Außerdem erhalten die Schülerinnen und Schüler Sprechtraining. Dabei geht es nicht nur um Aussprache, sondern auch um Tipps, wie man „fürs Hören“ schreibt.

    Für die Jugendlichen ist es faszinierend, in einem Profi-Studio zu arbeiten. Die Anwendung von Schnittprogrammen und die Edition der gesamten Sendung mit allen vorproduzierten Bestandteilen sind weitere wichtige Aspekte des Projekts. Oft sind Medienkompetenz und Geduld gefragt für den aus Nutzerperspektive kaum wahrgenommenen arbeitsintensiven Prozess der professionellen digitalen Edition und des Sounddesigns.

    Und schließlich stellt sich die Frage, wie die Sendung übertragen wird: in einer Schulradiostation, im Stadtkanal eines staatlichen oder lokalen Radiosenders, im Streaming oder via Instagram-Kanal? Eines ist auf jeden Fall klar: Der Sendetermin muss eingehalten werden und das bedingt den Produktionsprozess und bringt Dynamik.

    Selbstverständlich kommt es bei Projektarbeiten, insbesondere unter echtem Produktionsdruck, auch immer wieder zu größeren oder kleineren Dramen, die es gemeinsam zu lösen gilt: von Stromausfall zu Transporthindernissen, von gesundheitlichen Problemen zu Meinungsverschiedenheiten. In einem intensiven Gruppenprojekt ist es entscheidend, unter Einbindung aller Teilnehmerinnen und Teilnehmer  Lösungen und Kompromisse zu finden.

    Dann endlich ist es so weit. Freunde, Familienmitglieder, Klassenkameradinnen und natürlich alle Workshop-Teilnehmende und eine große unbekannte Öffentlichkeit schalten ein und hören zu. Ein fantastischer Moment, den alle jungen Produzentinnen und Produzenten sehr genießen.

    Positives Feedback

    Viele Projektverantwortliche und Lehrkräfte wünschen sich solche Workshops für alle Schulen in ihrem Land. Teilnehmende entdecken ihren Traumberuf oder lernen völlig neue berufliche Perspektiven kennen.

    In einigen Ländern entwickelten sich aus dem Projekt sogar feste Schulradiostationen, Social-Media-Kanäle, Publikationen über professionelle Radioarbeit und langfristig angelegte Kooperationen mit nationalen Radiopartnern.


     
    Mehrere Jugendliche stehen zusammen und halten Videokameras

    Radioprojekt vernetzt PASCH-Lernende in Mosambik und Madagaskar

    Im Jahr 2020 konnten an beiden Partnerschulen Mosambiks sehr erfolgreich lokale Radioworkshops durchgeführt werden. Zu diesem Zweck entstand eine fruchtbare und langfristige Kooperation mit dem Ausbildungszentrum des nationalen Radiosenders Rádio Moçambique (RM).

    Jeweils 20 Schülerinnen und Schüler des Instituto Comercial de Maputo (ICM) und des Instituto Industrial e Comercial da Beira (IICB) lernten, angeleitet von Vollprofis auf dem Gebiet, den komplexen Prozess der Produktion eines professionellen Radiobeitrags kennen – und das in einer sehr spannenden und arbeitsreichen Woche. Angefangen von der Themenwahl, der Recherche, der Programmplanung, den verschiedenen Arten von Tonaufnahmen bis hin zur Edition der Sendungen wurden alle Schritte von den Jugendlichen mit großer Motivation erlernt und durchgeführt. Es entstanden Sendebeiträge zu den für die Altersgruppe relevanten Themen wie Umweltverschmutzung, sexueller Missbrauch im Schulwesen, Jugend und Drogenmissbrauch. Die Belohnung für die hart erarbeiteten Programme war dann das gemeinsame Erleben der im staatlichen Radio gesendeten Programme am letzten Workshoptag!

  • Zwei Jugendliche stehen vor dem Laboradio-Poster und zeigen darauf
    © Goethe-Institute Subsahara-Afrika
  • Drei Personen mit Masken stehen zusammen
    © Goethe-Institute Subsahara-Afrika
  • Drei Personen stehen um einen Tisch zusammen und besprechen sich
    © Goethe-Institute Subsahara-Afrika
  • Jugendliche stehen mit ihren Zertifikaten für ein Gruppenfoto zusammen
    © Goethe-Institute Subsahara-Afrika
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  • Ein Mann sitzt vor einem Laptop und einem Mikrophon
    © Goethe-Institute Subsahara-Afrika
  • Zwei Personen sitzen an einem großen Holztisch vor ihren Mikrophonen
    © Goethe-Institute Subsahara-Afrika
  • Zwei Personen beschreiben und bemalen zusammen T-Shirts auf einem Tisch
    © Goethe-Institute Subsahara-Afrika
  • Zwei Jugendliche stehen mit ihren Zertifikaten vor dem Laboradio-Poster
    © Goethe-Institute Subsahara-Afrika
  • 2021 konnte die Radioarbeit mit einem großen nationalen Laboradio-Workshop fortgesetzt werden, der die Schülerinnen und Schüler der beiden gut 1.000 Kilometer voneinander entfernten Schulen online vernetzte. Diese Weiterführung des Konzepts und die für alle neuartige Situation eines Laboradio mit zwei Präsenzgruppen in virtueller Verbindung stellten alle Beteiligten vor große Herausforderungen. Umso größer waren die Freude und auch der Stolz, als das gemeinsam produzierte Programm am letzten Tag in den Stadtkanälen Maputo und Beira gesendet werden konnte.

    Für die mosambikanischen Schülerinnen und Schüler ist die Laboradio-Arbeit von nachhaltiger Bedeutung: Das Erlernen neuer Kompetenzen, die Arbeit mit digitalen Medien, das Verständnis für die Möglichkeiten eigener Autorenschaft, das Kennenlernen neuer Berufsfelder und die Stärkung der PASCH-Gemeinschaft im Land sind nur einige der positive Resultate.

    Radioworkshop 2021

     

    Lucy E. Knollmeyer
    PASCH-Koordination
    Mosambik

    Madagaskar

    Auch 16 Schülerinnen und Schüler aus Madagaskar vom Lycée Andohalo in Antananarivo und vom Lycée Jacques Rabemananjara in Toamasina haben an einem Laboradio-Workshop teilgenommen.

  • Mehrere Schülerinnen und Schüler stehen mit Lehrkraft im Schulgebäude für ein Gruppenfoto zusammen
    © Goethe-Zentrum Antananarivo
  • Mehrere Schülerinnen und Schüler in blauen Oberteilen und beigen Jutebeuteln stehen zusammen für ein Gruppenfoto
    © Goethe-Zentrum Antananarivo
  • Mehrere Schülerinnen und Schüler mit ihrer Lehrkraft in einem Klassenraum
    © Goethe-Zentrum Antananarivo
  • Schüler und Schülerinnen sitzen im Klassenzimmer, Lehrkraft steht vor ihnen
    © Goethe-Zentrum Antananarivo
  • Drei Jugendliche sitzen vor einem Laptop

    Workshops mit Radioprofis in Äthiopien und Dschibuti

    Der erfahrene Journalist aus Deutschland, Ray Rühle, führte sowohl in Addis Abeba als auch in Dschibuti mit jeweils zehn Jugendlichen einen Workshop zum Thema „Radio selbst gemacht“ durch.

    Ziel des Projekts war, die Schülerinnen und Schüler mit dem Medium Radio bekannt zu machen und in die verschiedenen Genres von Radiosendungen einzuführen. Während des Workshops wurden kurze Beiträge und eigene Radiosendungen mit Moderationselementen produziert.

  • Drei Jugendliche sitzen mit einem  Mann an einem Tisch und schauen auf einen Laptop
    © Goethe-Institute Subsahara-Afrika
  • Ein Jugendlicher mit Kopfhörern hält ein Skript in der Hand
    © Goethe-Institute Subsahara-Afrika
  • Mehrere Jugendliche arbeiten an Laptops mit Kopfhörern auf
    © Goethe-Institute Subsahara-Afrika
  • Mehrere Jugendliche sitzen an einem Tisch und arbeiten an Laptops
    © Goethe-Institute Subsahara-Afrika
  • 2020 konnte der geplante gemeinsame Workshop von beiden Gruppen in Addis Abeba wegen der Pandemie nicht stattfinden. Dafür wurden die beiden teilnehmenden Schulen, das Lycée Français de Djibouti und die German Church School in Addis Abeba, mit den für die Schülerradioarbeit notwendigen technischen Geräten ausgestattet. 2021 führten erfahrene lokale Radiojournalisten Trainingsprogramme mit zwei Schülergruppen in Addis Abeba durch. Die Jugendlichen produzierten verschiedene Beiträge in der lokalen Sprache für ihre Mitschülerinnen und Mitschüler. Wir möchten die beiden Gruppen weiterhin von erfahrenen lokalen Radiojournalisten begleiten lassen und sie dabei unterstützen, eigenständig Radiobeiträge zu den Themen, die sie und ihre Umgebung bewegen, zu produzieren.  

    Radiobeitrag: Umfrage am Goethe-Institut

    Zwei Frauen stehen zusammen an einem Tisch, die linke Person hält der rechten Person ein Mikrophon hin

    Austausch zwischen Côte d'Ivoire und Burkina Faso

    Im November 2021 wurde das 2019 begonnene Schülerradioprojekt Laboradio mit einem einwöchigen Workshop am Goethe-Institut Côte d’Ivoire in Zusammenarbeit mit dem Goethe-Institut Burkina Faso und dem Studio Mozaik fortgesetzt.

    An dem Workshop in Abidjan nahmen 24 Schülerinnen und Schüler sowie sechs Alumni, die bereits an den Workshops im Jahr 2019 mitgewirkt hatten, und sechs Lehrkräfte aus der Elfenbeinküste und Burkina Faso teil. Die ivorischen und burkinischen Schülerinnen und Schüler tauschten an sieben Tagen Ideen und Erfahrungen aus, lernten, wie man Radiobeiträge erstellt, Interviews führt, moderiert und die dazu benötigte Technik bedient. Ziel des Workshops war es auch, die Schülerinnen und Schüler zu befähigen, im Anschluss daran, ein Schülerradio an ihren jeweiligen Schulen aufzubauen, Radiobeiträge zu erstellen, diese mit Schülerradios an anderen Schulen und in anderen Ländern zu teilen. Der zweite Workshop hat gezeigt, dass der länderübergreifende Jugendaustausch ein ganz wichtiges Element von PASCH ist, dem gar nicht genug Rechnung getragen werde kann.

  • Jugendliche im Goethe-Institut vor Plakaten
    © Goethe-Institute Subsahara-Afrika
  • Ein Jugendlicher mit Kopfhörern am Mikrophon
    © Goethe-Institute Subsahara-Afrika
  • Mehrere Jugendliche mit einem Erwachsenen besprechen sich vor einem Laptop
    © Goethe-Institute Subsahara-Afrika
  • Jugendliche zusammen in einem Raum mit vielen Mikrophonen
    © Goethe-Institute Subsahara-Afrika
  • Zwei Jugendliche an einem Mischpult

    Jugendliche aus Kamerun und Gabun produzieren Radiomagazin über Douala Manga Bell

    Bei einem zehntägigen Radio-Workshop ließen sich zwölf Schülerinnen und Schüler aus Kamerun und Gabun von der Geschichte des kamerunischen Königs Douala Manga Bell inspirieren und produzierten gemeinsam ein Radiomagazin über seine Spuren.

    Zusammen mit dem Profireporter Richard B. Onanena, der berühmten Moderatorin Joyce Fotso und dem Radiotechniker Michel Essomba tauchten die Schülerinnen und Schüler in die Welt des Radiomachens ein – stets bereit mit den Aufnahmegeräten oder dem Smartphone einen O-Ton aufzunehmen, immer auf der Suche nach Inhalten zu Douala Manga Bell. Während der Exkursionen in die Radiostationen Sweet F.M. und Balafon Radio erlebten die Teilnehmenden, was alles in einer Livesendung passiert und durften auch selbst zum Mikro greifen.

  • Zwei Jungen stehen an einem Mischpult
    © Goethe-Institute Subsahara-Afrika
  • Fünf Personen stehen an einem Tisch. Im Vordergrund steht ein Schild, auf dem "Femme au Contrôle" steht.
    © Goethe-Institute Subsahara-Afrika
  • Jugendliche stehen zusammen während des Workshops
    © Goethe-Institute Subsahara-Afrika
  • Jugendliche stehen für ein Gruppenfoto zusammen
    © Goethe-Institute Subsahara-Afrika
  • Am letzten Tag zeigten die jungen Journalistinnen und Journalisten, was sie alles gelernt hatten und moderierten das Abendprogramm des gesamten Labor-Camps: Eröffnung, kurze Liveinterviews über ihre Erfahrungen im Labor-Camp und gezielte Fragen an das Organisationsteam bis hin zu den Livebeiträgen über Douala Manga Bell und natürlich alles mit einem abwechslungsreichen Musikprogramm unterlegt.

    Schüler in blauen T-Shirts und OP-Masken im Studio

    Zu Gast in einer Livesendung über den Schulalltag in Ghana

    Der Medienprofi Kingsley Obeng-Kyereh des ghanaischen Radiosenders GBC brachte Schülerinnen und Schülern der Accra Academy Senior und Accra Wesley Girls Senior High School die Welt des Radiomachens näher und lud sie  in eine Livesendung ein.

    Als es keinen Lockdown mehr gab, konnte ein Workshop mit einem Radioreporter von GBC (Ghana Broadcasting Cooperation), dem staatlichen Radiosender, durchgeführt werden. Das ausgearbeitete Programm war sehr interessant und alle waren sehr froh, von dem Medienprofi Kingsley Obeng-Kyereh zu lernen, wie eine Radiosendung aufgebaut und schließlich durchgeführt wird. Besonders die Interviews mit den professionellen Aufnahmegeräten haben den Teilnehmenden viel Freude bereitet. Das Schneiden der Beiträge dagegen war oft ziemlich knifflig, führte aber auch zu interessanten neuen Erkenntnissen ...

  • Mehrere Personen steigen in einen Bus
    © Goethe-Institut Ghana
  • Mehrere Personen stehen zusammen vor einer bunten Wand
    © Goethe-Institut Ghana
  • Gruppenfoto mit Masken auf Gelände des Studios
    © Goethe-Institut Ghana
  • Eine Frau steht vor einem Mikrofon im Tonstudio
    © Goethe-Institut Ghana
  • Besonderes Highlight war der abschließende Besuch dieses Senders GBC in der Innenstadt der ghanaischen Hauptstadt Accra. Die Deutschlernenden der PASCH-Schulen Accra Academy und Accra Wesley Girls durften als Gäste an einer Sendung mitwirken, in der es um Schulalltag in Ghana ging.  Obwohl die Teilnehmenden in dem Workshop gelernt hatten, wie man Interviews durchführt und selbst zahlreiche durchgeführt hatten, waren sie sehr schüchtern und wollten in dieser Livesendung zuerst kaum etwas sagen, als sie befragt wurden. Die Atmosphäre in dem Senderaum mit dem leuchtenden ON-AIR-Zeichen konnte einen auch wirklich nervös machen. Zeichensprache musste verwendet werden, und man durfte sich nicht einmal räuspern. Doch nachdem die anfänglichen Schwierigkeiten überwunden waren, nannten die Schülerinnen und Schüler interessante Aspekte, die selbstverständlich sehr viel mit ihrem eigenen Leben zu tun hatten.

    Als die Sendung vorüber war, wurden alle eingeladen, sich auch noch das Fernsehstudio des staatlichen Senders GBC anzusehen. Einige der Anwesenden fanden es tatsächlich noch spannender, wenn zu Ton auch noch Bild dazukommt. Außerdem trafen wir bekannte Persönlichkeiten aus dem ghanaischen Fernsehen und konnten Fotos mit ihnen machen.

    Zu Beginn des Projekts war geplant, dass die PASCH-Schulen in Ghana mit dem Geschwister-Scholl-Gymnasium in Waldkirch das Programm durchführen. Alle haben sich auch gewünscht, dass daraus eine Schulpartnerschaft entsteht. Leider hat die Pandemie diesen Plan zunichtegemacht.

    Zwei Personen im Gespräch

    Laboradio eröffnet namibischen PASCH-Lernenden Praktikumsmöglichkeiten

    Mit Hitradio Namibia konnten PASCH-Schülerinnen und -Schüler Radioluft schnuppern. Der Sender verfügt auch über ein deutschsprachiges Programm und bot den PASCH-Lernenden nach der erfolgreichen Zusammenarbeit Praktikumsplätze an.

    2020 startete die Bewerbungs- und Auswahlphase für den Laboradio-Workshop in Namibia mit mehr als 80 Einsendungen von PASCH-Schülerinnen und PASCH-Schülern.

    Die vielen Einsendungen verdeutlichten mit ihren Inhalten, wie wichtig das Mediums Radio nach wie vor in der Gesellschaft und auch für die jüngere Generation ist. Die jungen Bewerberinnen und Bewerber zeigten großes Interesse an ihrem Informations- und Mitgestaltungsrecht zu gesellschaftsrelevanten Themen und brachten ihre eigenen Ideen überzeugend ein.

    13 Jugendliche wurden ausgewählt und nahmen im Mai 2021 an einem zehntägigen Workshop in Windhoek teil. Professionelle Moderatoren und die Eigentümerin von Hitradio Namibia leiteten die Schulung. Die Teilnehmenden erhielten Einblicke in theoretische Hintergründe, besuchten den Sender und erstellten selbst professionelle Radiobeiträge.

  • Drei Personen arbeiten am Laptop mit OP-Masken
    © Goethe-Institut Namibia
  • Mehrere Schülerinnen und Schüler sitzen zusammen in einem Bus und lachen
    © Goethe-Institut Namibia
  • Zwei Personen mit Mikrofonen unterhalten sich
    © Goethe-Institut Namibia
  • Drei Personen sitzen zusammen an einem Tisch
    © Goethe-Institut Namibia
  • Die Workshop-Tage hatten ein volles Programm: von der Themenfindung und Recherche über Straßen- und Experteninterviews bis hin zur Beitragsgestaltung, dem Schnitt und dem Erstellen des Voiceovers.

    Dazu gab es ein buntes und aktives Freizeitprogramm zum Ausgleich. Die Workshopleiter waren erstaunt über die exzellente Qualität der Ergebnisse und alle Podcasts wurden in den kommenden Wochen bei Hitradio, aber auch beim nationalen Sender NBC gesendet. Die Themen reichten von Umweltschutz und dem neu eingeführten Cambridge AS Level über den Einfluss sozialer Medien bis hin zu Sexualkunde.

    Den Teilnehmenden wurden im Nachgang auch Praktikumsplätze vom deutschsprachigen Sender Hitradio angeboten. Dies motivierte speziell noch mal das Lernen von Deutsch als Fremdsprache. Die Berufsperspektive im Bereich Journalismus und Medien sowie Medientechnik erfährt in Namibia wenig Werbung. Daher begrüßten die Sender die Zusammenarbeit und das Projekt sehr.

    Eine Frau und ein Mann stehen zusammen

    Radiomachen mit Fantasie – Hörfunkprofis aus Nigeria geben Einblick in ihre Arbeit

    Die hoch motivierten Radioprofis Fola Afolayan und Gbenga Aborowa von Broadcast Radio Master Class Nigeria Limited vermittelten den Teilnehmenden Grundkenntnisse im Radiojournalismus.

    Cruise Radio ist ein fantasievoller Radiosender, der aus Innovationslust, Neugier und Wissensdurst heraus entstanden ist. Das wurde den Schülerinnen und Schülern der Corona Secondary School Agbara während der Teilnahme am regionalen Radio-Workshop in Nigeria bewusst. Ziel der Schulung war es, den Schülerinnen und Schülern grundlegendes Wissen zu Radioproduktion, Interviewtechniken, Inhaltsanalyse und Recherche zu vermitteln. Der Workshop fand vom 5. bis 7. Februar 2021 statt.

    Die 15 Teilnehmenden werden diese wunderbare Erfahrung sicher nicht so schnell vergessen. Sie freuen sich bereits auf Möglichkeiten, das erworbene Wissen in einer realen Lebenssituation anzuwenden, entweder im beruflichen oder auch persönlichen Kontext.

    Frau in rotem Oberteil spricht mit Schülern

    Schulradioprojekt in Senegal – Laboradio wird ins Leben gerufen

    Nicht nur aus allen Landesteilen Senegals, sondern auch aus Deutschland kamen die Schülerinnen und Schüler, die sich Ende November 2018 zum ersten Laboradio-Atelier auf der Île de Gorée vor der Küste Dakars trafen.

    Unter der Projektleitung von Caren Bredin wurde in zehn Tagen der Grundstein für das Schulradioprojekt Laboradio gelegt.

    Die ruhige Insel und das Gelände der Maison d’Eduation Mariama Bâ bot den perfekten Ort für den Workshop. Nach Spielen zum Kennenlernen wurden Gruppen gebildet: Immer ein Radioexperte aus Waldkirch arbeitete zusammen mit drei senegalesischen und deutschen Schülerinnen und Schülern.

    Die Themenwahl war vielfältig: Klimawandel, Musik, Freizeitaktivitäten oder Immigration. Mit der Festlegung von Leitfragen begann die eigentliche Arbeit: Zuerst gingen die Schülerinnen und Schüler auf Jagd nach Original-Tönen. Mit Aufnahmegeräten ausgestattet zogen sie in ihren Gruppen über die Insel und interviewten Touristen, Einheimische oder auch mal die besten Freunde. Die so gewonnenen O-Töne mussten dann selektiert, geschnitten, bearbeitet und in sogenannte Manteltexte verpackt werden. Das ist eine Menge Arbeit, der die Schülerinnen und Schüler drei Tage lang nachgingen – nur unterbrochen von Kaffeepausen und kleinen Energizern.

    Mehrere Personen arbeiten an einem Tisch © Goethe-Institut Senegal

    Extra Input gab es bei einer Fahrt nach Dakar, um drei Radiosender zu besuchen. Die Schülerinnen und Schüler wurden durch die Studios geführt, sprachen mit Moderatoren, Journalistinnen und Praktikanten und durften teilweise auch mal selbst in den Aufnahmeraum. Wieder auf Gorée, wurde ein professionelles Casting abgehalten, um aus den 32 Schülerinnen und Schülern die drei Live-Moderatorinnen und -Moderatoren für unsere Sendung zu finden. Währenddessen arbeitete unser deutscher Musiklehrer und Jingle-Spezialist Wolfgang Faller an seiner Jingle-Komposition auf den Namen unseres Projekts: „Laboradio!“.

    Gruppenfoto vor einer lilafarbenen Wand © Goethe-Institut Senegal

    Halbzeit: Für den Länderabend standen schon gegen Mittag die Trommeln bereit. Am Abend wurde ein kleiner Weihnachtsbaum aufgestellt, die Drehorgel spielte ihr Lied, traditionelle Werkzeuge und Instrumente aus der Casamance wurden präsentiert und natürlich wurde auch getanzt.

    Am Donnerstag nahm das Arbeitstempo deutlich Fahrt auf. Alle Schülerinnen und Schüler wurden in die Jingle-Aufnahme eingebunden und der Techniker Michael Ohnemus führte das Mischpult vor und bereitete alles für die Generalprobe vor. Während die Moderatorinnen und Moderatoren fleißig an ihren Texten schrieben, berieten die Schülerinnen und Schüler in der Musikredaktion über die passenden Tracks für die Sendung: darunter natürlich deutsche und senegalesische Hits. Als unsere übermüdeten, aber glücklichen Moderierenden schließlich zur Generalprobe bereit waren, machten uns die fertigen Beiträge gekoppelt mit Musik und Live-Moderation natürlich stolz wie Oskar.

    Frau bei einer Livesendung am Aufnahmegerät © Goethe-Institut Senegal

    Voller Vorfreude brach die ganze Gruppe, gekleidet in druckfrischen Laboradio-T-Shirts, am nächsten Morgen zum Lycée Galandou Diouf in Dakar auf. Nach gut einer Woche harter Arbeit bekamen sowohl die Schülerinnen und Schüler aus dem Radioworkshop als auch die Lernenden des Lycées zum ersten Mal die fertige Sendung zu hören. Die Ausstrahlung lief wie am Schnürchen und erntete viel Beifall – genau wie der gesamte Workshop, der von den Schülerinnen und Schülern beinahe ausschließlich positives Feedback erhielt.

    Gruppenfoto in weißen Oberteilen © Goethe-Institut Senegal

    Nach getaner Arbeit blicken wir beim abschließenden Ausflug zurück auf eine Zeit voller Austausch mit konstruktivem Schaffen und viel Spaß.

    2019 Fortsetzung in Cote d´Ivoire

    Nach dem erfolgreichen ersten deutsch-senegalesischen Workshop im November 2018 in Dakar fand vom 10. bis 17. April 2019 der zweite Laboradio-Workshop am Goethe-Institut in Abidjan statt. Insgesamt 25 Schülerinnen und Schüler von 13 Schulen aus Deutschland, dem Senegal, Burkina Faso und der Côte d’Ivoire arbeiteten an sechs Tagen intensiv zusammen, um zu lernen, wie man Interviews führt, moderiert, Radiobeiträge erstellt und mit der Radiotechnik umgeht.

    Am Ende entstanden Radiobeiträge auf Deutsch und Französisch zu so unterschiedlichen Themen wie „Partnerwahl“, „Prostitution von jungen Frauen in Afrika“, „Träume und Ambitionen der Jugend“, „Drogen an Schulen“ und „Jugend und Literatur“. Der Workshop profitierte von den Erfahrungen und der großen Motivation seiner Teilnehmerinnen und Teilnehmer. So teilten die deutschen und senegalesischen Schülerinnen und Schüler ihr bereits vorhandenes Wissen und ihre Erfahrungen mit den burkinischen und ivorischen Teilnehmerinnen und Teilnehmern.

    Weitere lokale Workshops im Senegal

    2021 fanden im Senegal in Kooperation mit dem Radiosender Temoin FM sechs weitere lokale Workshops mit 44 Schülerinnen und Schülern statt. Die Inhalte, die in den Workshops entstehen, werden auch auf dem  Instagramkanal @laboradio_senegal veröffentlicht.

  • Mehrere Personen arbeiten zusammen an Tischen
    © Goethe-Institut Senegal
  • Schüler und Schülerinnen stehen zusammen vor der Bibliothek
    © Goethe-Institut Senegal
  • Ein Schüler steht mit einem Wagen in einem Archiv
    © Goethe-Institut Senegal
  • Mehrere Schüler und Schülerinnen laufen durch einen Garten
    © Goethe-Institut Senegal