„Einmal eine gute Zukunft, bitte!“: Ein PASCH-Sommerprojekt in Vietnam

Schülerinnen und Schüler reflektieren ihr Konsumverhalten
In der Woche vom 16. bis zum 20. Juli 2018 fand ein einwöchiges Sommerprojekt in Ho-Chi-Minh-Stadt, Vietnam statt. Unter dem Motto „Einmal eine gute Zukunft, bitte!“ beschäftigten sich PASCH-Schülerinnen und -Schüler mit dem Thema Umwelt.


Wo beginnt die Umwelt und wo hört sie auf?

An einem Montagmorgen zur Ferienzeit treffen sich die Schülerinnen und Schüler von drei verschiedenen PASCH-Schulen aus Ho-Chi-Minh-Stadt und haben ein gemeinsames Ziel: Mit ihrem Wissensdurst und Kreativität wollen sie sich eine Woche lang der Komplexität des Themas Umwelt nähern.

Die Umweltwoche beginnt mit einer Reflexion der Teilnehmenden. Sie fragen sich selbst und auch einander, warum Umweltschutz wichtig ist, wie man die Umwelt schützen kann und was einen davon abhält. Die Schülerinnen und Schüler gehen auf Konfrontationskurs, und zwar mit sich selbst. Sie ermitteln ihren ökologischen Fußabdruck und am Ende des Tages sind sich alle einig: Umweltschutz fängt bei mir an!

Wo beginnt das Lernen und wo hört es auf?

Ebenso werden die Schülerinnen und Schüler nicht nur innerhalb, sondern auch außerhalb des Klassenzimmers mit der Thematik konfrontiert. Auf der Suche nach Möglichkeiten, die Umwelt zu schützen, besuchen sie an Tag zwei des Sommerprojektes den „Solar Experience Space“ der Bach-Khoa-Universität. Der Solar Experience Space bietet Solarzellen zum Verstehen, Anfassen und Nachdenken. Die Lernenden lauschen den Expertinnen und Experten, die einen Workshop zum Thema erneuerbare Energien halten.

Ein Blick auf die Solarzellen des Solar Experience Space

Am Ende des Workshops sind die Schülerinnen und Schüler mit der Thematik vertraut und bekommen von den Workshopleitenden einen Anhänger als Souvenir. Die Deutschlernenden sind bereits sensibilisiert für Umweltverschmutzungen und ihnen entgeht nicht, dass die Anhänger einzeln in Plastik verpackt sind. So lernen auch die Expertinnen und Experten von den Teilnehmenden: Unnötiges Plastik gilt es in jedem Falle zu vermeiden.

Wo beginnt Nachhaltigkeit und wo hört sie auf?

In Gruppenarbeit werden die Deutschlernenden selbst zu Expertinnen und Experten von drei Unterthemen: Wasserknappheit auf der Welt, Ernährung im Kontext des Klimawandels und Plastikverschmutzung. Die Gruppen widmen sich ihrem Thema und intensivieren anschließend ihre Lernerfahrung, indem sie ihr Wissen einander weitergeben. Eigenständig erarbeiten sie sich einen Überblick und entwerfen dann Seiten für einen Flyer, der das Endprodukt des Workshops sein wird. Sie zeichnen, malen Comics, entwerfen Diagramme, schreiben Informationstexte und geben ein paar Tipps für einen nachhaltigen Umgang mit Natur und Umwelt. Es geht um „Lifehacks für eine bessere Zukunft“.

Erstellung des Flyers

Wo beginnt Kreativität und wo hört sie auf?

Am vierten Tag der Projektwoche werden die Schülerinnen und Schüler wiederholt kreativ: In Upcycling-Sessions lernen sie neue Wege kennen, benutzte Dinge wiederzuverwenden. Über die letzten Tage haben die Teilnehmenden ihren Verpackungsmüll gesammelt, der nun gesichtet, reflektiert und wiederwendet wird. Die Upcycling-Produkte sind nicht nur als Impulse für einen nachhaltigen Konsum, sondern auch als persönliche Erinnerungen zu verstehen, die zu Hause der Familie und Freunden gezeigt werden können.

Umweltschutz-Starter-Kit: Stofftaschen statt Plastik

Die Lernenden erhalten darüber hinaus ein Umweltschutz-Starter-Kit. Wer ein paar Tage in Ho-Chi-Minh-Stadt verbringt, kommt schnell in den Genuss zahlreicher Smoothies oder anderer Getränke, die Straßenstände in der ganzen Stadt verkaufen. Auch immer dabei: Der Plastikstrohhalm und die Plastiktüte, die extra an Getränkebecher angepasst ist und den Transport dieser auf dem Moped möglich macht. Das Umweltschutz-Starter-Kit enthält einen Bambusstrohhalm, der ins Federmäppchen passt, sowie eine Stofftragetasche passend für die Getränkebecher. Die Schülerinnen und Schüler bemalen die Taschen und setzen nun Stoff und Farbe gegen Plastik ein.

Wo beginnt die Umsetzung? Hier!

Das Goethe-Institut Ho-Chi-Minh-Stadt bietet eine Plattform für die PASCH-Schülerinnen und -Schüler, um weitere Studierende zu erreichen, denn Umweltschutz hat neben dem „Ich“ auch immer etwas mit einem „Wir“ zu tun. So bildet die Präsentation des Flyers den Abschluss des Sommerprojektes. Die Krönung ist das Aufhängen des Posters der Plastik-Fachgruppe im Café des Instituts, das über folgende Neuigkeit informiert: Das Café Goethe wird plastikfrei! Zukünftig werden keine Plastikstrohhalme mehr ausgegeben.

24.07.2018
Leonie Ziem, kulturweit-Freiwillige, Goethe-Institut Vietnam

PASCH-net und Social Media