PASCH-net-Adventskalender 2017
„Die Reise nach Ägypten“ – eine Weihnachtsgeschichte

Autor: Hermann Schulz
Sprecherin: Julia Cortis
Illustration: Nina Tines

„Wir müssen langsam fahren, denn der Berg ist sehr hoch. Den Weg fahren nur Leute, die nach Ägypten wollen. Außerdem dürfen nicht viele Leute den Weg kennen, musst du wissen. Und auch nicht alle dürfen ihn benutzen.“

„Aber wir!“, sagte Filemón leise und ein bisschen stolz, „wir dürfen da rauf!“

Aber noch fuhren sie langsam durch die Straßen voller Menschen. Es fuhren immer mehr Leuchtraketen laut in den Himmel, schienen hell und gingen dann aus. Der kleine Junge war ganz entrückt, vielleicht hat er so etwas wirklich noch nie gesehen. Oder konnte sich nicht daran erinnern. Und der Doktor dachte: Ich weiß ja gar nichts von ihm! Plötzlich ging der Weg wirklich ganz hoch nach oben, es gab immer weniger Häuser neben der Straße, dann gab es nur noch Pflanzen und Felsen. Der Wagen kam nur schwer die alte Straße hoch und war dabei sehr laut.

Endlich kamen sie oben auf dem Berg an. Hierher kamen sonst gerne Liebespaare und schauten sich die Landschaft an. Aber der Doktor Fernando und Filemón waren heute ganz allein. Sie stiegen aus und der Doktor nahm die Hand des Jungen.

„Wir sind da! Komm, wir suchen uns einen Platz und machen es uns bequem. Hier liegt ein großer Stein. Der ist noch ganz warm von der Sonne. Hier können wir beide sitzen“, sagte er. Der Junge ging mit. Von hier oben aus konnten sie die ganze Stadt sehen. „Guck mal, die vielen Lichter da unten! Man sieht gar kein Ende!“, sagte der Junge. Doktor Fernando sagte nichts. „Und immer noch Leuchtkerzen am Himmel!“

Fernando wusste, dass er nichts sagen musste. Aber er nahm eine Hand des Jungen in seine. „Man sieht jetzt gar keine Menschen mehr!“ Mit seiner rechten Hand zeigte Filemón ganz weit weg. „Guck mal, Doktor! Da machen sie immer noch neue Lichter an … Vielleicht wollen sie auch Schätze suchen.“

Fernando sah den Jungen an. „Warum denn Schätze suchen?“, fragte er vorsichtig. Filemón sprach wieder ganz schnell und ein bisschen durcheinander. So redete er immer, wenn er etwas erzählte. Fernando konnte ihn nur schwer verstehen.


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