PASCH-net-Adventskalender 2017
„Die Reise nach Ägypten“ – eine Weihnachtsgeschichte

Autor: Hermann Schulz
Sprecherin: Julia Cortis
Illustration: Nina Tines

Hallo! Wer bin ich?“, fragte der Doktor in der Tür. „Der alte Doktor Fernando bist du!“, rief ein kleines Mädchen. „Falsch! Wer weiß, wer ich heute bin?“ „Das Christkind vielleicht?“ „Richtig! Heute bin ich mal das Christkind!“, sagte der Doktor. Damit waren aber nicht alle Kinder einverstanden.

„Aber das Christkind ist ganz klein. Und du mit deinem Bart bist ganz groß! Gib uns lieber die Geschenke!“, sagte Leonardo laut. Er wollte in diesem Krankenzimmer immer der Chef sein. „Warum denn Geschenke?“, fragte der Doktor. „Weil Weihnachten ist!“, antworteten alle Kinder im gleichen Moment.

„Richtig!“, sagte der Doktor. „Und was gehört noch unbedingt zu Weihnachten?“ Die kleine Luisa begann sofort zu reden: „Ganz viel Schnee, an anderen Orten, da wo es kalt ist, aber bei uns Leuchtraketen und Weihnachtsbäume oder Clowns und so.“

„Und was gehört noch zu Weihnachten?“, wollte Fernando wissen. „Die Weihnachtsgeschichte vielleicht?“ Ganz sicher war sich Luisa nicht. Aber der Doktor nickte. „Genau, die Weihnachtsgeschichte! Also in einem Stall in Bethlehem wurde das Christkind geboren. Da standen Ochs und Esel und machten den Stall warm. Daher war niemandem kalt.

Da dann stand jemand vor der Tür und wollte hereinkommen. ‚Herein, wenn es kein Schneider ist!‘, rief Josef, der Vater. Denn der war selber Schneidermeister und wollte keine Konkurrenz.“ Die Kinder glaubten dem Doktor aber nicht. „Der Josef war gar kein Schneider, der war doch heilig – oder Schreiner! Zimmermann oder so was!“, sagte der kleine William.

„Natürlich, William! Josef war ein Zimmermann. Und heilig sowieso. Und nichts anderes! Da sagte seine Frau Maria zu ihm: ‚Aber Josef, wir können doch jetzt keinen Besuch haben. Sieh mal, wie durcheinander hier alles ist. Überall liegt Stroh und Heu herum. Ich muss doch erst aufräumen.‘ „Genau wie bei uns zu Hause!“, rief ein Kind aus einer Ecke. „Bei Besuch gibt es erst mal Ärger!“

„So ungefähr war es auch bei Josef und Maria. Aber Josef hatte eine andere Meinung als seine Frau und redete leise zu ihr. Die Leute vor der Tür sollten es nicht hören: „Die Leute können doch nicht draußen in der Kälte stehen, Maria! Das geht doch nicht!“


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