PASCH-net-Adventskalender 2017
„Die Reise nach Ägypten“ – eine Weihnachtsgeschichte

Autor: Hermann Schulz
Sprecherin: Julia Cortis
Illustration: Nina Tines

Bis zur Geburt dauerte es jetzt nicht mehr lange und das Baby in Marias Bauch war sehr aktiv. Sie war mit ihrem Mann Josef noch unterwegs auf einer Landstraße. Es war richtig kalt, und es schneite sehr stark. Aber sie konnten sehen, dass sie schon in der Nähe eines Ortes waren.

„Ich glaube, das da drüben ist Bethlehem“, sagte Josef, weil die beiden etwas Dringendes in der Stadt machen mussten. „Weiß denn jemand von euch, welchen Plan die beiden hatten?“ Die kleine Terese sagte ganz schnell: „Damals mussten alle, also, die mussten an ihren Wohnort, oder an ihren alten Wohnort, oder an ihren Geburtsort, und Schätze suchen oder so!“

Die meisten der kleinen Zuhörer waren sehr interessiert und hörten ganz wach zu. Nur der laute Elbis war damit gar nicht zufrieden. „Schätze suchen ist ja ganz falsch! Was denn für Schätze? Das ist ja gar nicht wahr!“ Da musste der Doktor wieder korrigieren.

„Sie wollten keine Schätze suchen, liebe Terese, die Regierung wollte sie schätzen, sagte man damals. Sie waren unterwegs zu so etwas wie einem Rathaus. Dort kannte man die Vornamen und Familiennamen aller Menschen des Landes. Hier musste man also hingehen und sich melden. Danach konnte man wieder nach Hause gehen.

Und wie hießen eigentlich Josef und Maria mit Familiennamen? Weiß das jemand von euch?“ Da fiel den Kindern keine Antwort ein und sie fingen an leise zu reden. Nur Terese hatte einen Vorschlag: „Gott vielleicht? Oder Weihnachtsmann?“

„Der Weihnachtsmann kam erst viel später“, erklärte der Doktor. „Ich weiß es auch nicht genau, aber ich glaube, damals hatten die Menschen nur Vornamen. Das war genug, weil noch nicht so viele Menschen auf der Welt lebten wie heute. Man setzte einfach den Ort hinter den Vornamen, ihren Geburtsort. Jesus von Nazareth zum Beispiel. Seine Mutter Maria von Nazareth fasste sich an den Bauch und sagte nervös: „Josef, bald kommt es!!!“ Josef hörte nicht richtig zu. Er dachte an das nächste Essen, weil er schon wieder Hunger hatte, und fragte: „Wer kommt, liebe Maria? Kriegen wir etwa Besuch?“

Maria sprach undeutlich: ‚Dummkopf! Da kommt doch kein Besuch! Und auch nicht der Weihnachtsmann oder der Osterhase! Hast du etwa vergessen, dass wir bald ein Kind bekommen?“ Doktor Fernando sah die Kinder an und zeigte einen Finger: „Wer weiß es? Auf wen wartete die dicke Maria?“ „Das Christkind! Das Jesuskind! Wie in jedem Jahr!“, riefen alle.


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