PASCH-net-Adventskalender 2017
„Die Reise nach Ägypten“ – eine Weihnachtsgeschichte

Autor: Hermann Schulz
Sprecherin: Julia Cortis
Illustration: Nina Tines

„Das geht ja gar nicht! Du bist der alte Doktor Fernando!“, rief ein kleines Mädchen. „Du bist ja nur der Fernando mit dem Bart! Los, wir wollen eine Geschichte hören, wie im letzten Jahr!“, rief der kleine Elbis. „Woher weißt du das denn, du Schlauberger? Du warst ja im letzten Jahr noch gar nicht hier!“ „Das haben die anderen erzählt“, erklärte Elbis.

Die Kinder sahen jetzt nur noch auf Fernando. Endlich konnte er beginnen. Er stellte den Sack mit den Geschenken ab, tanzte zwischen den Betten hin und her und sang eine Melodie: „Maria hatte einen dicken Bauch und ihr Mann, der Josef, auch!“ Das gefiel den Kindern und sie lachten.

Doktor Fernando erzählte weiter. „Der Schreinermeister Josef hatte zu viel gegessen. Deshalb war er ein bisschen dick geworden. Er war eigentlich noch ein ganz junger Kerl und musste viel arbeiten in seiner Werkstatt.“

Fernando zeigte wie ein Schauspieler im Theater seinen Bauch vor. „Sooo dick war er. Seine Frau Maria aber … Was hatte sie in ihrem dicken Bauch?“ Doktor Fernando guckte von einem Bett zum anderen.

„Auch zu viel gegessen vielleicht!?“, rief ein kleiner Junge aus der Ecke. Der Doktor sagte nein. „Das ist ja ganz falsch. Maria aß morgens nur ein bisschen Reis mit Bohnen, mittags ein Butterbrot und abends ein Stück Torte zum Tee. Manchmal zwischendurch schon mal Schokolade, aber nur manchmal! Also: Was war in ihrem dicken Bauch?“

„Das Christkind oder wie das heißt!“, rief der kleine Elbis. Da kam auch Terese: „Das neue Baby heißt doch eigentlich Jesuskind! Und nicht Christkind, oder?“ „Beide Antworten sind richtig!“, freute sich Doktor Fernando. „Manche Kinder haben einfach zwei Namen, das gibt es heute auch. Das Jesuskind war kurz vor der Geburt.

Ihr wisst ja, Kinder wollen erst einmal im Bauch ihrer Mama bleiben, weil sie noch Angst haben, rauszugehen, und nicht schon an die Kleidung für draußen denken müssen. Am liebsten möchten sie für immer im warmen Bauch der Mutter bleiben. Aber dann ist Schluss und sie müssen ans Licht und auf die Welt kommen! Sie drücken an den Bauch der Mutter und schreien: ‚Los jetzt, Mamita! Ich will endlich raus hier! Und kümmere dich um Kleidung für mich!‘


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