Jugendliche lernen anders

Warum sind Jugendliche im Unterricht oft gelangweilt?

Langeweile im Unterricht | © dpa/picture-alliance.deLangeweile im Unterricht | © dpa/picture-alliance.deHaben Sie das auch schon erlebt? Schülerinnen und Schüler machen im Unterricht nicht so recht mit und scheinen sich zu langweilen. Was kann dahinterstecken?

Bildungsforscher haben herausgefunden, dass sich ein Großteil der Schülerinnen und Schüler im Unterricht langweilt – besonders in der Sekundarstufe. Nicht nur persönliche Erfahrungen von Lehrerinnen und Lehrern, sondern auch empirische Untersuchungen zeigen, dass es sich bei Langeweile im Unterricht um ein sehr häufig auftretendes Phänomen handelt. Wissenschaftler stellten in einer Studie fest, dass sich 12- bis 16-jährige Jugendliche durchschnittlich ein Drittel der Unterrichtszeit langweilen. Das heißt allerdings nicht, dass Schüler im Unterricht nichts zu tun haben und sich deswegen langweilen.

Langeweile entsteht vielmehr immer dann, wenn die Relevanz des Unterrichtsstoffes nicht klar ist: in Lernsituationen, die Schüler als unwichtig erleben. Man spricht in diesem Zusammenhang von „subjektiv unwichtigen Situationen“. Studien zeigen, dass die Unterrichtsstunden, in denen sich Lernende langweilen, von 72 Prozent der Schüler als nicht oder wenig wichtig angesehen werden. Das heißt, den Jugendlichen ist nicht klar, wozu sie etwas lernen müssen und was sie mit dem Gelernten anfangen können.

Als Folge der Langeweile sind die Jugendlichen nur wenig motiviert, sich am Unterricht zu beteiligen und sich Mühe zu geben. Studien zeigen zudem, dass Schüler, die sich im Unterricht langweilen, häufiger schlechte Noten haben.

Wenn man Schüler fragt, was sie tun, um der Langeweile im Unterricht zu entgehen, geben die meisten an, dass sie versuchen sich abzulenken. Dabei flüchten sie sich entweder in ihre Gedanken – sie denken zum Beispiel daran, was sie am Wochenende getan haben. Oder sie beschäftigen sich mit anderen Dingen, plaudern etwa mit dem Banknachbarn oder erledigen Hausaufgaben für andere Fächer. Häufig sagen die Schüler auch, sie hätten die Langeweile akzeptiert und einfach ertragen: „Ich saß da und hab nichts gemacht. Einfach nur ins Leere geschaut“.

Nur sehr wenige Schüler geben an, dass sie versuchen, sich trotz Langeweile wieder auf den Unterricht zu konzentrieren. Das heißt, insgesamt nutzen die meisten Schüler Strategien gegen die Langweile im Unterricht, die nicht lern- und leistungsförderlich sind.

Daher ist es wichtig, dass Lehrerinnen und Lehrer ihren Unterricht so gestalten, dass Langeweile gar nicht erst entsteht. Da Langeweile in erster Linie in als subjektiv unwichtig erlebten Situationen auftritt, sollten Sie möglichst häufig Unterrichtsinhalte vermitteln, die persönlich relevant sind und sich an der Lebenswelt der Jugendlichen orientieren.

Dr. Dorothé Salomo
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