(Dem) Duden zum Geburtstag
Sprachniveau: C1Seinen Namen kennen neun von zehn Deutschen. Man schaut „im Duden“ nach, wenn man wissen will, wie ein Wort geschrieben wird. Wie das „Tempo“ für ein Papiertaschentuch, so steht in Deutschland der „Duden“ für ein Rechtschreib-Wörterbuch. Dieses Jahr wird er 130 Jahre alt.
1880 erscheint der „Ur-Duden“. Sein Verfasser ist Dr. Konrad Duden. Von seinem „Bestseller“ gibt es seit Juli 2009 schon die 25. Auflage-e Auflage, -n:die Zahl der gedruckten Bücher, Zeitungen oder Zeitschriften. Er enthält 135.000 Wörter, fünfmal so viele wie der „Ur-Duden“.
Wer ist Konrad Duden?
Konrad Friedrich Alexander Duden ist am 3. Januar 1829 als zweites von acht Kindern auf einem Gutshof-r Gutshof, -“e:ein großer landwirtschaftlicher Betrieb in der Nähe von Wesel geboren. Die Familie Duden gehört zu den alteingesessenenalteingesessen:jemand, der schon lange an diesem Ort wohnt Familien der Stadt. Sein Vater aber hat beruflich keinen Erfolg. Er verschuldetsich verschulden:zu viele Schulden machen, Geld zurückzahlen müssen sich und verliert das Gut an die Gläubiger-r Gläubiger, -:eine Person, bei der man Schulden hat.Konrad Duden hat Gück im Unglück: Er bekommt einen Freiplatz im Waisenhaus-s Waisenhaus, -“er:ein Haus für Kinder, die keine Eltern mehr haben und am Gymnasium von Wesel.
Dort macht er 1846 Abitur. Er hat gute Noten: in den meisten Fächern eine Zwei, in seinem Lieblingsfach Französisch sogar „vorzüglich gut“.
Duden schafft Ordnung
Als Duden Lehrer wird, ist die deutsche Rechtschreibung so uneinheitlich wie das Land. Die Menschen verstehen sich, aber in jeder Behörde, in jedem Verlag, in jeder Schule schreiben sie anders. Im Deutschunterricht korrigieren und benoten einzelne Lehrer unterschiedlich. So gehört der eine zu einem Kollegium, der andere zu einem Collegium, der eine betritt das Zimmer durch die Thür, der andere durch die Tür, der eine unterschreibt ein Zeugnis, der andere ein Zeugniß.
Die Dudenempfehlungen
Die Menschen brauchen Rechtschreibhilfe
Bald findet man Dudens Buch in Amtsstuben, auf den Schreibtischen von Journalisten und Lehrern, immer neue, erweiterteerweitert:eine erweiterte Auflage hat mehr Wörter / mehr Text und höhere Auflagen erscheinen. Mit dem Wörterbuch verbreiten sich auch die Regeln und 1901 findet eine Orthographische Konferenz in Berlin in nur zwei Tagen den Konsens, auf den man so lange gewartet hat – Duden hat die Fakten geschaffen. Die Ergebnisse der Konferenz arbeitet Duden in eine 7.Auflage ein. 1902 werden sie im Deutschen Reich für verbindlich erklärt. 1955 bestätigen das die Kultusministerr Kultusminister, -:der Minister, der für die Bildung zuständig ist für die Bundesrepublik. Erst mit der Rechtschreibreform von 1996 verliert der Duden sein Monopol. Maßgebend ist jetzt nur noch die amtliche Rechtschreibregelung-e Amtliche Rechtschreibregelung:die Regeln, die der Staat für Behörden und Schulen zur Pflicht macht selbst.
1902 bekommt Duden eine Gruppe von Mitarbeitern zur Unterstützung. Seitdem ist nicht mehr Duden alleine sondern eine „Dudenredaktion“ für das Wörterbuch verantwortlich. Wie Duden beobachtet auch die Redaktion von heute die Entwicklung der geschriebenen deutschen Sprache und versucht, ihren aktuellen Stand abzubilden. In jeder neuen Auflage werden Wörter ausgemustertaugemustert:entfernt, neue kommen hinzu.In der aktuellen Auflage sind das 5000, darunter das Hüftgold-s Hüftgold:was man an Übergewicht hat, urcool und der „Shooting Star“ twittern. Der hat nur 3 Jahre gebraucht, um sich einen Platz im Duden zu sichern.
Duden digital
Die Arbeitsweise der Redaktion hat sich durch die digitalen Medien entscheidend verändert. Mit ihrer Hilfe kann sie die Sprachentwicklung in riesigen Mengen von Texten beobachten.
Das Duden-KorpusWeb 2.0 bietet wieder neue Möglichkeiten. Auf http://szenesprachenwiki.de dokumentieren und diskutieren InternetnutzerInnen neue Wörter, die (noch) nicht im Rechtschreib-Duden stehen.
Auch das Nachschlagen und die Überprüfung von Texten ist digital komfortabler als zu Dudens Zeiten. Den Duden gibt es inzwischen auch als CD-ROM, als Software für PDAs und Smartphones, den neuesten sogar für das iPhone.
Mit der „Duden-Rechtschreibprüfung online" kann man seinen Text mit einem
Mausklick auf Fehler überprüfen. Mit diesem kostenlosen Service lassen sich
Texte von circa einer DIN-A4-Seite, was etwa 1.600 Zeichen entspricht,
testweise prüfen.














