Adam Ries

Adam Ries (1492 – 1559), Mathematiker und Rechenmeister

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Copyright: dpa picture allianceWer hätte das gedacht: Die Redewendungen „kleine Brötchen backen“ und „das macht nach Adam Ries(e)...“ gehen auf einen Mathematiker aus Annaberg-Buchholz in Sachsen zurück? Adam Ries hat für die Verbreitung der Mathematik in der Bevölkerung gesorgt, und so sind seine Erkenntnisse auch in die allgemeine Sprache eingegangen.

Der Rechenmeister aus dem Erzgebirge war einer der ersten, der mathematisches Wissen für jedermann populär und in deutscher Sprache verbreitete. Mathematik war um 1500 wie auch heute überall im Alltag präsent, bei jedem Einkaufen und jeder Reise, wie Prof. Fritsch von der Münchener Universität erläutert.
 Mathematik präsent

Großes Talent für das Rechnen

Adam Ries wurde in dem Jahre geboren als Christoph Kolumbus die Neue Welt entdeckte. Schnell stand fest, dass er eine besondere Begabung für das Rechnen hatte. Seine Eltern förderten dieses Talent. Schon bald wurde Adam Ries zu einem begehrten Rechenmeister im Süden Deutschlands. Der blühende Handel jener Zeit brauchte Menschen, die zuverlässig rechnen konnten. Das tat man damals auf dem Abakus, dem Rechenbrett, einem Taschenrechner des 15. Jahrhunderts.
 Anekdote: Abakus

Copyright: colourbox.comMit seinem praktischen mathematischen Wissen half Adam Ries vor allem Händlern und Kaufleuten, die ihre Waren auf verschiedenen Märkten anboten. Denn die Händler zogen von einer Stadt zur nächsten, und in jeder Stadt gab es ein anderes System von Einheiten und Währungen. Als einer der ersten Rechenmeister bediente sich Adam Ries der Angewandten Mathematik.

Mathematik mit Lust und Vergnügen

Seine Fähigkeiten waren sehr begehrt. Er wollte sein Wissen vor allem an die einfachen Leute weitergeben, damit die sich gegen einzelne betrügerische Händler wehren konnten. Das tat er in seinem populären „2. Rechenbuch“. Dem Rechenmeister Ries war es ein großes Anliegen, dass die Menschen, Mathematik mit „Lust und Fröhlichkeit“ verstehen lernen, genauso wie sich das heute Lehrer und Wissenschaftler wünschen, beispielsweise Hedwig Gasteiger.
 Mathematik: Ein entdeckendes Lernen

Das „2. Rechenbuch“ war so beliebt, dass es in fast 200 Auflagen gedruckt wurde – dank der neuen Technik des Buchdrucks von Johannes Gutenberg. In diesem Schulbuch mit Musterlösungen vermittelte Ries den Menschen bildlich und lebensnah die Grundrechenarten, z.B. die Addition, das Einmaleins, den Dreisatz und das schriftliche Rechnen mit indisch-arabischen Zahlen.
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 Stellenwertsystem – was ist das?

Auf dieses Buch bezieht sich auch die Redensart „das macht nach Adam Riese...“ und bedeutet „das ist richtig gerechnet“. Dr. Stefan Ufer erzählt, wie man heute Schülern mathematische Verfahren, die sogenannten mathematischen Operationen, erklärt.
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Copyright: colourbox.com„Kleine Brötchen backen“, das taten die Bäcker im 16. Jahrhundert, wenn das Mehl teurer wurde. Da aber die Brötchen immer dasselbe kosten mussten, buken sie die Brötchen kleiner. Damit betrogen die Bäcker ihre Kunden. Adam Ries entwickelte ein Tabellenbuch, die Brotordnung, in dem die Umrechnungen von Getreidekosten, Gewicht und Preis verzeichnet waren.

Mathematische Knobeleien in der Freizeit

Mit der Mathematik löste Ries nicht nur solche Probleme, er forschte auch im Bereich der Algebra und suchte nach Unterhaltung mit Zahlen. So beschäftigte er sich mit dem „magischen Quadrat“ und anderen mathematischen Rätseln. Heute amüsieren sich viele Menschen mit Sodoku, einer Knobelei mit Zahlen von eins bis neun.
 Sudoku

Adam Ries starb im März des Jahres 1559. Von seinen acht Kindern arbeiteten vier Söhne ebenfalls erfolgreich als praktische Mathematiker.

Download Symbol Rechnen mit dem Abakus (PDF, 695 KB)


Milena G. Klipingat, M.A.

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    Aufgabe

    Copyright: colourbox.com Ein Hotel in Freiburg hat 24 Einzel- und 68 Doppelzimmer. Ein Einzelzimmer kostet pro Nacht 45 Euro.

    • Wie viel kostet ein Doppelzimmer pro Nacht, wenn das Hotel bei voller Belegung täglich 6044 Euro einnimmt?
    • Im nächsten Jahr werden die Übernachtungspreise erhöht. Der Preis für ein Doppelzimmer steigt um 2 Euro mehr als der Preis für ein Einzelzimmer.
      Um wie viel Euro erhöht sich der Preis für ein Einzelzimmer, wenn das Hotel nach der Preiserhöhung bei voller Belegung täglich 366 Euro mehr einnimmt als vorher?

     Lösung

    © Adam-Ries-Bund e.V. Dr. Rainer Gebhardt, Annaberg-Buchholz 2001

      PASCH und Social Media