Archiv 2012

„Nur wer sich ändert, bleibt sich treu“

Internationale PASCH-Schulleiterkonferenz Südasien und Südostasien  | © Goethe-Institut
„Nur wer sich ändert, bleibt sich treu“, so hieß seinerzeit eins der Programme des Liedermachers und Autors Wolf Biermann. Getreu diesem Motto beschloss das PASCH-Team des Goethe-Instituts Delhi, die alljährliche internationale PASCH-Schulleiterkonferenz Südasien von Sri Lanka nach Bangkok zu verlegen. Der neue Ort sollte – zusammen mit einem attraktiven Schwerpunktthema und Veränderungen bei der Teilnehmerzusammensetzung – für neue Impulse sorgen.

Das Konferenzmotto lautete „Building Bridges“, und gemeint war damit die Überbrückung vom Schulabschluss im Heimatland hin zu einem möglichen Studienbeginn in Deutschland. Dank PASCH ist das in den Gastländern des Goethe-Instituts zunehmend ein Thema, gerade auch für die Schulleiter, die – wenn sie an ihren Schulen Deutsch einführen – Schülern und Eltern die Perspektiven zeigen müssen, die Deutschlernen eröffnet.

Dass diese Perspektiven durchaus attraktiv sind, ist vielerorts bisher viel zu wenig bekannt: Die Technische Universität Darmstadt beispielsweise zählt zu den deutschlandweit und international stärksten Universitäten in Forschung und Lehre und ist in entscheidenden Zukunftsfeldern wie Energie und Mobilität, Kommunikation und Information, Bauen und Wohnen führend. Ihr Präsident Prof. Dr. Hans Jürgen Prömel, gleichzeitig Vizepräsident der Deutschen Hochschulrektorenkonferenz, folgte gern der Einladung des Goethe-Instituts nach Bangkok, um dort den rund 120 Teilnehmenden der Schulleiterkonferenz darzulegen, welche hochkarätigen Möglichkeiten nicht nur die TU Darmstadt, sondern der Studienstandort Deutschland überhaupt bietet. Die Teilnehmerinnen hörten ihm und den Ausführungen von zwei weiteren illustren Referenten aus Deutschland (Thomas Böhm, Referatsleiter bei der HRK, und Rüdiger Schreiber, Leiter des Studienkollegs Hannover) mit größter Aufmerksamkeit zu.

PASCH Südasien und Südostasien vernetzen sich

Eine weitere Neuerung dieser vierten Schulleiterkonferenz Südasien bestand darin, dass sie gar nicht mehr auf südasiatische Länder beschränkt war. Hatten sich bisher Leiterinnen und Leiter der 64 PASCH-Schulen in Indien, Pakistan, Bangladesch, Afghanistan, Sri Lanka, Nepal und Iran getroffen, so kamen nun zum ersten Mal auch Schuldirektoren sowie Vertreter von Erziehungsbehörden und -ministerien aus den südostasiatischen Ländern Thailand, Malaysia, Indonesien, Philippinen und Vietnam als Konferenzgäste dazu. Ein Podium zum Thema „Welche Möglichkeiten eröffnet schulisches Deutschlernen in Ihrem Land?“ vermittelte einen Eindruck von der Vielfalt der anwesenden Länder, vor allem aber von den Gemeinsamkeiten: einer großen Neugier auf die deutsche Sprache und einer wachsenden Begeisterung für Deutschland, seine Bildungswege und nicht zuletzt den hohen Standard seiner Unternehmen und ihrer Produkte.

Bemerkenswert vor allem die große Delegation von den Philippinen: Schulleiter und hochrangige Vertreter des Department of Education und der Commission on Higher Education erfuhren in Bangkok auf sehr konkrete Weise, welche Potenziale die Mitgliedschaft im PASCH-Netzwerk bietet. So trug die Konferenz wesentlich dazu bei, dass die philippinischen Entscheidungsträger den Nutzen von Deutsch als Fremdsprache erkannten und die Einführung von DaF in den Lehrplan bei der anstehenden Bildungsreform wahrscheinlicher geworden ist. Unmittelbar vor Ort wurden schon erste Maßnahmen wie regelmäßige Arbeitstreffen der Beteiligten und Unterstützung durch die Commission on Higher Education vereinbart. Somit konnte auf der Schuleiterkonferenz in Bangkok ein wichtiger Schritt für eine nachhaltige Förderung der deutschen Sprache auf den Philippinen getan werden.

Während der Schulleiterkonferenz in Bangkok nutzten der aus der Münchner GI-Zentrale angereiste Leiter der Abteilung Sprache Dr. Matthias Makowski und die Vertreter der GI-Region Südostasien/Australien/Neuseeland zusätzlich die Möglichkeit, Kooperationen mit der Southeast Asian Ministers of Education Organisation (SEAMEO) auszuloten. Dabei unterstrich der Direktor der SEAMEO Assoc Prof Witaya Jeradechakul die gemeinsamen Interessen des Goethe-Instituts und der SEAMEO in Südostasien und regte Kooperationen in konkreten Projekten an. Die erfreuliche Entwicklung in der Zusammenarbeit mit der SEAMEO wird eine positive Signalwirkung auf die Kooperationen mit den Bildungsbehörden der südostasiatischen Länder haben.

Nachhaltige Verankerung von Deutsch als Fremdsprache

Eine Schule zu leiten ist eine herausfordernde, verantwortungsvolle Aufgabe, besonders in den asiatischen Ländern, wo eine Schule oft mehrere tausend Schüler hat. Eigentlich leiten Schuldirektoren ein mittelständisches Unternehmen, denn außer Lehrkräften und Schülern müssen auch Sekretärinnen, Techniker, Köche, Fahrer, Gärtner, Putzkolonnen usw. angeleitet und gesteuert werden. Den DaF-Unterricht zu fördern und die Einführung innovativer Unterrichtsformate zu unterstützen – diese Bitte ist da nur eine unter vielen anderen Anforderungen an die Schulleiterinnen und -leiter. Die PASCH-Schulleitertreffen dienen daher der Motivation und Stimulation dieser Bildungspartner, damit sie sich weiterhin gern für DaF und die PASCH-Ziele engagieren und ein positives Umfeld für das Erlernen der deutschen Sprache schaffen.

Trotz der Veränderungen – im entscheidenden Punkt ist die vierte PASCH-Schulleiterkonferenz im südlichen Asien sich treu geblieben: Sie hat alle Konferenzziele – Austausch und Information, Vernetzung, Sicherung der Nachhaltigkeit der PASCH-Maßnahmen – mal wieder mit größtem Erfolg erreicht.

In Kürze werden ein Film sowie eine Dokumentation über die Schulleitertagung online zu sehen sein (www.goethe.de/delhi).

Datum: 26.01.2012
Quelle: Goethe-Institut Delhi

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