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7. Nationale Deutscholympiade in China: Ningbo rockt!


Die besten 100 PASCH-Schüler aus ganz China kamen vom 15.–17. April an der Ningbo Fachschule für Auswärtige Angelegenheiten zusammen, um ihre Deutschkenntnisse zu präsentieren.

Bei der Ankunft in Ningbo wurde uns warm ums Herz. Das lag nicht nur an den angenehmen Temperaturen und Blumen, die die Straßen säumten, sondern auch an dem herzlichen Empfang an einer der sicherlich schönsten PASCH-Schulen in China: der Ningbo Fachschule für Auswärtige Angelegenheiten. Hier sollte die diesjährige Nationale Deutscholympiade stattfinden, die bereits zum 7. Mal vom Goethe-Institut China gemeinsam mit der Zentralstelle für das Auslandsschulwesen organisiert wird. Bei dem Wettbewerb werden die beiden Schüler ausgewählt, die bei der Internationalen Deutscholympiade, dem weltweit größten Wettbewerb der deutschen Sprache, für ihr Land China starten. Daneben erhalten drei weitere Schüler Stipendien für Sommerkurse in Deutschland, die vom Goethe-Institut und dem Pädagogischen Austauschdienste vergeben werden.

Zwei große Banner am Eingang der Schule empfingen alle teilnehmenden Schüler und Schülerinnen, Lehrkräfte und Gäste. Deutschland- und Chinaflaggen begleiteten uns über den weitläufigen Campus der Schule. Schon bei der Eröffnung machte sich ein aufgeregtes Kribbeln breit. Mehrmals wurde in den Grußworten betont, dass die ausgewählten Schüler zu den 100 erfolgreichsten unter den gut 10.000 PASCH-Schülern in China gehörten. Das macht stolz, aber auch nervös! Alle wollten sich für die Internationale Deutscholympiade in Berlin qualifizieren, um ihr Land China im Juli dort zu vertreten. Ein Quartett aus Musiklehrern ermutigte alle Schüler mit dem Lied „You raise me up“, ihr Bestes zu geben.

Deutsch, Teamgeist und Respekt

Nach der schriftlichen Prüfung bereiteten sich alle Schüler in Gruppen zu dritt oder zu viert eine Stunde lang auf ihre mündlichen Präsentationen vor. Wang Qian, die Gewinnerin auf der A2-Stufe, erhielt mit ihrer Gruppe das Thema Gesundheit. „Jeder hat zuerst seine eigenen Ideen aufgeschrieben. Dann haben wir diskutiert und entschieden ein Theaterstück zu präsentieren. Wir haben versucht von jedem etwas einzubringen. Ich habe den anderen einen Tanz beigebracht, um das Theaterstück interessanter zu machen.“

Dass es aber bei einer Olympiade nicht nur um das eigene Können, sondern auch um Teamgeist, Fairness und Respekt gegenüber den anderen geht, wurde spätestens jetzt klar. Um sowohl in der individuellen als auch in der Gruppenwertung hoch zu punkten, mussten die Schüler eng miteinander zusammenarbeiten. Die Ergebnisse konnten sich sehen lassen: in Talkshows, Rollenspielen, Theaterstücken und Nachrichtensendungen zeigten die Schüler, dass sie ihre Deutschkenntnisse kommunikativ und in kreativer Weise anwenden können.

Für Abwechslung sorgten die Workshops am Nachmittag: Während die Begleitlehrkräfte an einer Fortbildung zum Thema „Musik im Deutschunterricht“ teilnahmen, beschäftigten sich die Schüler mit den Liedtexten der deutschen Band Tonbandgerät und lernten die Band persönlich kennen. Für Wang Qian war der Workshop ein einmaliges Erlebnis: „Ich war total begeistert, dass die Band zu uns in den Workshop kam. Zum ersten Mal konnte ich mich mit richtigen Stars unterhalten.“

Das Ensemble war als Botschafter der Internationalen Deutscholympiade vom Goethe-Institut China zur Nationalen Vorrunde nach Ningbo eingeladen worden. Bei ihrem Konzert am Samstagabend rockten sie das Theater der Schule. 800 Schüler, Lehrkräfte und Gäste tanzten und sangen begeistert mit. „Als ich ihre Musik gehört habe, habe ich mich unsterblich in Tonbandgerät verliebt!“ sagte Deng Huiqi nach dem Konzert.

Das einzigartige Konzert trug sicher viel dazu bei, dass bei der Siegerehrung am nächsten Tag nicht nur die Sieger strahlten. Deng Huiqi ist zwar nicht ins Finale gekommen, hat aber viele neue Freunde gewonnen, die auch gerne Deutsch lernen. Liu Jiaying, der es ins Finale geschafft hat, fasst seine Eindrücke so zusammen: „Unsere Gruppe hat an diesem Tag sehr gut zusammen gearbeitet und in der Präsentation war ich besser als je zuvor. Zusammenfassend kann ich sagen, dass dieser Wettbewerb ein ganz entspanntes Erlebnis war, bei dem ich besonders viel Spaß hatte. Ich habe viel Selbstvertrauen gewonnen. Dieser Wettbewerb hat mich verändert.“

Hochmotiviert ist auch Wang Qian, die im deutsch-chinesischen Jahr für Schüler- und Jugendaustausch als eine der ersten chinesischen Schülerinnen nach Deutschland fliegen wird, um China bei der Internationalen Deutscholympiade auf der Niveaustufe A2 zu vertreten. „Als ich bei der Siegerehrung meinen Namen gehört habe, konnte ich meinen Ohren kaum trauen. Ich bin sehr gespannt und freue mich riesig darauf, mich im Juli in Berlin mit den Schülern aus der ganzen Welt auszutauschen.“

Datum: 19.05.2016
Quelle: Karin Benkelmann-Zhang,
Goethe-Institut China
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