Unistädte

Bielefeld – Großstadt mit ländlichem Charme

Sparrenburg Großstadt und ländliches Leben – in Bielefeld geht beides. Die Stadt hat eine hübsche mittelalterliche Altstadt und viele grüne Plätze. Günstige Preise und kurze Wege machen Bielefeld zu einem idealen Ort zum Studieren. Als Studierender in Bielefeld wirst du oft hören, dass es die Stadt eigentlich gar nicht gäbe – ein Mythos, der sich bis heute hartnäckig hält. (von www.study-in.de)

Willkommen in Bielefeld

Altstadt Bielefeld wurde im 9. Jahrhundert gegründet und war im Mittelalter ein regionaler Knotenpunkt für den Handel. Die Stadt wurde bekannt für die Herstellung von Leinen. Die wirtschaftliche Bedeutung der Stadt im Mittelalter kannst du heute noch in der Altstadt und auf der Sparrenburg sehen.

Die mächtige Festung Sparrenburg ist das Wahrzeichen der Stadt. Auf der im 13. Jahrhundert erbauten Festungsanlage findet jedes Jahr im Juli ein mittelalterliches Fest mit Markt statt. Hier triffst du Feuerspucker, isst Spanferkel über dem Lagerfeuer oder töpferst dir deine eigene Vase.

Die wunderschöne Altstadt bietet mit den renovierten Patrizierhäusern, Spezialitätenläden und kleinen Boutiquen eine schöne Möglichkeit, durch die Stadt zu bummeln. In der Neustadt kannst du in den großen Shoppingketten hervorragend bummeln gehen.

Wenn du eher naturverbunden bist, kannst du auf dem 160 Kilometer langen Herrmansweg wandern gehen. Er verläuft von Rheine bis auf den Berg Lippischer Velmerstot und zählt zu den schönsten Wanderwegen Deutschlands. Dabei kommst du durch den Teutoburger Wald, der sogenannten „Grünen Lunge“ Bielefelds.

Übrigens hält sich bis heute ein Mythos über Bielefeld sehr hartnäckig. Es kann dir passieren, dass Deutsche dir sagen, Bielefeld existiere gar nicht. Der Grund: Bielefelder Studierende versuchten vor 20 Jahren herauszufinden, wie schnell das Internet Informationen verbreitet. Sie setzten darum das Gerücht in die Welt: „Bielefeld existiert nicht“. Die Nachricht verbreitete sich „wie ein Lauffeuer“, also sehr schnell.

Leben in Bielefeld

Teutoburger Wald Falls du die Großstadt genauso wie das ländliche Leben schätzt, ist Bielefeld der richtige Ort für dich. In der Stadt bewegst du dich am besten mit dem Fahrrad fort, da die zentralen Punkte in der Nähe liegen. Oder du fährst mit der Straßenbahn, die du als Studierender der Universität Bielefeld kostenlos nutzen kannst.

Tipp: Du bist in Bielefeld angekommen, wenn du auf dem mittelalterlichen Sparrenburgfest den Feuerspuckern fasziniert zugeschaut hast!

Die Mietpreise in Bielefeld sind relativ günstig. Ein Zimmer in einer stadtnahen WG liegt je nach Größe meist zwischen 250 und 350 Euro, im Studentenwohnheim kannst du sogar schon für knapp 170 Euro Warmmiete einen Platz zum Wohnen finden.

Bielefeld hat kulturell einiges zu bieten. Beim „Carnival der Kulturen“, einem bunten Karnevalsumzug, kannst du dich bei mitreißender Musik durch die Straßen treiben lassen. Im Sommer gibt es ein Open Air Kino im Ravensberger Park, das neben aktuellen Filmen auch Klassiker zeigt. Viele Museen, unzählige freie Theater und verschiedene Chöre zählen zum reichhaltigen kulturellen Angebot der Stadt.

Besonders beliebt an sonnigen Tagen sind bei Studierenden der Oetkerpark im Westen der Stadt, aber auch die Sparrenburgpromenade oder der Nordpark. An warmen Sommerabenden sitzen viele noch bis tief in die Nacht auf dem Siegfriedplatz oder aber in einem der zahlreichen Cafés im Bielefelder Westen oder der Innenstadt.

Es gibt viele kleine und große Cafés, die günstig sind und für jeden Geschmack das Passende bereithalten: Ob schick, rustikal, im Caféhausstil oder studentisch-alternativ. In "Ferdis Pizza Pinte", Bielefelds ältester Studentenkneipe, bekommst du Pizzen, Salate aber auch andere internationale Gerichte. Oder du setzt dich in die "Hechelei" und trinkst einen Cocktail. Die Hechelei befindet sich neben einer alten Spinnerei – ein Besuch lohnt sich also schon allein wegen des interessanten Gebäudes!

Für jeden Musikgeschmack findet sich eine Location in Bielefeld, egal ob Rock, Pop oder Elektro. Der Eintritt ist überall mit durchschnittlich fünf Euro günstig. Auch in der Universität und der Fachhochschule finden zahlreiche Partys statt. Die Westendparty, die immer zum Semesterstart stattfindet, ist mit rund 10.000 Besuchern die größte Uni-Indoor-Party Deutschlands, und weit über die Grenzen Bielefelds bekannt.

An der Universität kannst du dich sportlich betätigen. Die Sportkurse bieten ein breites Spektrum an, sei es Beachvolleyball oder Step-Aerobic. Viele Kurse kannst du kostenlos besuchen. Du solltest dich aber rechtzeitig anmelden, da die Plätze schnell belegt sind. An der Universität gibt es die verschiedensten Initiativen. Du kannst dich zum Beispiel beim hochschuleigenen Radiosender Hertz 87.9 engagieren. Dieser Sender bietet den Studierenden die Möglichkeit, eigene Radiobeiträge zu produzieren oder Erfahrung im Moderieren zu sammeln.

Interview mit Muge aus der Türkei

Muge Arslanturk ist 20 Jahre alt und kommt aus der Türkei. In Bielefeld studiert sie den Bachelor Psychologie.

Wie gefällt dir das Leben in Bielefeld?
Ich komme aus einer Stadt mit fünf Millionen Einwohnern. Das ist der wichtigste Grund, warum ich das Leben in Bielefeld liebe: sie ist eine kleine Stadt. Ebenfalls finde ich es gut, dass ich mit mehreren anderen ausländischen Studierenden hier bin. Es ist eine Art multikulturelles Leben, das ich hier führe.

Wie sieht dein Studentenleben aus?
Man hatte mir gesagt, dass man als Erasmus-Student kein „richtiger“ Student ist, sondern eher ein Tourist. Es ist wahr, wir studieren nicht so wie die regulären Studenten. Wir müssen aber eine Menge Hausaufgaben und Prüfungen machen, um die Module zu bestehen. Die Dozenten sind wirklich freundlich und hilfsbereit. In diesem Semester besuche ich sogar Kurse in Deutsch und die Dozenten helfen mir dabei, alles im Kurs zu verstehen.

Theater

Warum hast du dich für Bielefeld entschieden?
Ich hatte zwei Möglichkeiten für ein Studium in Deutschland. Die eine Möglichkeit war Bielefeld, die andere Bochum. Ich habe mir die Universitäten im Internet angeschaut und ein paar Informationen eingeholt. Einige meiner Freunde haben ebenfalls hier studiert und sie haben mich ermutigt in Bielefeld zu studieren. Am Ende habe ich mich für diese Stadt entschieden, da hier einige meiner Kurse auf Englisch angeboten werden.

Wie hast du dich für den Aufenthalt in Deutschland vorbereitet?
Als ich die Bestätigung für ein Studium in Bielefeld erhalten habe, habe ich mit einem zweimonatigen Deutschkurs begonnen. Ich habe versucht mein Deutsch so gut es geht zu verbessern. Sonst hatte ich nicht viel zu tun, da das International Office mir bei den anderen Sachen geholfen hatte.

Wie hast du eine Wohnung gefunden?
Als ich meine Dokumente an die Universität gesendet hatte, bekam ich eine e-Mail vom International Office, ob ich Hilfe bei der Wohnungssuche brauche. Sie haben für mich dann eine Wohnung gesucht. Nun lebe ich mit fünf anderen Erasmusstudenten in einer Wohnung.

Was war eines der ersten Dinge, die du nach deiner Ankunft bemerkt hast?
Das erste, was mir auffiel, war die Pünktlichkeit und die Disziplin, die die Deutschen haben. Alles war geplant und es gab nie ein Problem ohne eine Lösung.

von Corinna Schlun
Mit freundlicher Genehmigung von www.study-in.de.
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