Unistädte

Greifswald – Lange Traditionen und kulturelle Vielfalt

Am Wasser Greifswald ist klein und hat eine sehr familiäre Atmosphäre. Hier wirst du deine Dozenten und Kommilitonen nicht nur in der Universität treffen, sondern auch auf dem Markt, in der nächsten Kneipe oder am Meer. Die kulturellen Aktivtäten machen die kleine Hansestadt zu etwas ganz Besonderem.
(von www.study-in.de)

Willkommen in Greifswald

Ein Sprichwort besagt: „Man weint immer zweimal, wenn man von Greifswald als Studienort spricht. Das erste Mal, wenn man hinzieht und das zweite Mal, wenn man geht.“ Im ersten Moment scheint die Hansestadt am Ende der Welt zu liegen. Aber die studentische Atmosphäre zieht dich sofort in ihren Bann! Wenn dein Studium in Greifswald dann zu Ende geht, wirst du das familiäre Flair sehr vermissen.

Besonders in den Sommermonaten zeigt sich die Stadt von ihrer schönsten Seite. Mit dem Fahrrad kannst du direkt am Fluss Ryck entlang in rund 15 Minuten zum Strand in den Ortsteil Eldena fahren.

Innenstadt Eldena und der benachbarte Ortsteil Wieck zählen zu den schönsten Stadtteilen von Greifswald. Hier stehen kleine Häuser mit Reetdächern. Das sind Dächer, bei denen keine Dachziegel, sondern Schilfrohr verwendet werden. Du kannst auch die bunten Kutter sehen, die vom Fischen kommen und eine der ältesten Holz-Zugbrücken Deutschlands, die noch mit Hand geöffnet wird. Viele der Fischer verkaufen direkt vom Schiff aus Fischbrötchen.

Aber auch die Innenstadt hat viele schöne Plätze. Das Audimax ist ein imposanter Bau. Noch heute findest du im Hörsaal I die alten Stühle, auf denen schon vor hundert Jahren Studierende gesessen und den Vorlesungen gelauscht haben.

Leben in Greifswald

Tipp: Du bist in Greifswald angekommen, wenn du die Nacht am Museumshafen bei der Fête de la musique durchgetanzt hast.

Viele der Studierenden wohnen in der Fleischervorstadt. Hier erwarten dich kunterbunte WGs und Einzelapartments in Altbauwohnungen. Da die Gegend sehr beliebt ist, sind die Mieten etwas höher als in den Randgebieten. Wenn du in den äußeren Stadtteilen wie Schönwalde I oder Schönwalde II wohnst, sind die Mieten niedriger. Von hier aus gelangst du nicht mehr zu Fuß in die Stadt, sondern nutzt das Fahrrad oder den Bus. Das Studentenwerk bietet in der Innenstadt und am Rand der Stadt Wohnungen an. Deshalb variieren die Mietpreise zwischen 147 Euro und 311 Euro für ein Einzelapartment.

Zwischen deinen Seminaren kannst du in der „S-Bar“ für kleines Geld leckere Speisen genießen. Das beste Eis der Stadt erhältst du direkt am Markt beim „Kontor“. Oder du setzt dich einfach an den Museumshafen und genießt dort mit deinen Freunden das Wetter.

Museumshafen Greifswald bietet einige Möglichkeiten zum Ausgehen. Die Studierenden gehen gerne in einen der fünf Studentenclubs feiern. Der Studentenclub Kiste organisiert einmal in der Woche einen Kinoabend. Bekannt sind die Studentenclubs aber auch für die "Clubs U Night". Dann organisieren alle fünf Clubs gemeinsam eine riesengroße Party und funktionieren dabei die gesamte Mensa zu einer Disco um.

Wenn du den Abend lieber ruhiger angehen möchtest, solltest du in einer Bar Platz nehmen. Dabei bietet die „Domburg“ gute Cocktails, die „Falle“ ein mittelalterliches Ambiente und im „Ravic“ muss man einfach mal gewesen sein.

Die Greifswalder Universität richtet mehrere kulturelle Festivals im Jahr aus. Beim polenmARkT kannst du Kultur des Nachbarlandes Polen kennen lernen oder dich beim Nordischen Klang von skandinavischen Ländern verzaubern lassen.

Der Höhepunkt jedes Jahr ist aber die „Fête de la musique“, die vom Greifswalder International Studentsfestival (kurz GrIStuF) ausgerichtet wird. In der ganzen Stadt werden Bühnen aufgestellt und du kannst den verschiedensten Konzerten lauschen. Das Finale des Tages findet am Museumshafen statt, wo du bis in die Morgenstunden tanzen kannst.

Ebenfalls von GrIStuf ausgerichtet, findet alle zwei Jahre das Greifswalder International Students Festival statt. Hunderte ausländische Studierende nehmen daran teil, die sich in Workshops und Veranstaltungen über ein bestimmtes Thema informieren. Dazu gibt es in der gesamten Woche abends Veranstaltungen, wie Konzerte, Lesungen oder ein Running Dinner.

Interview mit Daniel als Bolivien

Daniel aus Bolivien Daniel Salinas-Lange ist 25 Jahre alt und kommt aus Bolivien. In Greifswald studierte er den Master Kunstgeschichte.

Wieso hast du dich für ein Studium in Greifswald entschieden?
Als Erstes war nicht Greifswald als Studienort geplant, sondern Köln. Nach Greifswald kam ich, wie so viele sagen „durch Zufall“, als ich 2007 meinen Bruder hier besuchte. Die Stadt und die studentische Atmosphäre verzauberten mich sofort.

Wie hast du dich auf deinen Aufenthalt in Deutschland vorbereitet?
Fleißig Deutsch lernen stand ganz oben auf meiner Liste. Für die Aufnahme am Studienkolleg waren fortgeschrittene Deutschkenntnisse vorausgesetzt. Zur Vorbereitung zählte auch das Kaufen der richtigen Kleidung (ich sollte das Studienkolleg ja im Wintersemester anfangen). Vieles war eine Überraschung für mich und auf vieles konnte ich mich nicht angemessen vorbereiten. Mein eigener Spruch: „Niemand kommt nach Deutschland mit einem Know-how-Handbuch unter dem Arm“.

Wie hast du deine Unterkunft gefunden? Hast du Tipps zur Wohnungssuche?
Mein Bruder war zwei Semester vor Ort und hat mir dabei geholfen. Er fand eine WG über das Schwarze Brett der Uni. Die besten Wohnungen findet man immer entweder durch Zufall oder über Bekannte. Auf jeden Fall nicht über die üblichen Wege, obwohl man immer da anfangen sollte. Man soll vorher eine gute Vorstellung haben, was man wirklich will: Größe, WG oder nicht, Lage und Mietpreis.

Was hat dich am meisten am Leben in Greifswald überrascht?
Dass es eine kleine deutsche Stadt ist, wo alle sich gut kennen, oder zumindest gesehen haben. Greifswald hat eine eigene Persönlichkeit, ein eigenes „Gesicht“. Ziemlich unbekannt, aber das Beste kommt nicht nur am Ende, sondern es wird auch nur für gute Augen aufbewahrt! Das coole „Gryphswood“ (wie viele internationale Studierende es nennen) kam mir einmal wie das Springfield von Deutschland vor.

Audimax Wie geht es nach dem Studium für dich weiter? Kannst du dir vorstellen, hier in Deutschland zu bleiben?
In Bolivien sind die Chancen für einen Job im kulturellen Bereich sehr gering. Es gibt noch vieles, was ich hier tun muss und was ich für Deutschland tun kann.

Wie komme ich am besten mit anderen Studierenden in Kontakt?
Immer Leute ansprechen! In der Vorlesung, im Seminar oder besser auf Partys! Deutsche Studenten kamen mir anfangs sehr schüchtern vor (oder das liegt wahrscheinlich daran, dass Südamerikaner einfach zu kontaktfreudig sind).

Was gefällt dir in Greifswald am besten? Dein Geheimtipp oder Lieblingsplatz in Greifswald?
Es gibt Orte in Greifswald, wo man wirklich das Gefühl von Zeitlosigkeit erleben kann, zum Beispiel am Arboretum oder das Genießen eines Ginger Ales am Museumshafen an einem warmen Sommerabend.

Vervollständige den Satz: „Studieren in Deutschland ist für mich...“
… ein Privileg, für das ich immer dankbar sein werde.

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