Stipendiaten berichten

Auf der Suche nach Abenteuern

Pause im Bandbus | © privat
Sein Heimatland für ein Studium im Ausland zu verlassen, ist immer ein Abenteuer. Man geht ein Risiko ein. Dieses Risiko wird jedoch durch positive und manchmal auch negativ-konstruktive Erfahrungen kompensiert.


Ich würde gern zuerst mein Abenteuer beschreiben, meinen Weg nach Berlin und zum Studium. Und ich möchte sagen, wer beziehungsweise was mir dabei geholfen hat. Es ist ja bekannt, dass Abenteurer manchmal Schwierigkeiten haben, den Hafen der eigenen Heimatstadt zu verlassen.

Ich wurde in der Anfangsphase meines akademischen Lebens von vielen einzelnen Orientierungsinstanzen betreut – manchmal mehr, manchmal weniger. Meine Hochschulzugangsberechtigung bekam 2012 ich an der Deutschen Schule Valencia (DSV). Damals war ich 19 Jahre alt. Schon während der elften Klasse besuchte ich mit meinen damaligen Klassenkameradinnen und Klassenkameraden häufig Orientierungsveranstaltungen, die von unseren Lehrkräften, außerschulischen Betreuern oder ehemaligen Schülerinnen und Schülern der DSV organisiert wurden.

Unterstützung durch die Eltern

Generell lässt sich sagen: Alle motivierten uns, ein Studium in Deutschland anzufangen. Zur Ermöglichung stellten sie uns auch mehrere Stipendienmöglichkeiten vor. Die Mehrzahl der uns angebotenen Stipendien war jedoch nichts für meinen Spezialfall. Ich bin Ukrainerin, also keine EU-Bürgerin. Ich konnte keine Institution finden, die mich ökonomisch unterstützt.

Dennoch entschloss ich mich, in Deutschland zu studieren – und zwar in Berlin. Dazu brauchte ich als Ukrainerin ein Studentenvisum und viel Geld auf einem Sperrkonto. Diese Informationen hatte ich selbst recherchiert. Im Grunde genommen habe ich meinen Weg nach Deutschland allein geplant. Meine Eltern haben mich dabei so viel wie möglich unterstützt, und das, obwohl sie die deutsche Sprache nicht beherrschen.

Leben in der Multikulti-Wohnung

Als ich damals nach Berlin kam, war ich in den Fächern Geschichte und Sozialwissenschaften an der Humboldt-Universität (HU) immatrikuliert – was sich allerdings später ändern sollte. Noch eine Woche vor dem Studienbeginn hatte ich keine Wohnung, da das Auswahlverfahren sehr lange gedauert hatte und ich mich daher nicht um einen Platz in einem Wohnheim kümmern konnte. Doch eigentlich war das ganz gut, denn ich fand ein Zimmer in einer Multikulti-Wohnung unter dem Codenamen „The Cinema“ im Berliner Bezirk Wedding. Auch wenn das Zimmer nicht wirklich preiswert war, lebte ich mich dadurch schon nach sehr kurzer Zeit in der Stadt ein und fand einen sehr bunten und vielfältigen Freundeskreis.

Vom Motivationsstipendium erfuhr ich erst nach meiner Immatrikulation an der Freien Universität Berlin (FU) im Bachelorstudiengang Spanische Philologie. Und als ich las, dass bei der Stipendienvergabe die Staatsangehörigkeit keine Rolle spielt, kam der Freudenausbruch. Das Stipendium ermöglichte es mir, mich das gesamte Semester über nur auf das Studium zu konzentrieren, ohne in ökonomische Not zu geraten. In dieser Zeit und wegen des intensiven Studiums bestätigte sich auch meine Leidenschaft für die spanische Sprache. Ich bin mir jetzt sicher, dass ich mein Studium in diesem Fach fortsetzen will und werde.

Viele Nebenjobs

Bevor ich das Stipendium bekam, hatte ich viele Nebentätigkeiten. Damals arbeitete ich als Spülkraft in einem Restaurant. Meine Eltern schickten mir zwar auch monatlich Geld für meinen Lebensunterhalt, doch ich wollte mich von ihnen ökonomisch emanzipieren. Als ich das Stipendium bekam, hatte ich die Möglichkeit, einen „besseren“ Job auszuüben. Ich arbeite derzeit immer noch als Nachhilfelehrerin, ein Job, der sich positiv und konstruktiv auf meine persönliche Entwicklung auswirkt.

Inzwischen habe ich mein erstes Semester abgeschlossen. Zusammen mit zwei Amerikanern wohne ich einer schicken Wohnung im Berliner Bezirk Neukölln. Montags arbeite ich als Nachhilfelehrerin. Seitdem ich an der FU studiere, habe ich einen sehr breiten Freundeskreis – nicht nur mit deutschen, sondern auch internationalen Studierenden. Wir treffen uns nicht nur zu studienrelevanten Zwecken, wie zum Beispiel Klausurvorbereitungen, sondern auch, um einfach in einer Kneipe zu sitzen oder Paella zu kochen.

Ich bin mir sicher, dass ich noch einige Jahre länger in Berlin bleiben werde – nicht nur, weil ich mich an der FU sehr wohl fühle, sondern auch wegen der Stadt: In Berlin ist immer so viel gleichzeitig los, dass man sehr aktiv sein muss, um alles mitzukriegen. Es ist eine Stadt für Abenteurer!

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Olena Zavorotna besuchte die Deutsche Schule Valencia. An der FU Berlin begann sie ein Studium Spanische Philologie mit dem Schwerpunkt Mittel-Lateinamerikanistik. Das Motivationsstipendium erhielt sie von Oktober 2013 bis Februar 2014.

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