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Mit positivem Gefühl ins kalte Wasser springen

Als ich nach der Grundschule auf das Gymnasium kam, wusste ich bereits von anderen Schülerinnen und Schülern, dass es in der zwölften Klasse die Möglichkeit gibt, das Deutsche Sprachdiplom zu erlangen. Mit dem kann man sich um ein Stipendium an einer deutschen Hochschule bewerben.

Schon damals, ich war 13 Jahre alt, wollte ich in Deutschland studieren. In den späteren Jahren hatte ich mehrmals die Möglichkeit, nach Deutschland zu reisen – meist im Rahmen verschiedener Jugendcamps.

Es war allerdings gleich auf doppelte Art schwierig: Zum einen stand mir das Studium in einer fremden Sprache bevor, zum anderen musste ich als 18-Jährige weit weg von zu Hause ein selbstständiges Leben beginnen. Die Beratung über die Studienmöglichkeiten lief über die Lehrkräfte an meiner Schule. Diese ersten Informationen waren zunächst ausreichend, um hierher zu kommen und mit dem Studium zu beginnen. In der elften Klasse wurde zudem ein Ausflug nach Wilhelmshaven organisiert. Bei diesem Ausflug erhielten wir viele Informationen über die Jade Hochschule in Oldenburg. Außerdem konnten wir an Vorlesungen teilnehmen und erhielten so einen Einblick in das Studentenleben. Damals schaute ich mir den Fachbereich Tourismus & Wirtschaft an, merkte dabei jedoch, dass der nichts für mich ist. Jetzt, im Februar 2014, habe ich einen Bachelor of Arts in Architektur mit Auszeichnung abgeschlossen. Und ich freue mich sehr darauf, weiter in diesem Bereich studieren und arbeiten zu können.

Viel Zeit investiert

Die Vorbereitungen auf die Prüfung für das Deutsche Sprachdiplom waren sehr zeitaufwendig und kompliziert. Es hat sich aber gelohnt, während der Ferien viel mit der Deutschlehrerin zu lernen, verschiedenste Texte zu lesen, interessante Geschichten zu hören, um das Hörverständnis zu trainieren, unendlich viele Aufsätze zu schreiben und sich viel auf Deutsch zu unterhalten. Das kann jeder schaffen – sofern man bereit ist, die entsprechende Arbeit und Zeit zu investieren.

Nach dem Abitur meldete ich mich am Fachbereich Architektur der Jade Hochschule in Oldenburg an. Da ich noch nicht allzu viel wusste, wendete ich mich erst einmal an einige lettische Studierende, die dort bereits das Fach studiert hatten. Das half sehr. Doch insgesamt hätte ich mir mehr Hilfe bei der Wohnungssuche gewünscht, da es in einem fremden Land mit einer fremden Sprache nicht gerade leicht ist, allein einen Wohnheimplatz zu finden.

Die eigenen Mittel hätten nicht ausgereicht

Dafür spielte das Motivationsstipendium eine sehr große Rolle bei der Entscheidung für ein Studium in Deutschland. Mit eigenen Mitteln hätte ich das Studium nicht finanzieren können. Es reichte zwar auch nicht für das Leben, doch im ersten Semester unterstützten mich auch noch meine Eltern. Außerdem suchte ich mir schnell einen Nebenjob. Ab dem fünften Semester konnte ich mich bereits selbst finanzieren. Vielleicht hätte es sogar noch früher geklappt, aber ich verbrachte auch noch ein Semester im Ausland: Wenn man einmal ins kalte Wasser gesprungen ist, will man immer wieder Neues ausprobieren. So ging ich im Rahmen des ERASMUS-Programms, ohne spanische und katalanische Sprachkenntnisse, für ein Semester nach Spanien.

Viele bewunderten mich, als ich mit 18 Jahren in ein anderes Land zog, weit weg von zu Hause, und auch noch in einer Fremdsprache studierte. Es war kompliziert, eine Wohnung zu finden, alle Angelegenheiten mit der Hochschule zu klären, die Vorlesungen auf Deutsch zu hören und die Prüfungen zu schreiben. Bei der Benotung spielt die Herkunft ja keine Rolle.

Viele Veranstaltungen zum Kennenlernen

Neben dem Studium hat man aber natürlich auch Zeit für Partys und die Möglichkeit, neue Freunde zu finden. Das International Office der Jade Hochschule organisiert zahlreiche Veranstaltungen, auf denen sich Studierende aus den verschiedensten Ländern kennenlernen können und auf denen Freundschaften geknüpft werden. Ich lernte Menschen aus Asien, Amerika, Europa und Russland kennen. Noch immer habe ich Kontakt zu diesen Menschen.

Ich bin davon überzeugt, dass es mir sehr viel gebracht hat, direkt nach der Schule zum Studium in ein anderes Land zu gehen und mit all den Schwierigkeiten konfrontiert zu werden. Das macht das Leben bunter, man wird stärker und kann so mehr erreichen, sich größere Ziele setzen – den Weg zu diesen Zielen spannend gestalten. Nicht alleine das Resultat ist wichtig, sondern auch der Weg dorthin, wie viel Gutes man daraus für sich schöpft, wie viel Gutes man anderen davon abgibt, wie farbig man seinen Alltag gestaltet. Und, dass man Positives lernen will und die Dinge auch positiv sieht.

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Kristine Kazelnika besuchte das Staatsgymnasium Rezekne. Später studierte sie an der Jade Hochschule Architektur. Das Motivationsstipendium erhielt sie im Wintersemester 2013/2014.
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