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Dem Sound auf der Spur

Linards Kalnins besuchte das Staatliche Deutsche Gymnasium Riga (ehem. Gymnasium Āgenskalns). Dann begann er das Studium Hörtechnik und Audiologie an der Jade Hochschule. Das Motivationsstipendium erhielt er im Wintersemester 2010/2011 und im Wintersemester 2013/2014.

Meine Noten in Deutsch und anderen humanistischen Fächern waren nicht sehr gut. Meine Lieblingsfächer waren Mathe und Physik.

In meiner Schule war es möglich, ein DSD, also ein Deutsches Sprachdiplom, abzulegen. Aufgrund meiner Deutschnoten wurde ich dafür jedoch nicht zugelassen. Musik interessierte mich mehr. In Lettland besuchte ich acht Jahre lang eine Musikschule. Ich interessierte mich für Chormusik, elektronische Musik und weitere Richtungen, in denen sich Technik und Musik überschneiden.

Begeistert von der Fächerkombination

Im Herbst 2009 erfuhr ich in der Schule von der Möglichkeit, für einige Tage nach Deutschland zu fahren. Im Rahmen des Studiums auf Probe der Jade Hochschule würde ich dort als Studieninteressierter verschiedene Fächer kennenlernen können. Als ich in der Auflistung der angebotenen Fachbereiche den Studiengang Hörtechnik und Audiologie fand, wusste ich nicht, was sich dahinter verbarg. Weil in dem Titel aber die Wörter „Audio“ und „Technik“ vorkamen, dachte ich, es würde sich lohnen, dies genauer zu hinterfragen. Daraufhin meldete ich mich beim Studium auf Probe an und wurde angenommen.

Als ich nach Deutschland flog und die Fakultät für Hörtechnik und Audiologie besichtigte, war ich begeistert: Die Fakultät hatte viele interessante Labore, inklusive eines Aufnahmestudios mit einem der weltweit besten Synthesizer, schalltote Räume, Messkabinen und weitere Highlights. Ich nahm an einigen Vorlesungen teil, auch an Psychoakustik. Darin wurden interessante Aspekte über das menschliche Hören erklärt. Auch in der Mathematik lernte ich etwas völlig Neues kennen: Man darf durch Null teilen. Da wusste ich ganz genau, dass ich Hörtechnik und Audiologie studieren wollte.

Genuss in den Vorlesungen

Nachdem ich wieder in Lettland war, besuchte ich Deutschkurse am Goethe-Institut in Riga, da ich ein deutsches Sprachzertifikat benötigte. Außerdem begann ich, mich auf das Studium in Oldenburg vorzubereiten.

Ich will nicht übertreiben, aber es ist kaum zu beschreiben, wie sehr mir die Vorlesungen im ersten Semester in Hörtechnik und Audiologie gefielen. Ich hätte nie erwartet, dass ich irgendwann in meinem Leben das Programmieren lernen würde. Aber genau das war auch ein Lerninhalt des ersten Semesters. Neben vielen anderen Fähigkeiten war dies für mich eine besondere, meine persönliche Perspektive verändernde Erfahrung.

Die Klänge Niedersachsens

Im Sommer 2011 machte ich im Rahmen meines Studiums eine ganz besondere Praxiserfahrung: Ich nahm als Soundscout an einem Projekt des Bundeslandes Niedersachsen (Musikland Niedersachsen) teil. Wir fuhren durch Niedersachsen und machten Soundaufnahmen.

Eine weitere sehr schöne Erfahrung machte ich im dritten Semester, als ich das Mathe-Tutorium für Erstsemester im Fachbereich Hörtechnik und Audiologie leitete.

Außeruniversitäres Engagement

In meinem Wohnheim in der Otto-Suhr-Straße half ich, den Fernsehraum in einen Musikraum umzubauen. Dann veranstalteten wir jede Woche einen Musikabend, an dem Hobbymusiker aus dem ganzen Wohnheim zusammenkamen. Im dritten Semester bereitete ich zusammen mit anderen lettischen Studierenden aus Oldenburg einen lettischen Abend vor. An dem präsentierten wir den Studierenden der Jade Hochschule Geschichten, Livemusik und lettisches Essen.

Im fünften Semester gründete ich einen Chor, in dem 20 deutsche und fünf lettische Studierende regelmäßig probten. In dem Semester sprach mich auch einer meiner Professoren an, der mir eine signalverarbeitungsbasierte Arbeit anbot. Ich nahm sie an. Im sechsten Semester machte ich ein Austauschsemester an die Dänische Technische Universität (DTU) in Kopenhagen. Im siebten Semester führte ich schließlich mein Praxisprojekt in Riga durch. Ich entwickelte und testete den Prototyp einer Tablet-Applikation für Chorsänger. Die Resultate fasste ich in meiner Bachelorthesis zusammen und erhielt für die Bachelorarbeit die Note 1,7.

Mein Studium schloss ich mit vielen schönen Erfahrungen und der Durchschnittsnote 1,4 ab. Im Moment plane ich, meine noch laufenden Projekte in einer Firma, für die ich arbeite, zu beenden. Dabei kann ich jedem nur nahelegen, über ein Studium im Ausland nachzudenken.

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Linards Kalnins besuchte das Staatliche Deutsche Gymnasium Riga (ehem. Gymnasium Āgenskalns). Dann begann er das Studium Hörtechnik und Audiologie an der Jade Hochschule. Das Motivationsstipendium erhielt er im Wintersemester 2010/2011 und im Wintersemester 2013/2014.
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