Stipendiaten berichten

Die Chancen ergreifen

Spaziergang am Südstrand von Wilhelmshaven | © privat Von dem BIDS-Stipendium hörte ich zum ersten Mal von meiner Klassenlehrerin. Sie hatte selbst mal für ein Jahr an einem Programm für Lehrkräfte in Deutschland teilgenommen, daher wusste sie einiges über Stipendien in Deutschland. Damals, im Mai 2012, absolvierte ich gerade mein deutsch-ungarisches Abitur in Mezőberény am Sándor Petőfi Gymnasium.

Schon lange hatte ich mit dem Gedanken gespielt, mein Studium im Ausland zu verbringen. Doch ohne finanzielle Unterstützung hatte ich mich nicht getraut. Auf der Website der Jade Hochschule stieß ich jedoch auf den Studiengang Tourismuswirtschaft. Also stellte ich meine Bewerbung zusammen. In meinem Motivationsschreiben legte ich ein besonderes Augenmerk auf meine bisherigen Kenntnisse, Erfahrungen und Tätigkeiten im Tourismus und berichtete über meine Deutschkenntnisse und Auslandsaufenthalte. Außerdem schrieb ich über meine Praktika, Abiturergebnisse und Zukunftspläne. Einige Wochen später, Anfang Juli, bekam ich vom International Office der Jade Hochschule in Wilhelmshaven per E-Mail den Bescheid, dass die Hochschule mich für das Stipendium ausgewählt hat.

Die Anreise und der Start

Anfang September fuhr ich dann mit dem Auto nach Deutschland. 1.500 Kilometer Entfernung zur Heimat. Die Mitarbeiter im International Office waren immer hilfsbereit. Durch ihre Unterstützung erleichterten sie mir die Anfangsphase bei allen anfallenden Aufgaben: beim Einwohnermeldeamt, beim Auslandsamt und der Bankkontoeröffnung. Die Menschen waren verständnisvoll und auf die ausländischen Studierenden gut vorbereitet. Die gesamte Bürokratie wurde schnell und fast ohne Problem abgewickelt.

Die Stadt Wilhelmshaven

Wilhelmshaven besticht durch ein sehr gutes Lebensgefühl. Das spiegelt sich auch in der Freundlichkeit der Deutschen wider. Die Stadt liegt an der Nordsee, hat den wunderschönen Südstrand und beherbergt viele kleine Museen und Cafés. Interessante Einrichtungen, zum Beispiel das Küstenmuseum, das Marinemuseum, das Wattenmeerhaus, das Stadttheater oder die Kunsthalle bieten eine breite kulturelle Palette. Leider gibt es nur wenige Unterhaltungsmöglichkeiten für Studierende. Die Busse fahren abends und am Wochenende selten in die Stadt. Doch die Fahrradwege sind gut ausgebaut, sodass es sich empfiehlt, ein Fahrrad zu erwerben. Fast alles ist so in rund 20 Minuten erreichbar.

Das Leben

In meinem Wohnheim lebten vorwiegend ausländische Studierende. Viele von ihnen verbrachten im Rahmen des ERASMUS-Programms ein halbes Jahr in Wilhelmshaven. Noch vor dem Semesterbeginn lernten wir gemeinsam Wilhelmshaven und die Umgebung kennen. Im ersten Semester fand ich viele ausländische Freundinnen und Freunde und es wurden Ausflüge für uns nach Hamburg, Norderney und Bremerhaven organisiert.

Nach dem ersten Semester beendeten viele meiner ausländischen Freunde ihren Austausch und auch ich überlegte, ein bisschen was zu verändern und mein Leben konstanter zu organisieren. Generell ist es nicht schwierig, eine günstige WG oder Wohnung in Wilhelmshaven zu finden. So zog ich vor dem zweiten Semester in eine eigene Wohnung. Danach baute ich zu meinen deutschen Kommilitoninnen und Kommilitonen einen viel engeren Kontakt auf und mein Deutsch verbesserte sich.

Das Studium

Mit dem Stipendium fing mein Studium an, das ich auch nach Ablauf des Stipendiums fortsetzte. Die Regelstudienzeit im Studiengang Tourismuswirtschaft beträgt sieben Semester. Darin enthalten ist ein halbjähriges Pflichtpraktikum. Ich finde es sehr gut, dass die Jade Hochschule viel Wert auf eine praxisbezogene Ausbildung legt. Die Studierenden können sich jederzeit mit ihren Fragen und Problemen an die Professoren und die anderen Mitarbeiter der Hochschule wenden.

Mein Fazit

Studierenden, die besonders offen sind und auf intensive Erfahrungen Lust haben, empfehle ich einen eher längeren Auslandsaufenthalt. Die Eigenschaften Geselligkeit, Offenheit und Gewissenhaftigkeit sind wichtig. Ich bin schon jetzt sicher, dass die Zeit in Wilhelmshaven mir als eine sehr wichtige Erfahrung in Erinnerung bleiben wird, sowohl fachlich als auch persönlich. Nirgendwo sonst kann man die Sprache so gut lernen wie in dem Land, in dem sie gesprochen wird. Vor allem die praktische Anwendung der Sprache kann hier geübt werden, was in der Schule meist vernachlässigt wird.

 

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Anikó Tóth besuchte das Sándor Petöfi Gymnasium in Mezöberény. Später studierte sie Tourismuswirtschaft an der Jade Hochschule. Das Motivationsstipendium erhielt sie von September 2012 bis Juni 2013.
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