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Der Lernprozess ist ein Vergnügen

Maschinenbaustudierende begrüßen Erstsemester| © picture alliance / JOKER Weil ich acht Jahre lang Deutsch gelernt hatte, war es mein Traum geworden, in Deutschland zu studieren. Allerdings wollte ich nicht direkt nach der Schule mit dem Studium beginnen, eher erst etwa drei Jahre später.

Im April 2013 erfuhr ich, dass es für die Schülerinnen und Schüler an unserer Schule mit einem DSD II-Abschluss die Möglichkeit gibt, in Berlin zu studieren. Es gab sogar die Chance, dafür ein Stipendium zu bekommen. Zunächst dachte ich, dass dies noch zu früh für mich sei. Trotzdem entschied ich mich für einen Versuch.

Um das Stipendium zu erhalten, musste ich zuerst einen Motivationsbrief schreiben. In dem sollte ich begründen, warum ich im Ausland studieren will. Das war weniger schwierig als erwartet. In der Schule hatte ich gelernt, wie solche Briefe zu schreiben sind. Es war für mich vielmehr sehr interessant, über meine Ziele und Motivationen zu schreiben. Außerdem besuchte ich die Website der TU Berlin, auf der ich alles über die Fakultät Maschinenbau und Verkehrswesen erfuhr. Dort fand ich meinen Traumberuf, über den ich dann auch in meinem Motivationsbrief schrieb.

Fast die Bewerbung versäumt

Nachdem ich den Brief verschickt hatte, begann ich, mich auf die Aufnahmetests vorzubereiten. Dies war der schwierigste Teil, weil ich zeitgleich noch meine Abiturprüfungen vor mir hatte. Doch auf der Homepage des Studienkollegs fand ich einige Tests aus den Vorjahren, mit deren Hilfe ich üben konnte.

Nun folgten die Abschlussprüfungen. Dabei hätte ich fast vergessen, mich für das Studienkolleg zu bewerben. Und als meine Deutschlehrerin anrief, war ich sehr überrascht, dass ich angenommen worden war. Ich musste noch sehr viel organisieren, um in das Studienkolleg zu kommen, alle nötigen Dokumente für das Visum heraussuchen und eine Wohnung finden.

Die Wohnungssuche verlief reibungslos

Über die Website der „Bürgermeister-Reuter-Stiftung“ fand ich sehr schnell eine passende Wohnung. Die ist total super. Sie befindet sich nicht nur in Uninähe, sondern liegt auch fast im Zentrum der Stadt. Allerdings hat sie auch einen Nachteil: Ich bezahle für sie 450 Euro im Monat.

Als ich nach Deutschland kam, stellte mich meine neue Stadt vor viele neue Aufgaben. Ich musste ein Konto eröffnen, eine Anmeldung und eine Aufenthaltserlaubnis bekommen. All das war für mich ein bisschen schwierig, weil ich bis zu diesem Zeitpunkt niemals alleine solche Aufgaben gelöst hatte. Daher redete ich viel mit Leuten, die all das bereits hinter sich gebracht hatten. Außerdem besuchte ich zahlreiche Beratungstermine. Und im Ergebnis klappte die Sache ganz gut.

Doch ich möchte noch kurz erklären, dass es zwei Möglichkeiten gibt, eine Aufenthaltserlaubnis zu bekommen: Man kann um vier Uhr nachts zur Ausländerbehörde gehen, dort lange warten und sofort das Dokument bekommen. Für viele Leute ist dies der normale Weg. Aber nicht für mich. Ich habe erfahren, dass einem auch die Universität hilft. Man muss dafür nur alle notwendigen Dokumente sammeln und abgeben. Aber auch hier gilt: Die Bearbeitung dauert durchschnittlich vier Wochen.

Der Traum wird Realität

Danach verlief mein Leben sehr schnell, weil das Studium im Studienkolleg für mich total neu war. Ich lernte sehr viele Studierende aus verschiedenen Ländern kennen: aus Lateinamerika, Russland, Albanien, Indonesien, Jordanien, Jemen und Südkorea. Wir machten sehr lustige Partys, gingen viel spazieren oder unternahmen andere Dinge. Jetzt sind wir alle zusammen eine große Familie.

Wegen der Sprache machte mir der Lernprozess viel Vergnügen: Es ist sowohl sehr kompliziert als auch interessant, nicht in seiner Muttersprache zu studieren. Die Lehrer erklärten alle unbekannten Wörter und Begriffe sehr gut. Um gute Noten zu bekommen, muss man nicht nur Klausuren schreiben, sondern auch mündlich mitarbeiten. Insgesamt empfinde ich das Studium als nicht sehr schwer. Doch die Eigenleistung ist natürlich nicht zu unterschätzen – mit ihr klappt alles gut.

Am Ende empfehle ich allen potenziellen Studierenden, keine Angst vor einem Studium in Deutschland zu haben. Das Studium hier ist sehr interessant, alle Träume können Realität werden. Ich bin davon überzeugt, dass man solche schweren Schritte im Leben unbedingt machen sollte, um herauszufinden, was man eigentlich im Leben erreichen möchte. Ich habe es geschafft und bin sicher, dass man alles, was man wirklich will, erreichen kann. Viel Spaß bei eurer Entscheidung!

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Maksim Naumenko besuchte die PASCH-Schule Nr. 74 St. Petersburg. Später begann er ein Studium in den Fachrichtungen Maschinenbau und Verkehrswesen an der TU Berlin. Das Motivationsstipendium erhielt er von August 2013 bis Ende Mai 2014.
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