Stipendiaten berichten

Aus dem Keller ging es bergauf

Abends im Studentenwohnheim: Gemeinsames Feiern und zusammen Spaß haben gehören genauso zum Studium wie Lernen und Konzentration | © privat Schon immer wollte ich in Deutschland studieren. Über meinen Traum habe ich mit meinem deutschen Freund Julian gesprochen. Er erzählte immer, wie gut und schön das Leben in Deutschland sei. Seine eindrucksvollen Geschichten haben mich im Endeffekt überzeugt, dass Deutschland das Beste für mich sei.

Sein Vater, Dr. Hanns Sylvester, damals Leiter des DAAD-Büros in Mexiko-Stadt, bot mir von Anfang an seine wertvolle Hilfe an. Er hat mir gezeigt, wie man herangehen muss, um am Ende den passenden Studiengang zu finden. Wir haben uns schon sechs Monate vor Semesterbeginn über die unterschiedlichen Möglichkeiten informiert. Sein Input war ausschlaggebend für meine Entscheidung.

An unserer Schule in Mexiko gab es auch einige Informationsveranstaltungen über das Studium in Deutschland. Doch letzten Endes fand ich die persönliche Beratung hilfreicher. Die Veranstaltungen waren sehr interessant, doch ich glaube, dass einfach nicht genug über die unterschiedlichen Stipendien und deren Inhalte gesprochen wurde. Ich selbst erfuhr erst in Deutschland, dass ich mich für das Motivationsstipendium bewerben kann. Dabei kann es für einige Familien vielleicht entscheidend sein. Daher denke ich, dass es stärker gefördert werden sollte. Meiner Erfahrung nach wird das Stipendium zum richtigen Zeitpunkt angeboten, denn genau am Anfang, also zum Beginn des Studiums, stehen viele finanzielle Ausgaben an.

Mitten in der Nacht angekommen

Die ersten Tage in Deutschland waren unberechenbar. Nach zwölf langen Stunden im Flugzeug kam ich endlich in Frankfurt am Flughafen an. Halle an der Saale, wo sich meine Universität befindet, war noch sieben Stunden entfernt – nur wenige Stunden von meinem Traum und der verrücktesten Geschichte meines Lebens. Endlich war ich in Halle, fast im Schlaf habe ich zwei Koffer à 24 Kilogramm und einen Koffer mit einem Gewicht von acht Kilogramm zur nächsten Jugendherberge getragen. Als mir jemand aufmachte, dachte ich: „Zwei Uhr morgens und noch immer geöffnet? Das muss die berühmte deutsche Tüchtigkeit sein.“ Leider wollte mir der Angestellte lediglich mitteilen, dass die Herberge ausgebucht ist. Nachdem ich ihn gebeten hatte, mir nach langer Reise Unterschlupf zu gewähren, durfte ich im Keller schlafen.

Eine Woche später fand ich eine Wohnung. Ab da ging es bergauf. Meine Freunde im Wohnheim standen mir stets mit Rat und Tat zur Seite. Diese ersten Erfahrungen haben mich positiv geprägt und meine Erwartungen wurden auf jeden Fall übertroffen. Ich habe in Deutschland viele interessante Sachen gelernt: die Bedeutung der Planung beispielsweise schon am ersten Tag.

Finanzielle Unabhängigkeit gesucht

Über das Motivationsstipendium wurde ich erst auf einer Party informiert. Ich war mit mehreren ausländischen Studierenden zusammen und Carmen Gonzales, Studentin und Mitarbeiterin des ERASMUS-Büros in Halle, erzählte mir davon. Nach einem Jahr in Deutschland war ich in der Lage, einen Nebenjob zu finden und konnte fortan meinen Aufenthalt unabhängig vom Stipendium finanzieren.

Deutschland ist für mich wahrlich ein wundervolles und sehr schönes Land, mit Abstand der beste Ort zum Studieren. Kein anderes Land bietet eine so gute Bildung zu einem solch fairen Preis. Hinzu kommt noch das, was man außerhalb der Uni lernt. Deutschland ist sauber, gut organisiert, sicher und verfügt über eine bedeutsame Kultur.

Deutschland hat abgefärbt

Doch das Wichtigste sind die Menschen: In Deutschland habe ich das Wort „Zuverlässigkeit“ gelernt. Mir wurde Konsequenz vermittelt und beigebracht, dass man, wenn man etwas macht, es gut machen muss. In Deutschland habe ich gelernt, dass man sich nie aufgeben darf und das Glück von den eigenen Gedanken bestimmt wird. Die deutsche Mentalität hat auf mich abgefärbt, sodass in meinem Herzen nicht mehr nur die mexikanische Fahne weht.

Die Zeit in Deutschland hat mich bei der Ausprägung meiner Persönlichkeit gestärkt und als perfektes Sprungbrett für den Schritt in wiederum andere Kulturen fungiert. So bin ich derzeit über ERASMUS in Paris und fühle mich – dank der erworbenen kulturellen Kompetenzen in Deutschland – trotz meiner lateinamerikanischen Herkunft sehr wohl.

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Horacio Aguilera Salinas besuchte das Colegio Alemán Alexander von Humboldt Lomas Verdes. Später studierte er Management natürlicher Ressourcen an der Universität Halle-Wittenberg. Das Motivationsstipendium erhielt er im Wintersemester 2012 sowie im Sommersemester 2013.
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