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Eine „Familie“ gefunden

Anna Tsakona studiert an der Uni in Heidelberg | © privat
Es war noch April, als ich begann zu überlegen, wo ich gerne studieren möchte. Diese Frage fiel mir besonders schwer, weil ich sowohl eine schöne Stadt als auch eine gute Universität suchte – die beiden Welten mussten sich verbinden lassen.


Ende August bekam ich tatsächlich die Zulassung von der Universität Heidelberg, auf die ich schon lange und ungeduldig gewartet hatte. Zugleich erhielt ich von der Universität alle möglichen und nötigen Informationen über die Studienvorbereitung. Bis dahin offene Fragen konnte ich mit den Unterlagen beantworten oder in Telefonaten mit Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Universität klären. Die Organisation damals war recht schwierig, da es sehr viele Bewerbungen gab. Trotzdem gaben sich alle große Mühe, zu helfen.

Danach musste ich alles ziemlich schnell organisieren, um meine Einschreibungsunterlagen rechtzeitig einreichen zu können. Ich hatte absolut keine Ahnung, wie das Leben in Heidelberg, weit weg von Zuhause aussehen würde. Ich war besorgt, dass ich in Heidelberg wahrscheinlich eine nicht so schöne, eher einsame Zeit verbringen würde. Zudem wusste ich nicht wirklich, wie alles mit meinem Studium sein würde: ob ich gut sein würde, ob es für mich schwierig würde, ob ich alles gut würde verstehen und planen können – viele Fragen beschäftigten mich vor meiner Abreise. Doch als ich in Heidelberg ankam, hatte ich überhaupt keine Schwierigkeiten. Anfangs wohnte ich in einer Jugendherberge, direkt anschließend fand ich eine Wohnung in einem Studentenwohnheim. Ich habe echt Glück gehabt.

Immer respektiert gefühlt

Die Menschen, denen ich begegnete, waren bei Fragen oder Problemen sehr hilfsbereit. Ich muss zugeben, dass die Hilfe dieser Menschen wertvoll und bedeutsam war und ich ohne sie wahrscheinlich nicht in der Lage gewesen wäre, alles richtig zu organisieren. Als Ausländerin habe ich nie das Gefühl gehabt, dass mich jemand auslachte oder aufgrund der Tatsache „degradierte“, dass ich nicht aus Deutschland komme, ich nicht immer alles auf Deutsch verstehe oder mich verständlich ausdrücken kann. Das war eine echte Erleichterung für mich.

Ich fühle mich sehr glücklich und rundum wohl in Heidelberg. Alles hier gefällt mir gut, auch das Wetter. Gerade weil ich aus Griechenland komme, ist dies sehr wichtig für mich. In Heidelberg ist es oft sonnig und regnet nicht so viel wie in anderen Städten Deutschlands. Außerdem gefällt es mir sehr, dass die Stadt recht klein und überschaubar ist, daher alles schnell erreichbar ist. Für den Weg zur Universität brauche ich gerade mal 15 Minuten. Und obwohl die Stadt klein ist, ist sie dennoch immer lebendig und voller Menschen.

Viele Aufgaben im Studium

Auch im Studium gefällt mir alles ganz gut. Ich gebe zu, dass ich das Studium schwieriger und anspruchsvoller finde als erwartet. In diesem Semester sind wir mit vielen Prüfungen und gleichzeitig zu schreibenden Hausarbeiten konfrontiert worden. Da war es nicht einfach, in allen Fächern gute Leistungen zu bringen oder noch mehr zu lernen.

Da ich parallel zu meinem Studium noch arbeite, wurde dies noch verstärkt. Doch mit dem Stipendium konnte ich die Arbeit reduzieren, da ich so finanziell sehr gut unterstützt wurde. Im Allgemeinen finde ich den Namen des Stipendiums sehr treffend, weil er genau das beschreibt, was er fördern möchte: die Motivation ausländischer Studierender.

Darüber hinaus gefällt mir die Universität sehr gut. Sie ist gut organisiert und verfügt über das hilfreiche Bibliothekssystem HEIDI. Außerdem ist sie perfekt ausgestattet. „Meine“ Fakultät ist besonders klein. Doch ich bin auch dieser Tatsache gegenüber positiv eingestellt, weil wir auf diese Weise eine höhere Qualität im Laufe der Vorlesungen haben, kleine Arbeitsgruppen bilden können und uns gegenseitig helfen.

Es gibt auch Geborgenheit

Nachdem ich die Zulassung für das Stipendium bekommen hatte, habe ich mich sicherer gefühlt und wurde zugleich motiviert, genauso wie in der Schule, weiterzumachen: gute Leistungen bringen und möglichst fleißig arbeiten, ohne stets unter Druck oder Stress zu stehen.

Abschließend kann ich sagen, dass ich sehr zufrieden mit meinem neuen Lebensabschnitt in Heidelberg bin. Ich lebe in einer Stadt, die ich hübsch und attraktiv finde, ich studiere etwas, was mir besonders gefällt und mich wirklich interessiert, und selbst wenn es mir nicht gut geht oder ich Probleme oder Fragen habe, gibt es immer Menschen, die mir helfen wollen oder mit mir reden und mich aufmuntern. Und obwohl ich weit weg von meiner Familie bin, vermisse ich das Gefühl der Familie nicht, weil ich auch hier eine Familie gefunden habe. Ich wünsche allen Schülerinnen und Schülern, die im nächsten Jahr ihr Studium anfangen werden, ein ebensolches Glück.

 

Langversion des Berichts von Anna Tsakona (PDF)
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Anna Tsakona besuchte die Deutsche Schule Thessaloniki. Später studierte sie Psychologie an der Universität Heidelberg. Das Motivationsstipendium erhielt sie von Oktober 2013 bis Ende Januar 2014.

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