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Von der Lehrerin ermutigt

Mein Name ist Miloš Rybička. Ich komme aus Prag in Tschechien und lerne seit der 6. Klasse Deutsch. Dank unserer engagierten Lehrerin hat das wirklich Spaß gemacht. Daher entschied ich mich, ein Gymnasium mit intensivem Deutschunterricht zu wählen. Sechs Jahre lang habe ich das Gymnasium Na Pražačce in Prag besucht.

Vor meinem Studium in Deutschland wurde meine Klasse von meiner Deutschlehrerin, Frau Anja Voigt, sehr intensiv auf ein Studium in Deutschland vorbereitet. Ich wurde von Frau Voigt mehrmals ermutigt, auf jeden Fall ein Studium in Deutschland zu versuchen.

Das Studium in Dresden

Zugegeben, das Studium an der Technischen Universität Dresden war für mich am Anfang sehr mühsam. Auf dem Gymnasium hatte ich nicht so viele Leistungskurse in Mathematik, weil ich stattdessen viele Leistungskurse in Deutsch absolviert hatte. Das führte zu gravierenden Lücken bei meinen Mathematikkenntnissen.

Doch ich bedauerte es nie, mich für ein Studium in Deutschland entschieden zu haben. Das fachliche Niveau war sehr hoch, die Lehrkräfte waren immer sehr gut vorbereitet, pünktlich und stets bereit, die Fragen der Studenten zu beantworten.

Allerdings habe ich ein bisschen den Praxisbezug vermisst. Das Bachelorstudium bot so gut wie keine Möglichkeiten, studienbegleitend praktische Erfahrungen in Unternehmen zu sammeln.

Job in Deutschland gefunden

Die Finanzierung des Studiums gestaltete sich, wie bei vielen Studierenden aus dem Ausland ohne Stipendium, schwierig. Aufgrund des sehr anspruchsvollen Studiums konnte ich nicht studienbegleitend arbeiten, daher finanzierten vor allem meine Eltern mein Studium. Umso mehr habe ich mich über die Vergabe des TU9-Motivationsstipendiums gefreut. Ich wurde von 2009 bis 2010 gefördert, genau ein Jahr lang. Das Stipendium hat mir sehr dabei geholfen, mich auf das Studium zu konzentrieren, sodass ich das Bachelorstudium im Rahmen der Regelstudienzeit beenden konnte.

Was die Netzwerke angeht, habe ich mich etwa zwei Jahre lang bei der internationalen Studierendenorganisation AIESEC engagiert. Außerdem hatte ich die Ehre, eines der Gründungsmitglieder von TU9 DANA, dem Netzwerk von Absolventinnen und Absolventen Deutscher Auslandsschulen, die an einer TU 9 Universität studieren, zu sein. Auf diese Weise konnte ich mich mit Studierenden anderer Studienrichtungen austauschen und viel bewirken.

Meine Ziele erreicht

In Deutschland habe ich einen akademischen Titel erworben und mir damit meinen Traum erfüllt. Mit meinem Praktikum bei der Sächsischen Aufbaubank (SAB) konnte ich hoffentlich einen kleinen Beitrag zur Steigerung der Innovationskraft von sächsischen Unternehmen leisten. Das war für mich eine enorm nützliche Erfahrung, an die ich gerne zurückdenke und auf der ich beruflich aufbauen konnte. Ich lernte bei der SAB extrem viel und sammelte erste Praxiserfahrungen.

Erwähnen möchte ich auch, dass das Studium in Deutschland zu einer markanten Verbesserung meiner Deutschkenntnisse führte. Außerdem fand ich nach einem langen Bewerbungsprozess einen hervorragenden Job in einer deutschen Firma. Darüber freue ich mich riesig.

Der Wunsch nach mehr Stipendien

Nicht zuletzt freue ich mich sehr darüber, zu einem interkulturellen Dialog und dem Abbau von sozialen und interkulturellen Vorurteilen beigetragen zu haben. Die Gespräche zwischen Deutschen und den Studierenden aus dem Ausland waren sehr bereichernd und wir haben meiner Meinung nach sehr viel voneinander gelernt und Positives aus den jeweiligen Kulturen mitgenommen.

Deswegen halte ich seit 2008 jedes Jahr mindestens einen Vortrag über das Studium an der TU Dresden und das Studium in Deutschland im Allgemeinen an meinem ehemaligen Gymnasium, einmal auch an der Deutschen Schule in Prag. Ich plädiere auf jeden Fall dafür, dass der DAAD in Zukunft die Stipendien an möglichst viele Studierende aus dem Ausland vergibt. Das sollte nicht nur aus den bereits genannten Gründen geschehen, sondern beispielsweise auch wegen der demografischen Entwicklung in ganz Europa und den damit verbundenen Risiken für die deutsche Wirtschaft. Gerade in meinen Vorträgen habe ich sehr viele fähige Schülerinnen und Schüler kennengelernt, die jedoch aufgrund ihrer finanziellen Ausgangslage auf ein Studium in Deutschland verzichten müssen. Bei mir trug das Motivationsstipendium maßgeblich zur Realisierung meines Studienvorhabens bei.

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Miloš Rybička besuchte das Gymnasium Na Prazacce Prag. Dann studierte er an der TU Dresden Betriebswirtschaftslehre. Das Motivationsstipendium erhielt er 2009 und 2010.
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