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Deutsche Bürokratie und Hilfsbereitschaft

Mein Name ist Janis Roberts Krams. Ich habe meinen Schulabschluss am Staatsgymnasium in Valmiera in Lettland gemacht. Derzeit studiere ich an der Jade Hochschule in Elsfleth im Fachbereich Seefahrt. Gefördert wurde ich durch das BIDS-Stipendium von September 2012 bis Juni 2013.

Im Winter der Jahre 2011/2012 stellten zwei Referentinnen des International Office in Lettland die Jade Hochschule vor. Ich besuchte die Veranstaltung nur, um zu hören, was die Jade Hochschule überhaupt ist und was ich machen müsste, um dort zu studieren. Direkt danach stellte ich Fragen, die hervorragend beantwortet wurden. Außerdem bekam ich noch einige Tipps, wie und welche Studienrichtung ich wählen soll – mit allen nötigen Ansprechpartnern. Sofort suchte ich den Kontakt. Dabei stellte ich fest, dass der Aufwand gar nicht so groß ist, wie ich mir das bis dahin vorgestellt hatte. Und ich erfuhr, dass ich mich um ein Stipendium bewerben kann. Das gab mir den entscheidenden Kick.

Problematisch war alleine der Umgang mit der lettischen Prüfungsverwaltung. Die Prüfungsergebnisse und Zeugnisse wurden nur sehr langsam ausgegeben. In Deutschland muss man jedoch schon relativ früh seine Unterlagen einreichen. Nachdem ich endlich meine Dokumente bekommen hatte, war es ein wenig stressig mit den Übersetzungen und den notariellen Beglaubigungen – dafür hatte ich nur wenige Tage Zeit. Da ich mir nicht sicher war, ob alles rechtzeitig mit der Post in Deutschland ankommen würde, scannte ich alle Dokumente parallel dazu noch ein und schickte sie per E-Mail direkt an das International Office.

Das Warten und die Erleichterung

Dann folgte eine unruhige Zeit. Weil ich mich nur auf eine Hochschule konzentriert hatte, hatte ich vergessen, mich auch noch bei weiteren Hochschulen zu bewerben. Und das Auswahlverfahren dauerte etwa einen Monat. So war ich am Ende sehr erleichtert, dass ich für das Studium und das Stipendium angenommen wurde. Jetzt fehlte mir eine Wohnung, da ich mich ohne die Zusage nicht darum kümmern wollte. So war auch diese Zeit knapp. Noch nervöser wurde ich, als ich nach einigen verschickten E-Mails an Vermieter keine Rückmeldungen erhielt. Schließlich hatte ich aber Glück: Mein Bruder, der auch in Deutschland studiert, kannte eine Familie, die nicht weit von meinem Studienort wohnt. Diese Familie hat mir sehr bei der Wohnungssuche geholfen. Als ich schließlich ankam, war meine Wohnung organisiert. Außerdem begleiteten sie mich beim Möbelkauf. Dafür bin ich ihnen sehr dankbar. Wenn ich mir vorstelle, dass ich ansonsten alleine von Elsfleth nach Brake hätte fahren müssen, um mir ein Maklerbüro zu suchen, bei dem ich viele Unterschriften hätte leisten sollen … Das wäre eine große Herausforderung gewesen – und dies mit meinem gesamten Gepäck.

Inzwischen wäre all das keine große Sache mehr für mich, jetzt wohne ich ja auch schon einige Zeit hier. Doch beim Start, als ich mir mit der Sprache noch unsicher war und nichts kannte, wäre es bestimmt ein stressiges Erlebnis geworden. Natürlich hätte ich mir auch eine andere Wohnung suchen können. Da ich mir aber vorgenommen hatte, die Wohnung mit dem Stipendium zu finanzieren, wählte ich die Günstigste. Das hat sich gelohnt, da ich auch noch einen Job gefunden habe. Ich konnte mich von da an vollkommen selbst finanzieren und war von meinen Eltern unabhängig.

Das Studium führt zu weiteren Möglichkeiten

Mit meinem Studium und Alltagsleben bin ich sehr zufrieden. Die Menschen hier sind sehr nett und hilfsbereit. Da die Hochschule nicht die größte ist, ist alles sehr familiär. So kann man sich mit den Professoren sehr gut unterhalten und bekommt Hilfe, wenn sie benötigt wird. Schön finde ich, dass ich ein Fach gewählt habe, für das ich ein Auslandssemester und -praktikum machen muss. Das bietet mir die einzigartige Möglichkeit, in andere Länder zu reisen und dort für eine Weile zu leben. Nur die deutsche Bürokratie bereitet mir noch Schwierigkeiten, da ich manche Formulare nicht verstehe, die ich auszufüllen habe. Manchmal verstehe ich überhaupt nicht, wieso ich sie ausfüllen soll. Ansonsten sind die Umstände hier aber sehr gut.

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Janis Roberts Krams besuchte das Staatsgymnasium Valmiera in Lettland und studiert Seefahrt an der Jade Hochschule. Das Motivationsstipendium erhielt er von September 2012 bis Juni 2013.
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