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Nach schwerem Start läuft alles bestens


Mein Name ist Ana Lorena Real Sequeira und ich komme aus Nicaragua. Dort schloss ich an der Deutschen Schule Managua meinen Schulabschluss erfolgreich ab – an der einzigen deutschen Schule im Land.

Da die Deutsche Schule Managua eine internationale Schule ist, gab es dort mehrere Infoveranstaltungen zum Studium in verschiedenen Ländern. Aus Deutschland stellten sich leider nur die Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg und die Technische Hochschule Wildau bei Berlin vor. In Halle studiere ich aktuell.

Zu vielen Fragen, die man als Schülerin hat, finden sich zwar die Antworten auch auf den Internetseiten der Unis, allerdings sind diese niemals so hilfreich wie eine Infoveranstaltung vor Ort.

Die eigentliche Beratung startet aber erst mit dem Erwerb des internationalen Schulabschlusses. Da unser Schuljahr im November beziehungsweise Dezember endet, sind Bewerbungen erst für das darauf folgende Jahr in Deutschland zum Wintersemester möglich. So ist die Zeit zwischen dem Schulabschluss und der Bewerbungsfrist ausreichend.

Die Beantragung des Visums ist zeitaufwendig

Durch unseren Schulberater erfuhr ich von dem Motivationsstipendium an der Martin-Luther-Universität, um das ich mich dann bewarb. Nachdem ich einen Lebenslauf, Schulzeugnisse und ein Motivationsschreiben eingereicht hatte, erhielt ich eine Eingangsbestätigung meiner Dokumente. Dann musste ich warten.

Doch schon während des Wartens fällte ich den Entschluss, in Deutschland zu studieren. Also vereinbarte ich bei der Botschaft einen Termin zur Beantragung des Visums. Auch das brauchte Zeit: Selbst wenn alle erforderlichen Dokumente eingereicht sind, dauert es noch vier bis fünf Wochen. Um also rechtzeitig zum Semesterstart in Deutschland zu sein, muss man kurz nach dem Zulassungsbescheid (unterschiedlich, je nachdem, bei welcher Uni man sich beworben hat) sein studentisches Visum beantragen.

Für Nicaragua gilt, dass man die Deckung des Lebensunterhalts für ein Jahr bestätigen muss. Dazu wird eine Bürgschaft von den Eltern unterzeichnet, die Verpflichtungserklärung genannt wird. Meine Eltern mussten auf einem Konto ein Guthaben von rund 8.000 Euro nachweisen. Dies ist der BAföG-Höchstsatz, der die Ausgaben eines Studenten deckt. Alternativ kann dieser Betrag über den Zahlungsverkehr, die Arbeitsstelle und die Verdiensthöhe nachgewiesen werden. Wer dies nicht kann und kein Vollstipendium erhalten hat, bekommt auch kein studentisches Visum für Deutschland. Ich habe das Visum zu Beginn für drei Monate erhalten. In Deutschland wurde es dann verlängert, nachdem ich den Mietvertrag, die Immatrikulationsbescheinigung sowie eine Krankenversicherung vorzeigte.

Erste Anschaffungen

Meine Wahl für die Uni in Halle war kein Zufall. Mir hatte zum einen sehr gefallen, dass die Uni sich an meiner Schule vorgestellt hatte, zum anderen hatten sie mir eine gute Betreuung vor Ort versprochen. Nach dem Zulassungsbescheid fragte mein Betreuer auch direkt, wann ich in Halle ankommen wolle und wann und wo sie mich abholen sollen. Dies hat mir sofort ein sicheres Gefühl gegeben.

Zum Glück habe ich auch noch kurz vor meiner Abreise nach Deutschland erfahren, dass ich das Motivationsstipendium bekomme. Gerade am Anfang war dies sehr hilfreich. Ich hatte in der Phase einige Mehrausgaben. Beispielsweise musste ich das Visum bezahlen, eine Kaution für das Zimmer hinterlegen, Möbel kaufen und den Semesterbeitrag überweisen.

Der Anfang in einem fremden Land ist immer schwierig – vor allem, wenn man keine Familie vor Ort hat. Die ersten Wochen waren alles andere als schön. Ich hatte keinen Platz im Studentenwohnheim bekommen und musste mir bei meiner Ankunft direkt ein WG-Zimmer suchen. Das war eine Woche vor dem Semesteranfang, da ich wegen des Visums nicht früher einreisen konnte.

Ein Masterstudium soll folgen

Außerdem ist das Sprachverständnis trotz der bereits vorhandenen Deutschkenntnisse gerade am Anfang schwierig – im Alltag und im Studium. Auf rechtliche Angelegenheiten wie das Unterschreiben eines Mietvertrags oder den Abschluss eines Handyvertrags ist man beispielsweise überhaupt nicht vorbereitet. Allerdings ist es nur zu Beginn hart, schnell geht alles besser.

Man lernt neue Menschen aus allen Kulturen kennen, nicht nur Deutsche. Zudem war ich direkt vom Bildungsniveau in Deutschland begeistert. Das eigene Sprachniveau verbessert sich von ganz allein. Man sollte aber auch nicht zu schüchtern sein.

Gerade befinde mich in der Endphase meines Studiums. Meine Bachelorarbeit habe ich bereits abgegeben. Jetzt warte ich auf die Ergebnisse. Der nächste Schritt ist es, in Deutschland auch einen Masterstudiengang zu absolvieren.

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Ana Lorena Real Sequeira hat die Deutsche Schule Managua besucht und studierte Volkswirtschaftslehre an der Universität Halle-Wittenberg. Das Motivationsstipendium erhielt sie im Wintersemester 2010/2011.
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