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Trotz aller Sprachschwierigkeiten selbstbewusst

Im Jahr 2012 begann mein Studium in Deutschland. Der Grund dafür ist einfach: Ich hatte Deutsch als erste Fremdsprache in der Schule gelernt. Außerdem wollte ich sowohl neue Fachkenntnisse erwerben als auch mehr über Deutschland erfahren. Und natürlich wollte ich meine Sprachkenntnisse verbessern.

Leider fand an unserer Schule keine Infoveranstaltung deutscher Hochschulen statt. Doch ich habe alle Informationen im Internet gefunden. Mithilfe des CHE-Rankings wählte ich einige Universitäten aus. Und alle für eine Unibewerbung notwendigen Unterlagen waren auf den Homepages der Universitäten aufgelistet. Das Vorbereiten und Einsenden der Bewerbungsunterlagen dauerten etwa einen Monat.

Schnell ein Zimmer gefunden

Ich hatte mir schon gedacht, dass das Studium in Deutschland nicht leicht wird. Tatsächlich war es dann sogar noch schwieriger. Doch fast alle Probleme im Leben sind überwindbar. Ich gebe allerdings zu, dass ich auch Glück hatte. So hatte ich zum Beispiel gehört, dass die Bewerbung um ein Wohnheimzimmer ziemlich schwer ist und man normalerweise mindestens ein Semester auf eine Zusage warten muss. Nachdem ich meine Zulassung bekommen hatte, empfahl mir eine Mitarbeiterin im Hochschulbüro für Internationales, mich sofort auf einen solchen Platz zu bewerben. Noch vor meiner Ankunft in Deutschland nahm ich Kontakt mit einem der Studentenwohnheime auf und bekam ein Zimmer. Allerdings kann ich mich nicht ganz an das deutsche Essen gewöhnen, weshalb ich meistens selbst koche. Auch reduziert das meine monatlichen Ausgaben.

Die größte Schwierigkeit ist aber das Studium. Sowohl die Sprache als auch die neue Kultur sind zwei riesige Probleme. Am Anfang verstand ich nur die ganz einfachen Worte in der Vorlesung. Die Fachbegriffe und die von den Dozenten angeführten Beispiele verstand ich nicht. Ich wusste nichts über TUI, ein Reisebüro in Deutschland, und auch nichts über SIXT, einen Autovermieter. Auch die fachliche Bedeutung der Begriffe „Grenzkosten“ und „Opportunitätskosten“ war mir fremd. Daher musste ich nach den Vorlesungen die betreffenden Informationen im Internet recherchieren. Auch die Folien musste ich vor den Vorlesungen Wort für Wort durchlesen. Ansonsten hätte ich keine Chance gehabt, die Inhalte der Vorlesungen zu verstehen. Im ersten Semester beschäftigte ich mich auf diese Weise sehr intensiv mit meinem Studium.

Trotz Verbesserungen: Die Verständigung bleibt schwierig

Heute ist es viel besser als früher. Doch trotz meines C1-Niveaus kann ich nicht wie eine Deutsche leben. In Diskussionen mit deutschen Studierenden verstehe ich nicht alles, die jugendliche Sprache und die schnelle Sprechgeschwindigkeit sind sehr anstrengend. Aber ich bin stolz auf mich, jetzt schon ein Jahr hier zu leben. Wegen all der Schwierigkeiten und Herausforderungen wurde ich schnell selbstständiger und habe bis jetzt alle Klausuren im Studium bestanden. Nach und nach verstehe ich auch die Vorlesungsinhalte – nicht alles, aber immer mehr.

Über wissenschaftliche Themen kann ich auch schon mit anderen diskutieren. Außerdem habe ich eine Fachrichtung gefunden, die mir wirklich viel Spaß macht und die ich später vertiefen möchte. Das Studium in Deutschland ist somit anstrengend, aber ich mache jeden Tag Fortschritte. Ich habe das nötige Selbstbewusstsein, um mein Studium erfolgreich abzuschließen.

Hohes Preisniveau in Deutschland

Finanziell werde ich von meiner Familie unterstützt. Und auch das Stipendium minimiert meine finanziellen Belastungen. Versicherungen und Miete betragen fast die Hälfte meines monatlichen Budgets. Das Preisniveau in Deutschland ist für meine Verhältnisse relativ hoch. Ich versuche aber trotzdem, Geld zu sparen. Ich überlegte auch, mir einen Job zu suchen. Doch dank des Motivationsstipendiums muss ich mir nur wenige Sorgen um meinen Lebensunterhalt machen und kann mich so mehr auf mein Studium konzentrieren.

Mein Vorschlag wäre, für ausländische Studierende noch mehr interkulturelle Aktivitäten anzubieten. Ich würde gerne Freunde aus aller Welt kennenlernen. Am Anfang meines Aufenthalts nahm ich am „STEP IN“-Kurs meiner Universität teil. Das sind Einführungsaktivitäten für ausländische und deutsche Studierende. Das war echt toll. Damals lernte ich meine beste deutsche Freundin kennen. Es wäre schön, wenn es regelmäßig internationale Treffen geben würde. Bei denen könnte man über das Leben und die auftretenden Probleme sprechen, um sich so schneller an das Leben in Deutschland zu gewöhnen.

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Yue Ren besuchte die Taiyuan Foreign Languages School. Später studierte sie an der Universität Hannover Wirtschaftswissenschaften. Das Motivationsstipendium erhielt sie im Wintersemester 2012/2013.
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