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Was ist nur sonntags in Deutschland los?

Marcelo studierte BWL in Regensburg | © privat
Mein Name ist Pablo Marcelo Cajias Silva. Ich bin 24 Jahre alt. Mit 17 Jahren lernte ich ein Jahr lang Deutsch am Goethe-Institut in La Paz. So gewann ich einen kleinen Einblick in die deutsche Kultur.

Ein Jahr später nahm ich an einem Austauschprogramm (ICYE) teil, mit dem ich in Straubing die elfte Klasse eines Gymnasiums besuchte. Nach dem Austauschjahr konnte ich die 13. Klasse an der deutschen Schule in La Paz absolvieren, um an einer deutschen Universität zugelassen zu werden.

Verschiedene Gründe sprachen für das Studium an einer bayerischen Universität. In meinem Austauschjahr wohnte ich bei Familie Gebhardt-Esser in Straubing, in die ich mich sehr gut integrierte. In dieser Zeit reiste ich sehr viel durch Bayern und Deutschland. Bayern gefiel mir letztendlich am besten. Meine Schwester studierte damals in Passau und ihre Gastfamilie wohnte in München. Glücklicherweise bot Bayern sehr gute Studienmöglichkeiten und die Städte waren mir bereits bekannt. Meine Bewerbung in Regensburg wurde angenommen. So begann ich, dort zu studieren.

Unterschiede zwischen Schule und Studium

Als ich mit dem Studium begann, wollte ich mich akademisch und persönlich entwickeln. Das Studium gestaltete sich am Anfang schwer und wurde im Laufe der Zeit noch schwerer. So blieb mir nichts anderes übrig, als viel zu lernen. Ich arbeitete viel und bin mit meiner eigenen Leistung zufrieden. Allerdings stellte ich zu Beginn meines Studiums fest, dass der Unterschied zwischen der Deutschen Schule in La Paz, an der ich das Abitur mit acht anderen Schülern gemacht hatte, und der Universität Regensburg, wo die Vorlesungen für 350 Studierende gehalten werden, sehr groß ist. Diese neue „Lernmethodik“ war mir unbekannt. Und ich hatte es mir anders vorgestellt. Zum Glück freundete ich mich mit der Situation an. Inzwischen habe ich damit keine Schwierigkeiten mehr.

Bei der Informationssuche über die Universitäten hatte ich das Problem, dass ich zwar ausführliche Informationen über die Universitäten fand, jedoch keine über ein Bundesland oder eine Region. Mir fehlte ein Überblick.

Es gab eine Menge zu organisieren

Die Kontaktaufnahme mit den Universitäten erfolgte per Internet, die Einschreibung dann allerdings persönlich. Dafür war ich leider gezwungen, früher einzureisen – und das, obwohl das Semester erst vier Wochen später begann. Das fand ich damals nicht so toll, da ich gerne noch ein bisschen länger zu Hause geblieben wäre.

Bei meiner Ankunft in Regensburg wusste ich nicht, welche amtlichen Dokumente unterschrieben, verschickt und abgestempelt werden mussten. Das war eine große Herausforderung, die ich allerdings mit Geschick erledigte. Ich benötigte eine Versicherung, die Einwohneranmeldung, ein Bankkonto, ein Handy, eine Mensakarte, Uni-Guthaben und noch einiges mehr. Eine Liste mit all den Informationen hätte mir damals geholfen.

Erfolgreicher Wettbewerb

Im Laufe der ersten vier Semester bemerkte ich, dass das Studium schwer und intensiv werden würde. Nach dem Vordiplom im vierten Semester konnte ich meine Schwerpunkte wählen. Das war sehr entscheidend für mich, da ich mich endlich für die Fächer entscheiden konnte, die ich mochte. Für mich sind das Statistik und Ökonometrie. Ebenso fing ich nach dem Vordiplom an, als studentische Hilfskraft im Fach Investition zu arbeiten. Im August 2007 flog ich außerdem für zwei Monate nach Bolivien, um ein Praktikum bei der Zentralbank zu absolvieren. Die Reise half mir, meine erworbenen Kenntnisse anzuwenden und die bolivianische Lage vor Ort zu sehen.

Glücklicherweise konnte ich viele Freundschaften am Immobilien-Lehrstuhl (IRE-BS) schließen. 2009 nahm ich an der European Challenge in Real Estate teil, die in Berlin stattfand. Nach zwei Wochen harter Arbeit konnte ich mit dem dritten Platz nach Hause fahren.

Im Februar 2010 habe ich mein Studium abgeschlossen. Ich freue mich, so viel gelernt und erlebt zu haben. Das Studium war nicht einfach, aber ich habe es fast geschafft. Spaß, schöne Momente und Freude haben mich glücklicherweise immer begleitet.

Empfehlung für Bayern

Was mir nicht gefällt? In Deutschland gibt es sonntags nichts zu tun. Alle bleiben daheim und die Städte sind so gut wie leer. Daher entschied ich mich, sonntags zu arbeiten. Im Großen und Ganzen kann ich von Bayern nur Gutes berichten, ich würde es weiterempfehlen.

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Dr. Marcelo Cajias besuchte die Deutsche Schule Mariscal Braun in La Paz. Später studierte er an der Universität Regensburg Betriebswirtschaftslehre. Das Motivationsstipendium erhielt er im akademischen Jahr 2008/09.
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