Studentenleben

Besondere Nebenjobs – Jobs im Verkehr

Du suchst einen Nebenjob, möchtest aber nicht wie jeder andere in einer Bar kellnern? Dann haben wir genau das Richtige für dich – Jobs im Verkehr.

Stadtrundfahrt auf drei Rädern

Merlin ist ein sportlicher Typ. Ein großer Vorteil bei seinen Touren durch die Stadt, denn der Studierende ist Fahrer eines Fahrradtaxis. Regelmäßig nehmen Touristen und Einheimische auf der Rückbank seines Gefährts Platz und lassen sich durch das Zentrum von Berlin fahren. 20 Kilometer am Tag kommen da schnell zusammen. „Besonders bei schönem Wetter ist mein Taxi sehr beliebt. Auf diese Weise durch die Stadt gefahren zu werden und selbst nicht strampeln zu müssen, ist für viele Leute attraktiv“, sagt Merlin.

Durch Recherchen im Internet ist er auf den Job aufmerksam geworden. Eine ausführliche Bewerbung war nicht nötig, wohl aber Ausdauer und Lust mit fremden Menschen in Kontakt zu kommen. Als Velotaxifahrer trifft der Student Menschen aus der ganzen Welt. „Ich habe eine größere Verantwortung als man vielleicht denkt. Ich trete nicht nur in die Pedale, sondern zeige und erkläre den Gästen dabei auch noch die Stadt und ihre Geschichte“. Durch sein Studium spricht er fließend Französisch und Englisch, ein großer Vorteil, wie er findet: „Auch wenn ich selbst nicht in Berlin aufgewachsen bin, kenne ich die Stadt durch meinen Job viel besser als manch anderer."

Nachdem am Anfang die wichtigsten Formalitäten geklärt wurden, kann Merlin nun für sieben Euro pro Tag vom Verleiher ein Rad mieten. Als Velotaxifahrer ist er nicht bei einem Unternehmen angestellt, sondern arbeitet selbstständig. Er ist sein eigener Boss und kann das Geld, das er verdient, komplett behalten. Der größte Vorteil für den Hobbysportler sind jedoch die Arbeitszeiten: „Ich arbeite, wann ich möchte. Flexibilität ist mir bei einem Nebenjob sehr wichtig“, betont Merlin. Im Durchschnitt kostet eine halbe Stunde Mitfahren rund sieben Euro. Genug für Merlin: „Der Job ist lukrativ, aber natürlich bin ich nicht der einzige Fahrer in der Stadt. Die Konkurrenz ist groß. Doch irgendwann kennt man die guten Ecken und dann passt das.“

Linktipp

http://www.velotaxi.de

 

Im Dienste der Zufriedenheit

Theo verdient sein Geld damit, dass er mit fremden Menschen in Bus, U-Bahn und Straßenbahn redet und fragt, wie zufrieden sie sind. Normalerweise analysiert der Mathematikstudent bestehende Statistiken nur. Für den Hamburger Verkehrsverbund (HVV) wechselt er die Seiten und ermittelt selber Daten, die später für neue Statistiken gebraucht werden. An zwei Tagen in der Woche ist er unterwegs und findet heraus, ob die Fahrgäste mit dem Angebot des HVV zufrieden sind oder nicht. Außerdem erfährt er, wer welche Strecken wie oft fährt.

In den Semesterferien hat Theo das Jobangebot im Internet gefunden und sich spontan als „Fahrgastbefrager“ online beworben. „Die Zusage kam ziemlich schnell, Studierende werden wohl gern genommen“, vermutet er. Die größte Herausforderung waren für den Langschläfer die Arbeitszeiten. „Um fünf Uhr morgens aufstehen, war ich als Student nicht gewöhnt“, gähnt Theo. Auch wenn er sich morgens aus dem Bett quälen muss, hat er Spaß an der Arbeit. Besonders der Kontakt mit unterschiedlichen Menschen und Charakteren gefällt ihm. „Die Einen wollen gleich das ganze Verkehrsnetz in Hamburg verändern und die Anderen winken direkt ab.“ Besonders lustig seien die Momente, wenn er für einen Kontrolleur gehalten würde, verrät Theo. „Wenn sie mich sehen, ergreifen viele Leute entweder die Flucht oder legen ein Geständnis ab“, schmunzelt er. Mit der Bezahlung von acht Euro pro Stunde plus bezahlter Umsteige- und Pausenzeiten ist Theo zufrieden. „Außerdem lerne ich Hamburg jetzt von einer ganz anderen Seite kennen!“

Linktipp

http://www.hvv.de

 

Zwischen Wein, Fußball und Autos

Milena führt ein turbulentes Leben. Sie jobbt und das gern im Freien. Am liebsten weist sie Autofahrern bei Veranstaltung einen Parkplatz zu oder hilft bei größeren Events Straßen abzusperren. So arbeitet die BWL-Studentin zum Beispiel jeden Sommer beim „Elbhangfest“, dem größten Straßenfest in Dresden. Welchen Job jeder bekommt, wird bei einem Treffen vorab geklärt: „Das ist wie eine kleine Jobbörse, denn die Aufgaben werden auf Zuruf verteilt“, erklärt Milena. „Wer am schnellsten ist, bekommt die besten Sachen.“ So war Milena dafür verantwortlich, dass kein Auto auf das große Festgelände fährt. Probleme, sich als Frau durchzusetzen, hatte sie dabei keine: „Sicher gibt es manchmal Autofahrer, die nicht sofort auf meine Anweisungen reagieren. Am Ende sehen sie aber ein, dass sie sich an die Regeln halten müssen.“ Abgesehen von diesen Begegnungen, kann Milena ihrem Job viel positives abgewinnen: „Bei gutem Wetter ist der Job super. Sonnenschirm, Stuhl, ein gutes Buch und ein kühles Getränk habe ich immer dabei“, erzählt die gebürtige Sächsin.

Neue Jobangebote findet die 21-jährige Studierende meist im Internet oder in der Lokalzeitung. Mittlerweile hat sie aber auch schon selbst viele Kontakte geknüpft. „Besonders in den Sommermonaten bekomme ich oft Anfragen. Bei großen Events wie dem ‚Elbhangfest’ werden immer Leute gesucht“. Je nach Größe der Veranstaltung und der genauen Aufgabe verdient Milena zwischen sieben und neun Euro pro Stunde. Sie ist damit zufrieden, auch wenn ihr Arbeitstag oft länger als acht Stunden dauert. „Ich will keinen Job, an den ich für einen längeren Zeitraum gebunden bin. Ich möchte flexibel sein.“

Tipp: Achte auf Stellenangebote im Internet oder der Lokalzeitung oder frag direkt bei den Organisatoren von großen Events in deiner Stadt nach.

Diese Jobs könnten dir auch gefallen

  • Verkehrszähler

    Ob bei der Bahn oder im lokalen Straßenverkehr – Studierende, die die Autos auf den Straßen zählen, werden oft für einen kurzen Zeitraum gesucht. Die Jobs werden meist in den lokalen Zeitungen oder Stellenbörsen im Internet ausgeschrieben.

  • Straßenbahnfahrer

    In einigen deutschen Städten wie Köln werden regelmäßig Studierende in den ersten Semestern gesucht, die als Straßenbahnfahrer arbeiten möchten.
    www.kvb-koeln.de

  • Hütchenaufsteller

    Der ADAC und andere Verkehrsunternehmen suchen immer wieder Studierende, die bei Tests und Fahrtrainings immer wieder die orangefarbenen Pylonen, auch „Hütchen“ genannt, wieder aufstellen.
    ADAC-Website

von Janine Noack
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