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Von Russland nach Marburg – mit Engagement überzeugen


Ich heiße Anastasia Molchanova und bin 19 Jahre alt. Meinen Abschluss habe ich an der Schule Nr. 3 (1249) in Moskau mit Schwerpunkt Deutsch gemacht.Dann absolvierte ich das Studienkolleg Mittelhessen in Marburg mit einem Notendurchschnitt von 1,0 und zurzeit studiere ich Rechtswissenschaften an der Philipps-Universität Marburg.

Das Motivationsstipendium habe ich im Wintersemester 2013/2014 erhalten. Für mich war es sehr wichtig, dieses Stipendium zu bekommen. Es hat mir viel Freiraum und Sicherheit gegeben. Ich konnte mein Studentenleben unabhängiger gestalten und mich auf das Studium konzentrieren.

Keine leichte Entscheidung

Ich war die Erste aus meiner Schule, die gleich nach dem Schulabschluss nach Deutschland zum Studieren ging. Am Anfang wusste ich nicht, woher ich dafür die nötigen Informationen bekomme. Daher habe ich die für mich interessanten Universitäten direkt angeschrieben. So habe ich vom Sekretariat des Studienkollegs Mittelhessen alle notwendigen Informationen über das Bewerbungsverfahren bekommen.


Nachdem ich meinen Zulassungsbescheid bekommen hatte, waren die Vorbereitungen noch nicht vorbei: Es stand noch ein Termin im deutschen Konsulat zur Beantragung des Visums aus. Ich musste alle nötigen Unterlagen sammeln, sie notariell beurkunden lassen und verschiedene Fragebögen ausfüllen.

Gute Organisation

Dann stand mir der Flug nach Deutschland bevor. Ich war sehr überrascht, wie gut alles für uns, die Kollegiaten und mich, organisiert war: Für uns waren Zimmer im Wohnheim reserviert, sodass ich gleich nach der Ankunft den Schlüssel bekam und mit meinem Koffer dort einziehen konnte. Außerdem gab es ein Orientierungsprogramm für uns. Dabei haben wir uns nicht nur untereinander kennengelernt, sondern vor allem alle Formalien unter Aufsicht der Tutoren ausgefüllt: die Eröffnung eines Bankkontos, die Anmeldung bei der Stadtverwaltung. Wir wurden bei allen wesentlichen Angelegenheiten unterstützt.

Das Studienkolleg leistete für mich einen sehr großen Beitrag zur Integration in das Leben Deutschlands und das Studium. Es ist eine Art Zwischenstufe von der Schule zur Universität. Hier haben wir gelernt, selbstständig mit verschiedenen historischen Quellen und wissenschaftlichen Texten zu arbeiten. Und wir haben Werke der großen Schriftsteller und statistische Skalen interpretiert.


Eine weitere tolle Erinnerung an die Zeit im Studienkolleg ist der für uns organisierte Ausflug nach Weimar. Dort haben wir nicht nur die Stadt Goethes und Schillers kennengelernt, sondern auch die Spuren der dunklen Kapitel der deutschen Geschichte erkundet: Wir waren beispielsweise in der Gedenkstätte Buchenwald und haben die Folgen des Nationalsozialismus mit unseren eigenen Augen gesehen.

Die Wahl des Studienfachs

In der heutigen Welt gewinnen demokratische und rechtsstaatliche Werte mehr und mehr an Bedeutung. Deshalb habe ich mich für das Fach Rechtswissenschaften entschieden.

Während meines Studiums möchte ich lernen zu verstehen, wie ein demokratischer Rechtsstaat funktioniert, welche Mechanismen das Volk vor Übergriffen des Staates schützen und welche rechtliche Legitimation ein Staat hat. Deutschland ist eine der bedeutendsten Demokratien Europas. Das Land ist für seine vorbildliche Rechtsstaatlichkeit überall bekannt. Im Großen und Ganzen bin ich mit meinem Jura-Studium mehr als zufrieden.

Hier noch einige weitere Hintergründe für meine Entscheidung, in Deutschland zu studieren: Der Deutschunterricht war schon seit der Grundschule mein absolutes Lieblingsfach. Bei allen Projekten, die etwas mit Deutsch zu tun hatten, habe ich mit großem Interesse mitgemacht. Deutsch war eins der wenigen Schulfächer, das mir Raum für Kreativität gab. Wir sollten uns zu den unterschiedlichsten Themen Meinungen bilden und diese dann in die richtigen Worte bringen. Das war mehr als Vokabeln und Grammatikregeln auswendig lernen. Mit der Sprache haben wir auch die Kunst des Denkens gelernt.

Auch hier in Deutschland habe ich mein Hobby nicht aufgegeben und streite im Brüder Grimm Debattierklub Marburg e. V. mit anderen Studierenden über politische, wirtschaftliche und soziale Themen.

Hilfe für Schülerinnen und Schüler

In Marburg engagiere ich mich auch ehrenamtlich im sozialen Bereich. Die Organisation Rock Your Life! e.V. (RYL!) arbeitet deutschlandweit. Studierende begleiten dabei zwei Jahre lang einen Haupt- oder Realschüler individuell und kontinuierlich als Mentor auf dem Weg ins Berufsleben.

Anastasia Molchanova hat die Schule Nr. 3 (1249) in Moskau besucht und studiert Rechtswissenschaften an der Philipps-Universität Marburg. Im Wintersemester 2013/2014 hat sie ein Motivationsstipendium erhalten.

Langfassung des Berichts von Anastasia Molchova
(PDF, 290kB )

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