Wissen und Umwelt

Thema 2: Videos im Internet verwenden

Wie bei den Fotos gilt auch bei den Videos, die du im Internet findest: Möchtest du ein Video, das du nicht selbst gemacht hast, kopieren, online stellen oder anders nutzen, musst du den Filmemacher fragen, ob er damit einverstanden ist. .

An fast allen Videos im Netz besitzen andere Personen die Rechte Was du genau bei Videos zu beachten hast, hängt von dem Video und dem Inhalt ab.

Folgende Fragen könnten auftauchen:

Beispiel 1:
Du lädst ein Video hoch, dass aus Ausschnitten von YouTube-Videos besteht, die von den Nutzern selbst gedreht wurden.

Auch wenn das Video schon auf YouTube zu sehen ist, heißt das nicht, dass du es kopieren und ins Internet hochladen darfst. Wenn du es verwenden möchtest, musst du den Filmemacher fragen, ob er einverstanden ist. Es ist aber möglich und erlaubt, dass du das Video einbettest (embedded). Das Video wird dann auf einer Website in einem Player abgespielt, gehört aber immer noch zu YouTube. Du hast es damit nicht kopiert, sondern nur sichtbar verlinkt. Den Filmemacher musst du dafür nicht fragen, ob er einverstanden ist.

Beispiel 2:
Du lädst ein Sprachlernvideo der Deutschen Welle hoch.

Wer ein Video gemacht hat, egal ob ein privates oder professionelles Video, hat das Recht daran. Das bedeutet, dass du auch ein professionelles Video der Deutschen Welle nicht einfach hochladen darfst. Aber du darfst gerne bei der Deutschen Welle anfragen, ob du das Video für die Schule benutzen darfst.

Beispiel 3:
Du lädst Aufnahmen von Konzerten, Theaterstücken und Lesungen hoch, die du selbst gemacht hast.

Leider ist es verboten, bei Live-Veranstaltungen zu filmen. Deswegen ist es auch verboten, die Aufnahmen davon ins Internet zu stellen.

Beispiel 4:
Du lädst Aufnahmen von Fernsehsendungen hoch, die du selbst aufgenommen hast.

Alle Sendungen im Fernsehen sind rechtlich geschützt. Daher darfst du sie leider nicht beliebig nutzen, auch wenn du sie selbst aufgenommen hast. Es wäre okay, wenn du die Aufnahmen Freunden zeigst oder dein Lehrer es in der Schule zeigt. Einen Fernsehmitschnitt online zu stellen, ist aber nicht erlaubt.

Beispiel 5:
Du lädst ein selbst gedrehtes Video hoch, dass eine andere Person zeigt. Du hast diese nicht gefragt, ob du das Video hochladen darfst.

Wie bei den Fotos gilt auch hier: Du musst jede auf dem Video zu sehende Person fragen, ob du das Video online stellen darfst. Der Person muss klar sein, was du genau mit dem Video vorhast, beispielsweise für PASCH-net verwenden.

Beispiel 6:
Du lädst einen Werbeclip hoch, den du im Internet gefunden hast.

Auch wenn das Video Werbung zeigt, musst du die Werbeagentur fragen, ob du das Video kopieren und hochladen darfst. Ist das Video auch auf YouTube zu sehen? Dann dürftest du es einbetten (siehe Beispiel 1).

Beispiel 7:
Du lädst ein selbst gemachtes Video hoch. Als Musik verwendest du den neuesten Song von Lady Gaga.

Da du das Video selbst gedreht hast, darfst du das Video ins Internet hochladen – aber Achtung: OHNE die Musik von Lady Gaga! An der Musik von Lady Gaga haben außer dem Musiklabel noch andere Personen die Rechte. Leider ist es für dich nicht möglich, solche kommerzielle Musik in Videos zu verwenden. Es wäre zu kompliziert, alle schriftlich zu fragen, ob sie einverstanden sind. Im Internet findest du aber auch Musik für dein Video, die du frei verwenden kannst, sogenannte „Open Music“ (wie auf www.freemusicarchive.org) Auf der jeweiligen Website, auf der du solche Musik findest, steht auch, wie du sie verwenden darfst.

Beispiel 8:
Du bettest ein Musikvideo von U2 auf PASCH-net ein, das von der offiziellen Plattenfirma bei YouTube eingestellt wurde.

Das ist kein Problem. Wie in Beispiel 1 beschrieben, darfst du Videos von YouTube auf deiner Website zeigen. Wichtig dabei ist, das Video einzubetten und nicht zu kopieren und hochzuladen. Außerdem musst du bei Musikvideos darauf achten, dass das Video von der Plattenfirma oder dem Künstler selbst und nicht von einer privaten Person auf YouTube eingestellt wurde.

Beispiel 9:
Du lädst den Trailer des Films „Pirates of the Caribbean 5“ hoch.

Was auf dem Video zu sehen ist, ist egal. Du musst immer fragen (hier die Filmproduktionsfirma), ob du das Video hochladen darfst. Ist der Trailer auch auf YouTube oder Vimeo zu sehen und wurde er von der Filmproduktionsfirma eingestellt? Dann darfst du das Video auf deiner Website einbetten.

Beispiel 10:
Du verlinkst ein illegal bei YouTube eingestelltes Video.

Illegal eingestellt bedeutet, dass das Video auf YouTube von einer Person eingestellt wurde, die keine Rechte an der Musik oder an dem Film (wie eine Raubkopie) besitzt. Auf solche Videos darfst du nicht verlinken. Deswegen ist es bei Musikvideos oder Filmtrailern wichtig, dass du darauf achtest, von welchem Nutzer das Video auf YouTube eingestellt wurde (Beispiel 8 und 9).

Beispiel 11:
Du lädst ein Musikvideo einer bekannten Band hoch, das du irgendwo im Internet gefunden hast.

Auch hier gilt (wie Beispiel 6): Egal was das Video zeigt – der Filmemacher hat ein Recht auf sein Video. Du müsstest ihn fragen, ob er einverstanden ist. Falls du das Video nicht einbetten kannst (dies ist meist nur auf großen Videoplattformen möglich) könntest du das Video verlinken.


Dr. Till Kreutzer, iRights.info
Copyright: www.pasch-net.de
November 2011
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