Wissen und Umwelt

Erneuerbare Energien – der saubere Strom

Sprachniveau: B1

Im Sommer 2011 hat die deutsche Bundesregierung beschlossen, die Energieversorgung im ganzen Land umzubauen. Das Ziel: Weniger Energie aus Kohlekraftwerken und Atomkraftwerken zu gewinnen.

Stattdessen soll der Strom in Zukunft möglichst mithilfe von Wind, Sonne und Wasser erzeugt werden.

Unter erneuerbaren Energien versteht man Ressourcen, die fast unendlich zur Verfügung stehen und deren Abbau die Umwelt nicht schädigt. Dazu gehören: Sonne, Wasser, Wind, Erdwärme und Bioenergie. Neben dem Schutz der Umwelt soll der Ausbau der erneuerbaren Energien auch dafür sorgen, dass Deutschland weniger Energie aus anderen Ländern importieren muss. Bis zum Jahr 2020 soll der Anteil der erneuerbaren Energien auf 35 Prozent des gesamten Stromverbrauchs steigen. Bis zum Jahr 2050 soll dieser Anteil mindestens 80 Prozent betragen. Das hat man im Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) festgelegt. Welche Energiearten gibt es überhaupt?


Solarenergie

Die Sonne ist eine kostenlose Energiequelle und Sonnenlicht steht fast unbegrenzt zur Verfügung. Sogenannte Photovoltaikanlagen können Sonnenstrahlen direkt in elektrischen Strom umwandeln. Trifft das Sonnenlicht auf eine Solarzelle, kann sie das Licht in Energie umwandeln. Oft sind solche Solaranlagen auf Hausdächern oder auf Feldern aufgebaut. Mit einer kleinen Solaranlage können auch private Hausbesitzer ihr eigenes Trinkwasser erwärmen oder ihre Heizung betreiben. Dadurch werden die Hausbesitzer unabhängiger von den Strompreisen, müssen aber natürlich das Einbauen der Anlage bezahlen. Stromerzeugung mit Solaranlagen eignet sich besonders für Regionen, in denen viel die Sonne scheint. Die Energiemenge ist abhängig von der Anzahl der Sonnenstunden.


Windkraft

Der Wind kann die Flügel von Windrädern antreiben. So wird der Wind in Strom umgewandelt. Das funktioniert dort am besten, wo es oft windig ist, also zum Beispiel an der Nord- oder Ostsee. Dazu stellt man riesige Windräder auf. Nicht nur an Land, sondern auch direkt im Meer. Der Vorteil: Dort kann besonders viel Strom produziert werden, weil dort auch der Wind besonders stark weht. Ein Nachteil ist allerdings, dass Wind nicht konstant weht und daher auch keine konstante Menge an Energie liefern kann. Windenergie ist besonders sauber, weil kaum Kohlendioxid freigesetzt wird. Außerdem ist Wind kostenlos und fast überall vorhanden. Ein Nachteil ist allerdings, dass man Wind nicht gut speichern kann. Deswegen muss er sofort in Strom umgewandelt werden.


Wasserkraft

Um aus Wasser Strom zu erzeugen, muss man zuerst viel Wasser in Stauseen speichern. Dann kann man dass Wasser abfließen lassen, Wasserräder oder Turbinen damit antreiben und so Strom erzeugen. Wasserkraft nutzen die Menschen schon lange zur Energieerzeugung. Früher wurden die Maschinen in Mühlen oder Sägewerken mit Wasserkraft angetrieben, heute baut man verschiedene Wasserkraftwerke, die zum Beispiel die Strömung eines Flusses oder die Turbinen und die große Speicherkapazität von Talsperren zur Stromerzeugung nutzen. In Talsperren und Stauseen werden große Wassermassen gespeichert, die man gleichzeitig auch als Trinkwasser nutzen kann. Allerdings nimmt der Sauerstoffgehalt im Wasser ab, wenn es gestaut wird und durch den Bau von großen Talsperren wird die Natur stark verändert.


Bioenergie

Energie, die aus Biomasse erzeugt wird, nennt man Bioenergie. Und unter Biomasse versteht man tierische und pflanzliche Erzeugnisse, die man zur Stromerzeugung verwenden kann. Dazu gehören zum Beispiel Holz und zusammengepresste Holzabfälle, die man als Holzpellets bezeichnet. Außerdem Getreide, Biodiesel und Biogas. Biomasse kann flüssig, gasförmig oder fest sein. Der Vorteil: Biomasse ist sehr vielseitig und kann sowohl in Strom, als auch in Wärme und in Kraftstoff umgewandelt werden. Nachteil: Im Vergleich zur Wind- und Sonnenenergie wird bei der Verbrennung von Biomasse mehr Kohlendioxid freigesetzt.


Geothermie (Erdwärme)

Geothermie ist ein Fachbegriff für die Verteilung der Temperatur in der Erde. Man spricht dabei auch von der Erdwärme. Je tiefer man in die Erde vordringt, umso heißer wird es. Die Temperatur im Kern der Erde schätzen Wissenschaftler auf 4.800 bis 7.700 Grad Celsius. Wärme, die man nah an der Oberfläche der Erdkruste mithilfe von Wärmepumpen gewinnt, bezeichnet man auch als oberflächennahe Geothermie. Tiefengeothermie nutzt die Wärme in tieferen Erdschichten, um Strom zu erzeugen. Nachteil sind die hohen Kosten für die Bohrungen. Außerdem besteht die Gefahr, dass sich durch solche Bohrungen Gesteinsschichten verschieben und Erdbeben auslösen können.

etwas beschließen: etwas entscheiden; hier: Die Regierung hat ein Gesetz gemacht.
etwas umbauen: etwas ändern
Kohlekraftwerke und Atomkraftwerke: technische Anlagen, in denen man Energie aus Kohle oder mithilfe von Atomspaltung gewinnt
unendlich: unbegrenzt, für immer
zur Verfügung stehen: hier: existieren, da sein
schädigen: Schaden anrichten, sich schlecht auswirken, ruinieren
umwandeln: transformieren
der Hausbesitzer, die Hausbesitzer: eine Person, die ein eigenes Haus hat
etwas erwärmen: etwas warm machen
unabhängig: selbstständig, frei
die Stromerzeugung: das Gewinnen von Energie
der Vorteil, die Vorteile: ein positiver Aspekt; Gegenteil: der Nachteil
der Nachteil, die Nachteile: ein negativer Aspekt; Gegenteil: der Vorteil
allerdings: aber
etwas speichern: etwas für einen späteren Zeitpunkt lagern oder konservieren
Strom erzeugen: Strom bzw. Energie gewinnen
die Mühle, die Mühlen: hier: ein Betrieb, in dem man Korn zu Mehl verarbeitet
das Sägewerk: ein Betrieb, in dem man Holz aus dem Wald zu Brettern verarbeitet
das Erzeugnis, die Erzeugnisse: das Produkt
vordringen: hier: ins Innere kommen
die Wärmepumpe, die Wärmepumpen: eine Maschine, die Wärme aus dem Inneren der Erde nach oben holt
die Gefahr, die Gefahren: das Risiko
die Bohrung, die Bohrungen: hier: das Eindringen in die Erde mithilfe einer Maschine
das Erdbeben, die Erdbeben: eine Erschütterung der Erde. 2011 gab es zum Beispiel ein schweres Erdbeben in Japan.
etwas auslösen: etwas verursache, etwas bewirken

Worterklärungen

etwas beschließen: etwas entscheiden; hier: Die Regierung hat ein Gesetz gemacht.
etwas umbauen: etwas ändern
Kohlekraftwerke und Atomkraftwerke: technische Anlagen, in denen man Energie aus Kohle oder mithilfe von Atomspaltung gewinnt
unendlich: unbegrenzt, für immer
zur Verfügung stehen: hier: existieren, da sein
schädigen: Schaden anrichten, sich schlecht auswirken, ruinieren
umwandeln: transformieren
der Hausbesitzer, die Hausbesitzer: eine Person, die ein eigenes Haus hat
etwas erwärmen: etwas warm machen
unabhängig: selbstständig, frei
die Stromerzeugung: das Gewinnen von Energie
der Vorteil, die Vorteile: ein positiver Aspekt; Gegenteil: der Nachteil
der Nachteil, die Nachteile: ein negativer Aspekt; Gegenteil: der Vorteil
allerdings: aber
etwas speichern: etwas für einen späteren Zeitpunkt lagern oder konservieren
Strom erzeugen: Strom bzw. Energie gewinnen
die Mühle, die Mühlen: hier: ein Betrieb, in dem man Korn zu Mehl verarbeitet
das Sägewerk: ein Betrieb, in dem man Holz aus dem Wald zu Brettern verarbeitet
das Erzeugnis, die Erzeugnisse: das Produkt
vordringen: hier: ins Innere kommen
die Wärmepumpe, die Wärmepumpen: eine Maschine, die Wärme aus dem Inneren der Erde nach oben holt
die Gefahr, die Gefahren: das Risiko
die Bohrung, die Bohrungen: hier: das Eindringen in die Erde mithilfe einer Maschine
das Erdbeben, die Erdbeben: eine Erschütterung der Erde. 2011 gab es zum Beispiel ein schweres Erdbeben in Japan.
etwas auslösen: etwas verursache, etwas bewirken
Yvonne Pöppelbaum, freie Redakteurin in Hamburg
www.poeppelbaum.eu
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