Schule und Ausbildung

Hauptschulen – „Neustädter Modell“ oder Auslaufmodell?

Sprachniveau: B2/C1

In Bayern, Baden-Württemberg, Hessen, Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen hält man noch an Hauptschulen fest und will sie aufwerten. Das Rezept heißt: mehr Praxisbezug.

Dieser Tage bekommen die Zehntklässler des Hauptschulzweigs an der Kooperativen Gesamtschule (KGS) von Neustadt am Rübenberge ihre Zeugnisse. Im Kopf des Papiers steht neben dem Schriftzug der KGS auch der des örtlichen Berufsbildungszentrums. Zu Beginn der neunten Klasse durften die Schülerinnen und Schüler aus dem Lehrangebot der Bereiche Metallbearbeitung, Farbtechnik, Nahrung oder Körperpflege wählen und dann hierzu zweimal wöchentlich zum Unterricht an die Berufsschule gehen.

„Neustädter Modell“ nennt sich diese Form früher, schulbegleitender Ausbildung, deren Abschluss als erstes Ausbildungsjahr anerkannt werden kann. Dieses Konzept brachte der KGS von Neustadt am Rübenberge 2009 den ersten Platz im bundesweiten Wettbewerb „Starke Schulen“, an dem sich rund 600 Haupt-, Förder- und integrierte Schulen beteiligten.

Die Hälfte des KGS-Jahrgangs hat bereits vor der Zeugnisvergabe den Ausbildungsvertrag in der Tasche. Weitere 20 Prozent werden bald folgen, so zumindest die bisherige Erfahrung. Noch vor fünf Jahren sah es ganz anders aus: Fast ein Fünftel der Hauptschülerinnen und Hauptschüler brach ab. Von denen, die durchhielten, bekamen nur 14 Prozent gleich eine Lehrstelle. Die übrigen drehten ihre Warteschleifen an der Berufsschule. Jetzt stimmen die Kollegien in Haupt- und Berufsschule ihre Stundenpläne und Inhalte aufeinander ab.

Undiszipliniert und rechenschwach?

Faul und unpünktlich seien sie, scheiterten an den einfachsten Rechenaufgaben und Lesetexten: Wegen solcher Vorurteile werden die Mappen von Hauptschulabgängern in Bewerbungsrunden oft von vornherein aussortiert. Eine Ausnahme bilden Bayern und Baden-Württemberg. Dort gilt die Hauptschule als „Regelschule für praktisch Begabte“, in der laut PISA-Studien auf gutem Niveau gelernt werden kann.


Doch selbst in Bayern und Baden-Württemberg gehen die Anmeldungen allmählich zurück. In den übrigen Bundesländern empfehlen die Grundschullehrkräfte nur noch jedem vierten Kind die Hauptschule, lediglich 15 Prozent der Eltern wählen sie freiwillig. „Die Hauptschule wird zu einem Sammelbecken für Kinder aus sozial schwachen Familien und Schüler mit Migrationshintergrund“, resümiert der Direktor des Forschungsinstituts für Bildungs- und Sozialökonomie (FiBS) Dieter Dohmen in einer Studie vom Oktober 2008. „Angesichts der demografischen Entwicklung und des sich verändernden Übergangsverhaltens ist es deshalb nur konsequent, die Existenz dieser Schulform grundsätzlich zu überdenken“, lautet ihre Schlussfolgerung. Aber die Abschaffung würde nicht alle Probleme automatisch lösen. Die deutschen Schulen seien nicht auf heterogene Klassen eingestellt.

Senkrechtstarter von ganz unten

Dank des demografischen Wandels bekommen auch Hauptschulbewerber mit mittelmäßigen Noten oder nicht perfekten Deutschkenntnissen manchmal eine Chance. Und sie nutzen sie, wie Andreas Wißing, Ausbilder bei der Deutschen Telekom in Recklinghausen, zu berichten weiß. Er schwärmt von seiner leistungsstärksten Auszubildenden, die ihre Lehrzeit um ein Jahr abkürzen wird. Dabei hatte man ihr anfangs nicht einmal zugetraut, überhaupt durchzuhalten. „Es lohnt sich, das niedrigste Bildungssegment auszuschöpfen“, sagt Wißing. Da gebe es viele Senkrechtstarter.

In mehreren Projekten bundesweit nehmen sich Unternehmen dieser Zielgruppe an, schicken die eigenen Ausbilder in die Schulen oder organisieren Zusatzunterricht für ihre Praktikanten. Veränderte Auswahlverfahren setzen auf längere und individuelle Beobachtung der Kandidaten. Doch an dem miserablen Ruf der „Restschule“ ändert das nichts.

Zeigen dürfen, was man kann

Damit der Hauptschulabschluss etwas zählt, müsste er wieder mit Qualifikation gleichgesetzt werden, betont auch Bildungsökonom Dieter Dohmen vom FIBS. Genau das ist der jetzt als „Starke Schule“ ausgezeichneten KGS von Neustadt am Rübenberge mit dem „Neustädter Modell“ gelungen. Im Betriebspraktikum dürfen die Jugendlichen zeigen, was sie alles schon können: Manche werden gleich übernommen. Bei den praktischen Fertigkeiten sind sie ihren Altersgenossen um Längen voraus, ebenso bei der Motivation. „Die wenigen Fehlzeiten zeigen, dass sie mit Interesse dran sind“, so Herbert Koch, der angehende Maler und Lackierer unterrichtet.

In Kombination mit der Praxis erscheint auch die Theorie nicht mehr so grau. Das unterstreicht Martina Klemke, die Mathematik und Naturwissenschaften an der KGS und Körperpflege an der Berufsschule unterrichtet. Die Zusammensetzung von Shampoo erklärt sie in der Chemiestunde; in Mathematik lässt sie die Klasse berechnen, wie viele Packungen ein Friseursalon monatlich einkauft. „Endlich wissen unsere Jugendlichen“, sagt Klemke, „wofür sie den ganzen Schulstoff wirklich brauchen“.

Alle ziehen an einem Strang

Viele Kollegen hätten sich schon bei ihm umgeschaut, berichtet KGS- Hauptschulzweigs-Leiter Tjark Ommen. Ihnen erzählt er, dass es damit steht und fällt, ob die Lehrer der kooperierenden Einrichtungen sich gut verstehen. Sie müssen immer und in allem an einem Strang ziehen – auch bei der Disziplin. An der KGS herrschen nämlich klare Regeln. Jeder Verstoß gegen die Schulordnung etwa wird geahndet. Eine Coladose neben die Mülltonne werfen bedeutet Putzdienst, vergessene Hausaufgaben Nachsitzen. Null Toleranz gibt es auch für Graffiti und Rauchen.

Das Trainingsmobil 'Heavy Metal' an einer Bonner Hauptschule | © picture alliance / JOKER, Jörg Loeffke
Umso wichtiger ist, dass auch die Eltern mitziehen. Wenn Lehrer eine neue Klasse übernehmen, besuchen sie deshalb als erstes alle Familien. Das ist viel Aufwand, der sich aber lohnt. Man redet miteinander – und nicht nur über die Noten. Die Schule organisiert Infoabende zu Erziehungsfragen und zur Berufsorientierung. Da erzählen auch schon einmal die Ehemaligen, worauf es bei der Ausbildung ankommt. Pünktlichkeit, ein adrettes Äußeres, Durchhaltevermögen etwa. Und sie geben auch ganz konkrete Tipps zu günstiger Fachliteratur und Arbeitskleidung.

Heute kann sich der Hauptschulzweig der KGS von Neustadt am Rübenberge vor Anmeldungen kaum retten, sagt Martina Klemke. Auch der Wechsel von Real- auf die Hauptschule werde nicht mehr als tragisch empfunden: „Aus dem Kind wird trotzdem etwas!“ Wegen dieser Erfolge soll das „Neustädter Modell“ bald als Option im Schulgesetz von Niedersachsen verankert werden.

 
aufwerten: der Wert oder die Stellung einer Sache (hier: die Hauptschule) wird verbessert
der Hauptschulzweig: Schüler, die in der Gesamtschule den Hauptschulabschluss machen
die kooperative Gesamtschule, die kooperativen Gesamtschulen: eine Form der Gesamtschule; Schüler aller drei Schularten (Hauptschule, Realschule, Gymnasium) besuchen ab Klasse 5 zwar eine Schule, lernen aber bis auf sehr wenige Fächer (z.B. Sport) in unterschiedlichen Lerngruppen. Sie machen nach der 10. Klasse einen Haupt- oder Realschulabschluss oder auch das Abitur, wenn es an der Schule eine gymnasiale Oberstufe gibt. Die Gesamtschulen sind in den Bundesländern unterschiedlich gestaltet.
das Zeugnis, die Zeugnisse: die Bewertung der Leistungen am Ende des Schuljahres
das Berufsbildungszentrum, die Berufsbildungszentren: eine große Berufsschule, an der man unterschiedliche Berufe lernen kann; In der Regel verbringen die Auszubildenden einen oder zwei Tage pro Woche in der Berufsschule. Die Kombination von berufsspezifischem Unterricht in der Berufsschule und der praktischen Ausbildung im Betrieb ist typisch für das deutsche Bildungssystem und gilt als sehr erfolgreich. Man spricht auch von der „dualen Ausbildung“.
der Bereich Metallbearbeitung: hier: Die Schüler lernen, wie man kleine Teile aus Metall herstellt und bearbeitet. Das ist zum Beispiel für den Beruf Schlosser wichtig.
der Bereich Farbtechnik: hier: Die Schüler lernen, wie man mit Farben umgeht. Das ist zum Beispiel für den Beruf Maler wichtig.
die schulbegleitende Ausbildung: hier: Die Schüler besuchen parallel zur Gesamtschule auch schon die Berufsschule.
das Ausbildungsjahr, die Ausbildungsjahre: Jahre, in denen jemand eine Berufsausbildung macht. In der Regel dauert sie zwei bis dreieinhalb Jahre.
die Förderschule, die Förderschulen: eine Schule die Kinder besuchen, die langsamer lernen, weil sie körperlich oder geistig beeinträchtig sind; Die Klassen sind klein. Die Lehrer haben eine besondere Ausbildung und passen den Unterricht an die Probleme der Kinder an.
die integrierte Schule, die integrierten Schulen: eine Schule, in der alle Schüler gemeinsam unterrichtet werden - egal, ob sie nach der 10. Klasse einen Hauptschulabschluss, einen Realschulabschluss oder das Abitur machen wollen. Zusätzlich können schwache Schüler Förderkurse oder sehr gute Schüler Erweiterungskurse besuchen. Die Schulen sind in den Bundesländern unterschiedlich gestaltet, in manchen führen sie bis Klasse 12 oder 13.
den Ausbildungsvertrag in der Tasche haben: einen Ausbildungsplatz in einem Betrieb oder einer Firma sicher haben
abbrechen: vor dem Ende aufhören
die Lehrstelle, die Lehrstellen: die Berufsausbildung, der Ausbildungsplatz
Warteschleifen drehen: warten
das Kollegium, die Kollegien: das Team von Lehrern an einer Schule
faul: hier: nicht arbeiten wollen
scheitern: keinen Erfolg haben
die Bewerbungsrunde, die Bewerbungsrunden: der Prozess, in dem aus vielen Bewerbungen die passenden Kandidaten ausgewählt werden
der/die praktisch Begabte, die praktisch Begabten: hier: Schüler, die besser mit den Händen arbeiten können als zu lesen, schreiben oder rechnen
die PISA-Studie, die PISA-Studien: PISA steht für „Programme for International Student Assessment“ (Deutsch: Programm zur internationalen Schülerbewertung) Seit dem Jahr 2000 werden alle drei Jahre die Leistungen von 15-jährigen Schülerinnen und Schülern in unterschiedlichen Ländern getestet und verglichen. Die Ergebnisse der ersten Studien waren 2001 für die Deutschen eine böse Überraschung: Die deutschen Schüler lagen auf den hintersten Plätzen.
das Sammelbecken, die Sammelbecken: das Zentrum, die Sammelstelle, hier: Fast nur Kinder aus sozial schwachen Familien besuchen die Hauptschule.
sozial schwach: hier: Familien mit wenig Geld
der Migrationshintergrund: Die Eltern oder Großeltern sind aus einem anderen Land nach Deutschland gekommen.
die demografische Entwicklung: besagt, wie sich die Bevölkerungszahlen entwickeln werden; hier: In Deutschland sinkt die Bevölkerung kontinuierlich, da mehr Menschen sterben als geboren werden. Gleichzeitig werden die Deutschen immer älter und weniger Kinder werden geboren. Es gibt also mehr alte als junge Menschen.
das Übergangsverhalten: das Tun und Handeln in der Zeit der Veränderung
die heterogene Klasse, die heterogenen Klassen: eine Lerngruppe mit sehr unterschiedlichen Schülern
der Senkrechtstarter: eine Person, die von Anfang an großen Erfolg hat.
einer Person etwas nicht zutrauen: glauben, dass eine Person etwas nicht kann
das niedrigste Bildungssegment: hier: Jugendliche ohne oder mit einem schlechten Hauptschulabschluss
das Auswahlverfahren, die Auswahlverfahren: der Prozess, in dem aus vielen Bewerbungen die passenden Kandidaten ausgewählt werden
das Betriebspraktikum, die Betriebspraktika: hier: Die Schüler arbeiten zwei bis vier Wochen in einem Betrieb und sammeln praktische Erfahrungen. In der Regel ist das Betriebspraktikum für die Jugendlichen der erste Einblick ins Berufsleben.
jemanden übernehmen: hier: Die Jugendlichen bekommen eine Ausbildungsstelle in dem Betrieb.
die Fertigkeit, die Fertigkeiten: die Kenntnisse, das praktische Wissen
die Theorie, die Theorien: hier: das Lernen im Unterricht
grau: hier: schlecht, negativ
an einem Strang ziehen: das gleiche Ziel haben und gemeinsam etwas dafür tun
stehen und fallen: hier: Es ist wichtig, dass die verschiedenen Lehrer gut miteinander arbeiten können. Nur dann hat das Modell Erfolg.
etwas ahnden: hier: bestrafen
mitziehen: hier: mitarbeiten, mitmachen
die Berufsorientierung: die Hilfe bei der Suche nach dem richtigen Beruf
das adrette Äußere: das ordentliche Aussehen
die Realschule, die Realschulen: eine der drei Schularten nach der Grundschule, in der Regel von Klasse 5 bis 10; Sie vermittelt eine breitere Allgemeinbildung als die Hauptschule und wird mit der Mittleren Reife, dem Realschulabschluss, abgeschlossen. Danach können die Jugendlichen eine Ausbildung machen aber auch eine Fachoberschule besuchen oder auf das Gymnasium wechseln.

Worterklärungen

aufwerten: der Wert oder die Stellung einer Sache (hier: die Hauptschule) wird verbessert
der Hauptschulzweig: Schüler, die in der Gesamtschule den Hauptschulabschluss machen
die kooperative Gesamtschule, die kooperativen Gesamtschulen: eine Form der Gesamtschule; Schüler aller drei Schularten (Hauptschule, Realschule, Gymnasium) besuchen ab Klasse 5 zwar eine Schule, lernen aber bis auf sehr wenige Fächer (z.B. Sport) in unterschiedlichen Lerngruppen. Sie machen nach der 10. Klasse einen Haupt- oder Realschulabschluss oder auch das Abitur, wenn es an der Schule eine gymnasiale Oberstufe gibt. Die Gesamtschulen sind in den Bundesländern unterschiedlich gestaltet.
das Zeugnis, die Zeugnisse: die Bewertung der Leistungen am Ende des Schuljahres
das Berufsbildungszentrum, die Berufsbildungszentren: eine große Berufsschule, an der man unterschiedliche Berufe lernen kann; In der Regel verbringen die Auszubildenden einen oder zwei Tage pro Woche in der Berufsschule. Die Kombination von berufsspezifischem Unterricht in der Berufsschule und der praktischen Ausbildung im Betrieb ist typisch für das deutsche Bildungssystem und gilt als sehr erfolgreich. Man spricht auch von der „dualen Ausbildung“.
der Bereich Metallbearbeitung: hier: Die Schüler lernen, wie man kleine Teile aus Metall herstellt und bearbeitet. Das ist zum Beispiel für den Beruf Schlosser wichtig.
der Bereich Farbtechnik: hier: Die Schüler lernen, wie man mit Farben umgeht. Das ist zum Beispiel für den Beruf Maler wichtig.
die schulbegleitende Ausbildung: hier: Die Schüler besuchen parallel zur Gesamtschule auch schon die Berufsschule.
das Ausbildungsjahr, die Ausbildungsjahre: Jahre, in denen jemand eine Berufsausbildung macht. In der Regel dauert sie zwei bis dreieinhalb Jahre.
die Förderschule, die Förderschulen: eine Schule die Kinder besuchen, die langsamer lernen, weil sie körperlich oder geistig beeinträchtig sind; Die Klassen sind klein. Die Lehrer haben eine besondere Ausbildung und passen den Unterricht an die Probleme der Kinder an.
die integrierte Schule, die integrierten Schulen: eine Schule, in der alle Schüler gemeinsam unterrichtet werden - egal, ob sie nach der 10. Klasse einen Hauptschulabschluss, einen Realschulabschluss oder das Abitur machen wollen. Zusätzlich können schwache Schüler Förderkurse oder sehr gute Schüler Erweiterungskurse besuchen. Die Schulen sind in den Bundesländern unterschiedlich gestaltet, in manchen führen sie bis Klasse 12 oder 13.
den Ausbildungsvertrag in der Tasche haben: einen Ausbildungsplatz in einem Betrieb oder einer Firma sicher haben
abbrechen: vor dem Ende aufhören
die Lehrstelle, die Lehrstellen: die Berufsausbildung, der Ausbildungsplatz
Warteschleifen drehen: warten
das Kollegium, die Kollegien: das Team von Lehrern an einer Schule
faul: hier: nicht arbeiten wollen
scheitern: keinen Erfolg haben
die Bewerbungsrunde, die Bewerbungsrunden: der Prozess, in dem aus vielen Bewerbungen die passenden Kandidaten ausgewählt werden
der/die praktisch Begabte, die praktisch Begabten: hier: Schüler, die besser mit den Händen arbeiten können als zu lesen, schreiben oder rechnen
die PISA-Studie, die PISA-Studien: PISA steht für „Programme for International Student Assessment“ (Deutsch: Programm zur internationalen Schülerbewertung) Seit dem Jahr 2000 werden alle drei Jahre die Leistungen von 15-jährigen Schülerinnen und Schülern in unterschiedlichen Ländern getestet und verglichen. Die Ergebnisse der ersten Studien waren 2001 für die Deutschen eine böse Überraschung: Die deutschen Schüler lagen auf den hintersten Plätzen.
das Sammelbecken, die Sammelbecken: das Zentrum, die Sammelstelle, hier: Fast nur Kinder aus sozial schwachen Familien besuchen die Hauptschule.
sozial schwach: hier: Familien mit wenig Geld
der Migrationshintergrund: Die Eltern oder Großeltern sind aus einem anderen Land nach Deutschland gekommen.
die demografische Entwicklung: besagt, wie sich die Bevölkerungszahlen entwickeln werden; hier: In Deutschland sinkt die Bevölkerung kontinuierlich, da mehr Menschen sterben als geboren werden. Gleichzeitig werden die Deutschen immer älter und weniger Kinder werden geboren. Es gibt also mehr alte als junge Menschen.
das Übergangsverhalten: das Tun und Handeln in der Zeit der Veränderung
die heterogene Klasse, die heterogenen Klassen: eine Lerngruppe mit sehr unterschiedlichen Schülern
der Senkrechtstarter: eine Person, die von Anfang an großen Erfolg hat.
einer Person etwas nicht zutrauen: glauben, dass eine Person etwas nicht kann
das niedrigste Bildungssegment: hier: Jugendliche ohne oder mit einem schlechten Hauptschulabschluss
das Auswahlverfahren, die Auswahlverfahren: der Prozess, in dem aus vielen Bewerbungen die passenden Kandidaten ausgewählt werden
das Betriebspraktikum, die Betriebspraktika: hier: Die Schüler arbeiten zwei bis vier Wochen in einem Betrieb und sammeln praktische Erfahrungen. In der Regel ist das Betriebspraktikum für die Jugendlichen der erste Einblick ins Berufsleben.
jemanden übernehmen: hier: Die Jugendlichen bekommen eine Ausbildungsstelle in dem Betrieb.
die Fertigkeit, die Fertigkeiten: die Kenntnisse, das praktische Wissen
die Theorie, die Theorien: hier: das Lernen im Unterricht
grau: hier: schlecht, negativ
an einem Strang ziehen: das gleiche Ziel haben und gemeinsam etwas dafür tun
stehen und fallen: hier: Es ist wichtig, dass die verschiedenen Lehrer gut miteinander arbeiten können. Nur dann hat das Modell Erfolg.
etwas ahnden: hier: bestrafen
mitziehen: hier: mitarbeiten, mitmachen
die Berufsorientierung: die Hilfe bei der Suche nach dem richtigen Beruf
das adrette Äußere: das ordentliche Aussehen
die Realschule, die Realschulen: eine der drei Schularten nach der Grundschule, in der Regel von Klasse 5 bis 10; Sie vermittelt eine breitere Allgemeinbildung als die Hauptschule und wird mit der Mittleren Reife, dem Realschulabschluss, abgeschlossen. Danach können die Jugendlichen eine Ausbildung machen aber auch eine Fachoberschule besuchen oder auf das Gymnasium wechseln.
Matilda Jordanova-Duda
arbeitet als freie Journalistin in Königswinter.

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Juli 2009

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