Schule und Ausbildung

Gemeinsam statt einsam – Inklusion an deutschen Schulen

Sprachniveau: C1

Deutschland ist auf dem Weg zur inklusiven Schule, in der Kinder mit und ohne Behinderung gemeinsam lernen. Davon können auch Kinder mit Migrationshintergrund, aus sozial schwachen Familien oder Hochbegabte profitieren.

Kevin fiel schon im Kindergarten auf. Er konnte kaum stillsitzen, hielt sich nicht an Regeln und stritt mit den anderen. Er sprach wenig und wenn, dann meist in unvollständigen Sätzen. Als er zur Schule musste, war sein Weg bereits vorgezeichnet: Während die Gleichaltrigen in die Grundschule wechselten, ging Kevin in die Sonderschule. Einen Abschluss machte er dort nie – wie fast 80 Prozent der Kinder an dieser Schulform. Geschichten wie diese hat das deutsche Schulsystem über Jahrzehnte hinweg geschrieben. Die Förderschulen als vierte Säule im deutschen System sind europaweit einzigartig. Es existieren Spezialschulen für „Behinderungen“ und Lernschwierigkeiten, für Blinde, Gehörlose, geistig Behinderte oder Kinder mit sozialen Auffälligkeiten.

Erfolg in jungen Jahren entscheidet

Das Schulsystem sondert immer noch aus, doch negative Bildungskarrieren wie die von Kevin werden seltener. Das liegt an der Behindertenrechtskonvention der Vereinten Nationen (VN) von 2006. Darin verpflichtet sich Deutschland zu einem integrativen beziehungsweise inklusiven Schulsystem. „Das hat zur Folge, dass alle Kinder, die schnell und die langsam Lernenden, die Überflieger und die Gehandicapten, gemeinsam lernen und gefördert werden“, sagt der ehemalige niedersächsische Kultusminister und Koordinator im Expertengremium „Netzwerk Bildung“, Professor Rolf Wernstedt. In der Praxis heißt das: Kinder mit Beeinträchtigungen dürfen nicht mehr aus dem Regelschulsystem ausgeschlossen werden.

Deutschkurse für Kinder © picture-alliance / dpa, Oliver Krato

Damit steigen auch die Chancen für Migrantenkinder, die mit Lernschwierigkeiten und Sprachproblemen ins Schulleben starten. Vor allem die Grundschulen übernehmen, nach den Kindergärten, eine soziale Ausgleichsfunktion. Bildungsexperten sind sich einig, dass die Erfolge in den frühen Jahren entscheidend sind. Dennoch fließt deutlich mehr Geld pro Schüler in die weiterführenden Schulen als in die frühe Bildung.

Keine Chance für Bildungsverlierer?

Die Debatte um Bildungsgerechtigkeit wird von der Bundesregierung und den Kultusministern der Länder, die gemäß der föderalen Struktur der Bundesrepublik in Bildungsfragen das Sagen haben, seit den 1970er-Jahren geführt. Einen neuen Schub hat sie durch die Ergebnisse der ersten Pisa-Vergleichsstudie 2001 bekommen. Der Schock war groß: Deutschlands Schüler waren nur Mittelmaß. Außerdem bescheinigten Experten, dass Herkunft und Bildungserfolg in kaum einem anderen Land so eng miteinander verknüpft sind wie in Deutschland mit seinem viergliedrigen System aus Sonderschulen, Haupt- und Realschulen sowie Gymnasien. Vor allem Kinder aus sozial schwachen Schichten haben schlechtere Chancen. Das Bundesbildungsministerium schätzt, dass mehr als ein Viertel der Kinder unter 18 Jahren in einer sozialen, finanziellen oder kulturellen Risikolage aufwächst.

Zahlreiche Förderprogramme, preiswürdige Projekte

Zwar ist die Zahl der Jugendlichen ohne Schulabschluss leicht zurückgegangen. Dennoch sind davon noch immer 6,5 Prozent eines Jahrgangs betroffen – laut Statistischem Bundesamt kommen 57 Prozent von ihnen von den Förderschulen. Aber es gibt auch positive Entwicklungen für die rund elf Millionen Schülerinnen und Schüler in Deutschland. Zahlreiche Förderprogramme kümmern sich heute um benachteiligte Schüler, darunter die von der Bundesregierung unterstützten „Bündnisse für Bildung“, die mit Ferienfreizeiten, Musik- und Theaterinszenierungen oder Mentorenprogrammen helfen. Hinzu kommen Programme für den schwierigen Übergang von der Schule zum Beruf.

Gemeinsames Lernen mit behinderten Kinder © picture-alliance / dpa, Henning Kaiser

Es gibt inzwischen auch viele vorbildliche Projekte: So zeichnet der Jakob Muth-Preis der Bertelsmann Stiftung seit 2009 erfolgreiche Konzepte inklusiver Schulen aus. Zu den bisherigen Preisträgern gehörte zum Beispiel die Berliner Heinrich Zille-Schule, die schon seit zwei Jahrzehnten auf Inklusion setzt. Hier werden rund 400 Kinder unterrichtet. Die offene Ganztagsschule setzt einen Schwerpunkt auf den kreativ-musischen Bereich. 2012 darf unter anderem die Grundschule Langbargheide aus dem Hamburger Stadtteil Lurup den Preis für sich beanspruchen. Rund 80 Prozent der Schüler hier sind nichtdeutscher Herkunft, weniger als ein Prozent der Eltern haben einen akademischen Abschluss, mehr als ein Drittel sind Hartz-IV-Empfänger. Dank intensiver Förderung aller Kinder gelingt der Schule in vielen Fällen trotzdem ein Ausgleich der Lernrückstände einzelner Schüler.

Die Formel lautet: alle Potenziale heben

Seit Pisa hat sich auch die empirische Forschung intensiv mit den Bildungschancen befasst. Eine neue Untersuchung des Wissenschaftszentrums Berlin für Sozialforschung widerlegte vor kurzem erstmals Studien, wonach Migrantenschüler bei gleicher Leistung und Sozialschicht seltener von ihren Lehrern für das Gymnasium empfohlen werden. Immerhin ein Hoffnungsschimmer. Eine inklusive Schule, die Kinder unabhängig von Herkunft und Beeinträchtigungen individuell fördert, könnte einen Teil der Ungerechtigkeiten beseitigen. Doch der Weg dorthin ist holprig, weil für die professionelle Umsetzung Geld und Personal fehlen. Aber immerhin lautet die Formel für ein erfolgreiches Schulsystem nicht mehr „Nach-unten-durchreichen“, sondern „Alle-Potenziale-heben“. Kinder wie Kevin können nicht mehr abgeschoben werden.

inklusive Schule: Kinder mit und ohne Behinderung lernen gemeinsam; die Inklusion: Teilhabe
die Behinderung: hier: die körperlichen oder geistigen Möglichkeiten sind eingeschränkt
der Migrationshintergrund: Die Eltern oder Großeltern kamen aus einem anderen Land nach Deutschland
sozial schwach: hier: Familie mit wenig Geld
Hochbegabte: hier: sehr intelligente Schülerinnen und Schüler
vorgezeichnet: hier: festgelegt
die Sonderschule, die Sonderschulen: eine Schule die Kinder besuchen, die langsamer lernen, weil sie körperlich oder geistig beeinträchtig sind. Die Klassen sind klein. Die Lehrer haben eine besondere Ausbildung und passen den Unterricht an die Probleme der Kinder an
die Förderschule, die Förderschulen: wie Sonderschule; eine Schule die Kinder besuchen, die langsamer lernen, weil sie körperlich oder geistig beeinträchtig sind. Die Klassen sind klein. Die Lehrer haben eine besondere Ausbildung und passen den Unterricht an die Probleme der Kinder an
soziale Auffälligkeiten: hier: Sie verhalten sich gegenüber anderen Menschen untypisch oder störend.
aussondern: hier: aussortieren, d.h. Kinder mit Behinderungen oder Problemen beim Lernen verlassen die Regelschule und besuchen eine Sonderschule
die Bildungskarriere, die Bildungskarrieren: der Weg eines Kindes vom Kindergarten bis zur Ausbildung
Behindertenrechtskonvention der Vereinigten Nationen (VN): ein internationaler Vertrag, in dem steht, dass Menschen mit Behinderungen genauso wie alle anderen Menschen das Recht haben, am Leben in der Gesellschaft teilzunehmen
der Überflieger, die Überflieger: hier: Schüler mit sehr guten Leistungen
die Gehandicapten: Menschen mit Behinderung
der Kultusminister, die Kultusminister: ein Politiker, der in einem Bundesland für den Bereich Bildung zuständig ist
das Expertengremium, die Expertengremien: eine Kommission aus Experten
die Beeinträchtigung, die Beeinträchtigungen: Einschränkungen, Behinderungen
das Regelschulsystem: alle Schularten (Grundschule, Haupt- und Realschule, Gymnasium, Gesamtschule) außer Sonderschule oder Förderschule
die soziale Ausgleichsfunktion: hier: In der Grundschule lernen alle Kinder zusammen, ganz egal, wie viel ihre Eltern verdienen, welchen Beruf sie haben oder aus welchem Land sie kommen.
die weiterführende Schule, die weiterführenden Schulen: Schulen nach der Grundschule, also Hauptschule, Realschule, Gesamtschule und Gymnasium.
die frühe Bildung: Kindergarten und Grundschule
die Bildungsverlierer: die Verlierer im Schulsystem; hier: Kinder, die keinen Schulabschluss haben oder mit einem Hauptschulabschluss keinen Ausbildungsplatz finden können.
die Bildungsgerechtigkeit: hier: Alle Kinder haben in der Schule die gleichen Chancen, ganz egal, wie viel ihre Eltern verdienen oder aus welchem Land sie kommen.
die föderale Struktur: Jedes der 16 Bundesländer macht eine eigenständige Politik; hier: Jedes Bundesland entscheidet selbst über Fragen der Bildung.
das Sagen haben: beschließen, entscheiden; hier: Die Minister für Schule und Bildung entscheiden für ihr eigenes Bundesland.
Pisa-Vergleichsstudie 2001: steht für „Programme for International Student Assessment“ (Deutsch: Programm zur internationalen Schülerbewertung). Seit 2000 werden alle drei Jahre Studien durchgeführt und die Leistungen in drei Bereichen untersucht: Lesen, Mathematik und naturwissenschaftliches Grundwissen. Die Ergebnisse der ersten Studien waren 2001 für die Deutschen eine böse Überraschung: Die deutschen Schüler lagen in allen drei Bereichen auf den hintersten Plätzen. Seitdem wird viel darüber diskutiert, wie das deutsche Bildungssystem verbessert werden könnte.
der Schock, die Schocks: der Schreck, die böse Überraschung; hier: Man hatte nicht erwartet, dass die Leistungen der deutschen Schüler so schlecht sind.
das viergliedrige System: ein System, das aus vier Teilen besteht; hier: Das Schulsystem besteht aus vier unterschiedlichen Typen von Schulen.
die Schicht, die Schichten: hier: zu einer bestimmten Gruppen in der Gesellschaft gehören; Die Schichten werden nach Bildung und Einkommen unterschieden: die Unterschicht (geringe Bildung, meistens geringes Einkommen), die Mittelschicht (gute bis sehr gute Bildung, gutes bis sehr gutes Einkommen), die Oberschicht (sehr gute Bildung, hohes Einkommen)
das Bundesbildungsministerium: Ministerium für Bildung, das für die gesamte Bundesrepublik verantwortlich ist
das Förderprogramm, die Förderprogramme: hier: Aktivitäten außerhalb der Schule, die den Schülern helfen, ihre Ziele zu erreichen, zum Beispiel mit Musik-, Lese- oder Theaterprojekten.
benachteiligt: hier: Schülerinnen und Schüler, die schlechte Voraussetzungen haben, da ihre Eltern nur eine geringe Bildung haben, arbeitslos sind oder kein Deutsch sprechen.
das Mentorenprogramm, die Mentorenprogramme: hier: Ein Erwachsener hilft einem Kind über längere Zeit, unterstützt es und ist Vorbild.
auf etwas setzen: sich für etwas einsetzen, etwas für wichtig erachten
die offene Ganztagsschule, die offenen Ganztagsschulen: eine Schule, die die Kinder nicht nur vormittags sondern auch nachmittags besuchen können, aber nicht müssen. Der Unterricht findet vormittags statt, das Nachmittags-Programm ist freiwillig.
den Preis für sich beanspruchen: ausgezeichnet werden, den Preis bekommen
der akademischer Abschluss, die akademischen Abschlüsse: Die Eltern haben an der Universität studiert.
Hartz-IV-Empfänger: ist die umgangssprachliche Bezeichnung für „Arbeitslosengeld II“ oder „Grundsicherung“. Menschen, die schon länger arbeitslos sind und keine Arbeit finden können, bekommen ein Existenzminimum gezahlt. Zusätzlich wird eine billige Wohnung vom Staat gezahlt. Diese Beträge werden aber oft kritisiert: Sie sichern zwar eine Existenz, ermöglichen aber keine Teilhabe am gesellschaftlichen Leben.
die Bildungschance, die Bildungschancen: die Möglichkeit, eine gute Bildung zu erhalten.
der Hoffnungsschimmer, die Hoffnungsschimmer: ein klein wenig Hoffnung
holprig: uneben; hier: schwierig
nach-unten-durchreichen: Das Kind wechselt die Schule „nach unten“, also von der Real- auf die Hauptschule oder von der Haupt- auf die Sonderschule
alle-Potenziale-heben: Mit dem Kind zusammen hart dafür arbeiten, dass es seine Leistungen steigern kann.

Worterklärungen

inklusive Schule: Kinder mit und ohne Behinderung lernen gemeinsam; die Inklusion: Teilhabe
die Behinderung: hier: die körperlichen oder geistigen Möglichkeiten sind eingeschränkt
der Migrationshintergrund: Die Eltern oder Großeltern kamen aus einem anderen Land nach Deutschland
sozial schwach: hier: Familie mit wenig Geld
Hochbegabte: hier: sehr intelligente Schülerinnen und Schüler
vorgezeichnet: hier: festgelegt
die Sonderschule, die Sonderschulen: eine Schule die Kinder besuchen, die langsamer lernen, weil sie körperlich oder geistig beeinträchtig sind. Die Klassen sind klein. Die Lehrer haben eine besondere Ausbildung und passen den Unterricht an die Probleme der Kinder an
die Förderschule, die Förderschulen: wie Sonderschule; eine Schule die Kinder besuchen, die langsamer lernen, weil sie körperlich oder geistig beeinträchtig sind. Die Klassen sind klein. Die Lehrer haben eine besondere Ausbildung und passen den Unterricht an die Probleme der Kinder an
soziale Auffälligkeiten: hier: Sie verhalten sich gegenüber anderen Menschen untypisch oder störend.
aussondern: hier: aussortieren, d.h. Kinder mit Behinderungen oder Problemen beim Lernen verlassen die Regelschule und besuchen eine Sonderschule
die Bildungskarriere, die Bildungskarrieren: der Weg eines Kindes vom Kindergarten bis zur Ausbildung
Behindertenrechtskonvention der Vereinigten Nationen (VN): ein internationaler Vertrag, in dem steht, dass Menschen mit Behinderungen genauso wie alle anderen Menschen das Recht haben, am Leben in der Gesellschaft teilzunehmen
der Überflieger, die Überflieger: hier: Schüler mit sehr guten Leistungen
die Gehandicapten: Menschen mit Behinderung
der Kultusminister, die Kultusminister: ein Politiker, der in einem Bundesland für den Bereich Bildung zuständig ist
das Expertengremium, die Expertengremien: eine Kommission aus Experten
die Beeinträchtigung, die Beeinträchtigungen: Einschränkungen, Behinderungen
das Regelschulsystem: alle Schularten (Grundschule, Haupt- und Realschule, Gymnasium, Gesamtschule) außer Sonderschule oder Förderschule
die soziale Ausgleichsfunktion: hier: In der Grundschule lernen alle Kinder zusammen, ganz egal, wie viel ihre Eltern verdienen, welchen Beruf sie haben oder aus welchem Land sie kommen.
die weiterführende Schule, die weiterführenden Schulen: Schulen nach der Grundschule, also Hauptschule, Realschule, Gesamtschule und Gymnasium.
die frühe Bildung: Kindergarten und Grundschule
die Bildungsverlierer: die Verlierer im Schulsystem; hier: Kinder, die keinen Schulabschluss haben oder mit einem Hauptschulabschluss keinen Ausbildungsplatz finden können.
die Bildungsgerechtigkeit: hier: Alle Kinder haben in der Schule die gleichen Chancen, ganz egal, wie viel ihre Eltern verdienen oder aus welchem Land sie kommen.
die föderale Struktur: Jedes der 16 Bundesländer macht eine eigenständige Politik; hier: Jedes Bundesland entscheidet selbst über Fragen der Bildung.
das Sagen haben: beschließen, entscheiden; hier: Die Minister für Schule und Bildung entscheiden für ihr eigenes Bundesland.
Pisa-Vergleichsstudie 2001: steht für „Programme for International Student Assessment“ (Deutsch: Programm zur internationalen Schülerbewertung). Seit 2000 werden alle drei Jahre Studien durchgeführt und die Leistungen in drei Bereichen untersucht: Lesen, Mathematik und naturwissenschaftliches Grundwissen. Die Ergebnisse der ersten Studien waren 2001 für die Deutschen eine böse Überraschung: Die deutschen Schüler lagen in allen drei Bereichen auf den hintersten Plätzen. Seitdem wird viel darüber diskutiert, wie das deutsche Bildungssystem verbessert werden könnte.
der Schock, die Schocks: der Schreck, die böse Überraschung; hier: Man hatte nicht erwartet, dass die Leistungen der deutschen Schüler so schlecht sind.
das viergliedrige System: ein System, das aus vier Teilen besteht; hier: Das Schulsystem besteht aus vier unterschiedlichen Typen von Schulen.
die Schicht, die Schichten: hier: zu einer bestimmten Gruppen in der Gesellschaft gehören; Die Schichten werden nach Bildung und Einkommen unterschieden: die Unterschicht (geringe Bildung, meistens geringes Einkommen), die Mittelschicht (gute bis sehr gute Bildung, gutes bis sehr gutes Einkommen), die Oberschicht (sehr gute Bildung, hohes Einkommen)
das Bundesbildungsministerium: Ministerium für Bildung, das für die gesamte Bundesrepublik verantwortlich ist
das Förderprogramm, die Förderprogramme: hier: Aktivitäten außerhalb der Schule, die den Schülern helfen, ihre Ziele zu erreichen, zum Beispiel mit Musik-, Lese- oder Theaterprojekten.
benachteiligt: hier: Schülerinnen und Schüler, die schlechte Voraussetzungen haben, da ihre Eltern nur eine geringe Bildung haben, arbeitslos sind oder kein Deutsch sprechen.
das Mentorenprogramm, die Mentorenprogramme: hier: Ein Erwachsener hilft einem Kind über längere Zeit, unterstützt es und ist Vorbild.
auf etwas setzen: sich für etwas einsetzen, etwas für wichtig erachten
die offene Ganztagsschule, die offenen Ganztagsschulen: eine Schule, die die Kinder nicht nur vormittags sondern auch nachmittags besuchen können, aber nicht müssen. Der Unterricht findet vormittags statt, das Nachmittags-Programm ist freiwillig.
den Preis für sich beanspruchen: ausgezeichnet werden, den Preis bekommen
der akademischer Abschluss, die akademischen Abschlüsse: Die Eltern haben an der Universität studiert.
Hartz-IV-Empfänger: ist die umgangssprachliche Bezeichnung für „Arbeitslosengeld II“ oder „Grundsicherung“. Menschen, die schon länger arbeitslos sind und keine Arbeit finden können, bekommen ein Existenzminimum gezahlt. Zusätzlich wird eine billige Wohnung vom Staat gezahlt. Diese Beträge werden aber oft kritisiert: Sie sichern zwar eine Existenz, ermöglichen aber keine Teilhabe am gesellschaftlichen Leben.
die Bildungschance, die Bildungschancen: die Möglichkeit, eine gute Bildung zu erhalten.
der Hoffnungsschimmer, die Hoffnungsschimmer: ein klein wenig Hoffnung
holprig: uneben; hier: schwierig
nach-unten-durchreichen: Das Kind wechselt die Schule „nach unten“, also von der Real- auf die Hauptschule oder von der Haupt- auf die Sonderschule
alle-Potenziale-heben: Mit dem Kind zusammen hart dafür arbeiten, dass es seine Leistungen steigern kann.
Katja Irle,
Bildungs- und Wissenschaftsjournalistin bei der „Frankfurter Rundschau“ und der „Berliner Zeitung“

Copyright: Goethe-Institut e. V., Internet-Redaktion
Juni 2012

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