Schule und Ausbildung

Ebbe im Geldbeutel? Nein, danke!

Sprachniveau: B1

Dossier: Ferienjobs | © pasch-net.de

Sechs Wochen Ferien und keinen Cent im Portemonnaie – viele Schüler bessern sich mit einem Ferienjob ihr Taschengeld auf. Vor allem in den langen Sommerferien sind diese Tätigkeiten sehr beliebt. Ein Ferienjob gibt Jugendlichen die Möglichkeit, zum ersten Mal eigenes Geld zu verdienen und Erfahrungen für das spätere Berufsleben zu machen. Mehr als 30% der deutschen Schüler nutzt die Ferienzeit, um zu arbeiten: als Eisverkäufer oder Kellner, in Gärtnereien oder beim Bauern, als Postsortierer, Zeitungsausträger oder Regalauffüller in einem Supermarkt. Auch in Handwerksbetrieben können Jugendliche einen Job finden – wie beispielsweise Adrian aus Bingen. Der 16-Jährige jobbt in den Ferien für zwei Wochen in einer Sattlerei. Zu seinen Aufgaben gehört es, Sitzpolster von Stühlen, Autos oder Motorrädern zu erneuern.

Adrian (16 Jahre, Schüler aus Bingen): Was ich im Job mache

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Schule darf nicht zu kurz kommen

Dossier: Ferienjobs | © pasch-net.de

Schülerarbeit ist in Deutschland gesetzlich geregelt. Das Jugendarbeitsschutzgesetz legt fest, wann, wie lange und welche Tätigkeiten Jugendliche ausüben dürfen. Durch das Gesetz soll unter anderem verhindert werden, dass Schüler durch frühzeitige und schwere Arbeit Gesundheitsschäden bekommen. Zudem soll die Schule neben der Jobberei nicht zu kurz kommen. Im Idealfall macht der Ferienjob sogar richtig Spaß. Dies trifft auf jeden Fall auf Laura, Gymnasiastin aus Wiesbaden, zu. Die 17-Jährige arbeitet als Bedienung in einem Café, wo sie an zwei Nachmittagen in der Woche vor allem Würstchen und Eiscreme verkauft. Da sie ein sehr kommunikativer Mensch ist, unterhält sie sich gerne mit den Besuchern des Cafés.

Laura (17 Jahre, Schülerin aus Wiesbaden): Was mir an meinem Job gefällt
 
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Wochenenden und Feiertage sind meist tabu

In Deutschland dürfen Jugendliche erst ab dem 13. Lebensjahr arbeiten – und auch nur dann, wenn ihre Eltern schriftlich zustimmen. Die Arbeit darf nach dem Gesetz nur leichte Tätigkeiten umfassen, wie etwa Babysitten, Hunde ausführen, Einkäufe erledigen, Nachhilfeunterricht geben oder im Garten arbeiten. Der 15-jährige Tobias gießt fast jeden Abend für eine Stunde die Blumen, Sträucher und Gemüsepflanzen im Garten einer Nachbarin. „Ich finde es toll“, sagt Tobias, „dass ich mir meine Arbeitszeit selbst einteilen kann.“

Tobias (15 Jahre, Schüler aus Pfungstadt): Was ich im Job mache

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Während 13- bis 14-Jährige pro Tag höchstens zwei Stunden arbeiten dürfen, können 15- bis 18-Jährige täglich bis zu acht Stunden jobben. Die Arbeitszeit muss zwischen sechs und 20 Uhr liegen. An Wochenenden sowie Feiertagen ist der Ferienjob nicht erlaubt. Allerdings gibt es Ausnahmen für bestimmte Branchen wie Gaststätten, Bäckereien, Krankenhäuser oder die Landwirtschaft. Insgesamt dürfen Schüler im Jahr maximal vier Wochen, also 20 Arbeitstage à acht Stunden jobben – nicht die ganzen Sommerferien.

Mit der Lohnsteuerkarte auf der sicheren Seite

 
Ferienjobber dürfen bis 890 Euro im Monat steuerfrei verdienen. Ist der Verdienst höher, brauchen Schüler eine Lohnsteuerkarte. Denn dann müssen Steuern gezahlt werden. Daher sollten sich die Schüler vor Arbeitsbeginn beim Einwohnermeldeamt eine Lohnsteuerkarte besorgen. Damit bekommen sie ihr Geld brutto für netto, also ohne Steuern zu zahlen.

Eine weitere gute Nachricht: Ferienjobs sind sozialversicherungsfrei. Das bedeutet, es müssen keine Beiträge für Versicherungen gezahlt werden. Gegen Unfälle sind die Ferienjobber über den Arbeitgeber versichert.

Persönliche Kontakte bei Jobsuche nutzen

Ferienjobs sind, vor allem in wirtschaftlich schwierigen Zeiten, nicht leicht zu finden. Wer einen Job sucht, sollte zunächst bei Eltern, Verwandten oder Freunden nachfragen. Erfolg versprechend ist es auch, telefonisch bei den Firmen vor Ort anzufragen oder sich gleich persönlich vorzustellen. Das eine oder andere Jobangebot für Schüler findet sich auch in der lokalen Presse, in Jugendzeitungen oder bei der Jobvermittlung der Arbeitsagentur. Bei der Suche helfen ebenfalls Internetportale wie beispielsweise www.ferienjob.de

Wer keinen deutschen Pass besitzt, sollte sich vorher informieren, ob für den Ferienjob eine Arbeitserlaubnis für Deutschland notwendig ist.

Adrian: Wie ich an den Job gekommen bin

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Laura: Wie ich an den Job gekommen bin

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das Taschengeld: ein kleiner Geldbetrag, den Eltern regelmäßig ihren Kindern geben
der Postsortierer: jemand, der bei der Deutschen Post Briefe oder Pakete sortiert
der Zeitungsausträger: jemand, der Zeitungen austrägt
der Regalauffüller: jemand, der Regale im Supermarkt mit Waren füllt
der Handwerker: Beruf, der vor allem mit der Hand ausgeübt wird
die Sattlerei: eine Firma, die unter anderem Polster von Stühlen repariert oder erneuert
gesetzlich geregelt: durch ein Gesetz festgelegt
das Jugendarbeitsschutzgesetz: ein Gesetz, das Jugendliche zum Beispiel vor zu viel Arbeit schützt
verhindern: durch eine Maßnahme bewirken, dass etwas nicht geschehen oder von jemandem nicht getan werden kann
der Gesundheitsschaden, die Gesundheitsschäden: körperliche oder geistige Beeinträchtigung
nicht zu kurz kommen: nicht zu wenig beachtet werden
zustimmen: mit etwas einverstanden sein
der Nachhilfeunterricht: privater, zusätzlicher Unterricht für schwache Schüler
die Ausnahme, die Ausnahmen: ein Sonderfall, eine Abweichung von der geltenden Regel
die Landwirtschaft: ein Bauer betreibt Landwirtschaft, hat Tiere oder pflanzt Getreide/Obst/Gemüse an
steuerfrei: von der Steuer nicht erfasst
die Lohnsteuerkarte, die Lohnsteuerkarten: eine von der Gemeinde ausgestellte Urkunde, anhand der die zu zahlende Lohnsteuer berechnet wird
das Einwohnermeldeamt: die Institution, bei der man gemeldet ist
wirtschaftlich schwierige Zeiten: Zeitraum, in dem der Staat, Firmen und Privathaushalte sparen müssen
die Jobvermittlung der Arbeitsagentur: Behörde, die Arbeitsstellen und Ferienjobs anbietet
die Arbeitserlaubnis: die Genehmigung, in einem bestimmten Land berufstätig zu sein

Adrian (16 Jahre, Schüler aus Bingen):
Was ich im Job mache

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Laura (17 Jahre, Schülerin aus Wiesbaden):
Was mir an meinem Job gefällt

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Tobias (15 Jahre, Schüler aus Pfungstadt):
Was ich im Job mache

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Adrian (16 Jahre, Schüler aus Bingen):
Wie ich an den Job gekommen bin

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Laura (17 Jahre, Schülerin aus Wiesbaden):Wie ich an den Job gekommen bin

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